13 Oktober 2019

14. Okt, 2019


Kevin Durant und Kyrie Irving in Brooklyn, Russell Westbrook in Houston, Jimmy Butler in Miami und in Los Angeles und New York regiert das 'kleine' Team... Willkommen zur NBA-Saison 2019/20! Als ersten Gang der 73. Spielzeit der Association serviert die Chefküche auch dieses Jahr Vorausschauen auf alle 30 NBA Teams, streng umgekehrt chronologisch nach Qualität und wie immer garniert mit unerschütterlichen Prognosen. Heute: Die Miami Heat...

von DANIEL SCHLECHTRIEM @jonasRo19 | 14. Okt, 2019

Flashback
39-43, keine Playoffs

Plus
Jimmy Butler
Meyers Leonard
Tyler Herro
K.Z. Okpala
Kendrick Nunn

Minus
Dwyane Wade
Josh Richardson
Hassan Whiteside
Ryan Anderson

Was ist Neu?
Der „One Last Dance“ ist vorbei. Dwyane Wade beendete seine illustre Karriere und hinterließ große Fußspuren in South Florida. Dass Pat Riley es ohne Cap Space schaffen würde, diese Spuren in nur einem Sommer mit einem neuen Franchise Player zu füllen, erwartete niemand. Doch Jimmy Butler zog die Sonne und die Franchisekultur Miamis einem erneuten Run um die Krone im Osten mit den Philadelphia 76ers vor.

Dass Riley auch noch Problem-Center Hassan Whiteside loswurde, der letzte Saison aufgrund mangelnder Einstellung zeitweise ganz aus der Rotation fiel, ist ein weiterer Gewinn für die Heat. Im Gegenzug kam Meyers Leonard aus Portland, der sich in den Playoffs gut verkaufte und über 40% seiner Dreier trifft.

Mit dem 13. Pick der Draft verpflichteten die Heat Tyler Herro aus Kentucky. Der vielversprechende Shooting Guard konnte in seinen ersten Monaten als Profi sowohl auf, als auch neben dem Parkett auf sich aufmerksam machen.


Beste Addition
Jimmy Butler ... Nach nur 67 Spielen im Trikot der Sixers zog es Butler zu seinem dritten Team in weniger als einem Jahr. Nachdem er besonders in Minnesota, aber auch in Philadelphia, mit seiner intensiven und fordernden Art aneckte, scheint Miami nun perfekt zu ihm zu passen.

Die Franchise unter Pat Riley definiert sich über ihre #HeatCulture, die durch Disziplin, Defense und vorbildliche Arbeitseinstellung geprägt ist, ideale Bedingungen für „Jimmy Buckets“. Er soll die Rolle als Identifikationsfigur der Heat von seinem ehemaligen Teamkollegen Dwyane Wade übernehmen und wieder für Playoff-Basketball in Miami sorgen.


The Planet
Jimmy Butler ... Auch wenn er noch kein Spiel für Miami bestritten hat ist Jimmy Butler der unumstößliche Franchise Player der Heat. Sportlich gesehen soll er an seine Tage in Chicago als klarer Fokusspieler und einziger Star der Offensive anschließen, eine Rolle, die weder in Philadelphia noch bei den Timberwolves für ihn eingeplant war.

Offen bleiben die Fragen über seinen Dreier, den er letzte Saison für die Timberwolves annehmlich (37,8%), aber in Philly und insbesondere in den Playoffs (26,7%) nicht konstant traf. Als defensiver Stopper reiht er sich in eine Mannschaft durchsetzt mit überdurchschnittlichen Verteidigern ein. Zusammen mit Butler, Justise Winslow, Bam Adebayo und James Johnson stellen die Heat auf dem Papier eine der Top-Defenses im Osten.

Rising Star
Bam Adebayo ... Der Stern von Bam Adebayo ging am Ende der letzten Saison langsam auf, als er Anfang März zum Starter befördert wurde und in knapp 27 Minuten an einem Double-Double kratzte (12 Punkte, neun Rebounds im Schnitt).

Nach dem Abgang von Hassan Whiteside steht Adebayo nun vor seiner ersten Saison als Vollzeit-Starter und Miami Fans erwarten eine Breakout-Saison des 22-Jährigen. Der Center kam als roher Athlet von der University of Kentucky und zeichnete sich in seinen ersten zwei Jahren vor allem als variabler Verteidiger im Pick & Roll und effizienter Finisher am Ring aus. Im Sommer war er Teil des Team USA, aber auch wenn er kurz vor der FIBA WM aus dem Kader gestrichen wurde, wird ihn das Training unter Gregg Popovich und Co. weitergebracht haben.

Zudem soll Adebayo während des Sommers den Fokus auf die Entwicklung seines Mitteldistanzwurfes gelegt zu haben. Wenn er seinen Wurf stabilisiert, öffnet er damit enorme Möglichkeiten für Coach Erik Spoelstra und einer MIP-würdigen Saison steht nichts im Wege.

Don’t Sleep! 
Justise Winslow ... Nach der Verletzung von Goran Dragić während der letzten Saison wurde Justise Winslow von seiner angestammten Position als Small Forward zum Point Guard „umgeschult“. Zur Überraschung vieler überzeugte der damals 22-Jährige in seiner neuen Rolle und legte im Dezember 15 Punkte, sechs Rebounds und vier Assists auf, „Point Justise“ war geboren.

Gegen Ende der Saison fiel es ihm zwar schwerer bei gestiegener Nutzungs-Rate seine Wurfquoten auf einem konstanten Niveau zu halten, doch das Experiment war geglückt. Miami steht nun vor der Frage, ob sie Winslow nach Dragićs Genesung wieder zurück auf den Flügel beordern oder ob „Point Justise“ endlich die für ihn perfekte Rolle gefunden hat. Wenn ja, sollte er auch zukünftig auf der Eins starten, eine Rolle als Sechster Mann scheint für den 33-jährigen Dragić ohnehin in naher Zukunft sinnvoll zu sein.

Beste Fünf
Winslow – Waiters – Butler – Olynyk – Adebayo


Good News
+ Jimmy Butler passt als Franchisespieler perfekt nach Miami
+ Die Rookies, insbesondere Herro, machen Spaß
+ Winslow scheint seine Rolle gefunden zu haben und Adebayo steht vor einer Breakout-Saison
+ Die Southeast Division ist die mit Abstand schlechteste der NBA

Bad News
- Neben Butler finden sich kaum Spieler im Kader, die sich ihren Wurf selbst erarbeiten können
- Adebayo ist der einzige Big Man der für Ringschutz sorgen kann
- Der Backcourt ist nicht besonders tief besetzt, Waiters muss zu alter Form finden
- An schlechten Tagen wird ihnen das mangelnde Shooting auf dem Flügel Siege kosten

Was fehlt?
Sollte Winslow kurz- oder mittelfristig als Point Guard eingeplant sein, fehlt es an kompetenten Dreierschützen auf dem Flügel. Derrick Jones Jr. und James Johnson überzeugen beide aufgrund ihrer Athletik und defensiven Fähigkeiten und weniger aufgrund ihres soliden Wurfes.

Gerade wenn Butler erneut unterdurchschnittlich von außen treffen sollte, fehlt es in den besten Lineups der Heat an fähigen Werfern, die das Feld breit machen können. Wenn Erik Spoelstra hierfür keine Lösung finden sollte, werden die Heat im Laufe der Saison nachbessern.



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Check 1,2
Auch wenn die Heat in Richardson und Whiteside zwei Starter der letzten Saison verloren haben, ist die Hoffnung in Miami so groß wie lange nicht. Neben der Addition von Butler setzt man auf interne Verbesserung durch die jungen Spieler Winslow, Adebayo und Herro sowie die wiedergenesenen Dragić und Waiters.

In der Eastern Conference fand an der Spitze ein großer Umbruch statt (Toronto, Boston, Philadelphia) und Miami hat die Möglichkeit, das auszunutzen. Die Playoffs sind das Minimalziel, wenn aber alle Leistungsträger fit bleiben können, werden die Heat im best case um die vorderen vier Platzierungen mitspielen. Vielleicht tut sich im Laufe der Saison ja auch noch etwas bei Chris Paul oder Bradley Beal.

Die Rechnung, bitte