09 Oktober 2019

9. Okt, 2019


Kevin Durant und Kyrie Irving in Brooklyn, Russell Westbrook in Houston, Jimmy Butler in Miami und in Los Angeles und New York regiert das 'kleine' Team... Willkommen zur NBA-Saison 2019/20! Als ersten Gang der 73. Spielzeit der Association serviert die Chefküche auch dieses Jahr Vorausschauen auf alle 30 NBA Teams, streng umgekehrt chronologisch nach Qualität und wie immer garniert mit unerschütterlichen Prognosen. Heute: Die Phoenix Suns...

von SEB DUMITRU @nbachefkoch | 9. Okt, 2019

Flashback
19-63, keine Playoffs

Plus
Ricky Rubio
Dario Saric
Aron Baynes
Cameron Johnson
Frank Kaminsky
Jevon Carter
Cheick Diallo
Jared Harper
Ty Jerome
Jalen Lecque
David Krämer

Minus
T.J. Warren
Josh Jackson
Dragan Bender
Jamal Crawford
Troy Daniels
Jimmer Fredette
De'Anthony Melton
Richaun Holmes
George King
Ray Spalding

Was ist Neu?
Coach, General Manager und VP of Basketball OPs, allen voran. Im Vorjahr traf es den langjährigen GM Ryan McDonough kurz vor Saisonstart, Head Coach Igor Kokoskov wurde nach nur einer Saison im Amt ersetzt. Monty Williams ist der neue Mann an der Seitenlinie, der bisherige Interims-GM James Jones wurde zum Vollzeit-Manager befördert, während ihm künftig Cap-Experte Jeff Bower zuarbeitet.

Gemeinsam will dieses Trio dafür sorgen, dass die Phoenix Suns nicht nur in der kommenden Spielzeit erfolgreicheren Basketball spielen als zuletzt. Sie wollen auch den Grundstein für eine nachhaltige Franchise-Kultur legen. Das gelang seit den Zeiten von Steven Nash nicht mehr. Phoenix wartet seit mittlerweile neun Jahren auf eine Rückkehr in die Playoffs.

Zwei Drittel des Teams wurden in den vergangenen Monaten ausgetauscht. Die prominentesten Neuzugänge sind Point Guard Ricky Rubio, Center Aron Baynes, Forward Dario Saric und Lotterie-Pick Cam Johnson. An der Seite von Devin Booker, DeAndre Ayton und Mikal Bridges sollen vor allem diese vier dafür sorgen, dass das Team aus der Wüste künftig besser performt als zuletzt.


Beste Addition
Monty Williams ... Williams ist Phoenix' bereits fünfter Head Coach in den vergangenen fünf Jahren. Er lernte in der Organisation der San Antonio Spurs, wie erfolgreicher Basketball gelehrt wird, coachte später fünf Jahre in New Orleans (43,9 Prozent Erfolgsquote) und verbrachte das vergangene Jahr als Assistenztrainer bei den Philadelphia 76ers.

Williams betonte direkt nach seiner Einstellung, dass er schnellen, smarten Basketball spielen will, ohne dabei kopflos nach vorne zu preschen oder den Ball zu isolieren. „Schuss, Drive oder Pass“,
schnelle Ball- und Spielerbewegung, all das klingt stark nach dem System, das die
Spurs zu einer der erfolgreichsten Franchises aller Zeiten gemacht hat. Sein meist guter Draht zu all seinen Spielern wirkt auf den ersten Blick vielversprechend.

The Planet
Devin Booker ... Booker etablierte sich in seinem vierten NBA-Jahr als einer der besten Scorer der NBA. Der ehemalige 13. Pick legte zum vierten Mal in Folge mehr Punkte als in der Vorsaison auf. Seine 26,6 Zähler pro Abend waren gut genug für Rang sechs ligaweit. Nur James Harden, Paul George, Giannis Antetokounmpo, Joel Embiid und Steph Curry erzielten mehr im Schnitt.

Booker kann mittlerweile mehr als nur schiessen und scoren. Mit zuletzt 6,8 Assists im Schnitt und einer Assist-Rate von 34 Prozent stellte er zunehmend sein Können als Regisseur unter Beweis. Eine gesunde Dosis Würfe aus dem Catch-and-Shoot, gemischt mit Pullups aus dem Dribbling, könnten Booker an 30 Punkten im Schnitt kratzen lassen.


Rising Star
DeAndre Ayton ... Heimlich, still und leise legte Phoenix' Nummer eins Pick 2018 eine Saison für die Geschichtsbücher auf. Zwar bekam das inmitten einer verkorksten Suns-Saison und angesichts des fehlerlosen Debuts von Luka Doncic niemand mit, aber: der Mann von den Bahamas legte von einem Rookie noch nie zuvor erreichte 16 Punkte, zehn Rebounds und 58 Prozent Trefferquote im Schnitt auf.

Bereits als 20-Jähriger war Ayton am Zonenrand kaum zu stoppen und kontrollierte die Bretter. Seine Mobilität, Treffsicherheit von außen und der hohe Basketball-IQ machen Lust auf mehr. Sein nächster Schritt muss jetzt sein, auch defensiv eine klare Präsenz zu werden, die den Unterschied ausmacht. Dann kann er in der Konversation um die besten Big Men der NBA schon bald mehr als nur ein Wörtchen mitreden.


Don’t Sleep! 
Mikal Bridges ...  Hier hätte genauso gut Kelly Oubre Jr. stehen können. Sowohl Bridges als auch Oubre spielen in der Flügelrotation der jungen Suns eine entscheidende Rolle. Beide verteidigen gut und bringen offensiv Ansätze mit, zu mehr als nur einem simplen Komplementärspieler zu reifen.

Unseren Vorzug erhält Bridges. Der riss mit seinen statistischen Durchschnittswerten (8.3 PPG, 33.5% Dreier) zwar niemandem aus dem Sitz. Wer genauer hinsah, erkannte jedoch einen vielseitigen Wing, der sowohl vorne als auch hinten genauso das bringt, was NBA-Teams heutzutage auf dem Flügel suchen. Ein weiteres Reifejahr und mehr physische und spielerische Reife dürften Bridges zu einem integralen Bestandteil der Rebuild-Pläne machen.

Beste Fünf
Rubio – Booker – Bridges – Saric – Ayton


Good News
+ Booker und Ayton bilden einen soliden, junge, vielversprechenden 1-2-Punch
+ Ricky Rubio repräsentiert an beiden Enden ein klares Upgrade auf der Eins
+ Die Wing-Player Oubre, Bridges und Cam Johnson bringen verschiedene Stärken von der Wing-Position ins Spiel
+ Kompetentere GM/Coaching-Achse als zuletzt, die schneller Ergebnisse erzielen wird

Bad News
- Junges, unerfahrenes Team
- Zuletzt katastrophal in Angriff und Verteidigung
- Schlechtes Shooting-Team der NBA? (Rang 28 bei den Makes, Rang 30 bei der Dreierquote)
- Inkompetenter, ungeduldiger, irritierender Besitzer in Robert Sarver - und damit einhergehend eine miese Franchise-Kultur


Was fehlt?
So knapp zwei, drei Jahre, und zwei, drei produktive Rotationsspieler. Phoenix steht trotz der Neuzugänge im Sommer in der Hierarchie der Western Conference Teams weiterhin ganz unten. Ein Weg zurück zur Spitze scheint lang und beschwerlich, solange alles von Booker und Ayton abhängt.

Rubio, Baynes und Saric können sicherlich helfen, mehr produktive Minuten aus diesem Kader zu melken, verändern die Trajektorie dieser Franchise aber nicht von Grund auf. Jones hat also noch viel Arbeit und zahlreiche Personalmanöver vor sich, wenn er aus diesen Dauer-Losern wieder eine erfolgreiche Mannschaft formen will.

Check 1,2
Phoenix geht sicherlich mit mehr personeller Qualität und fähigeren Männern in die
neue Saison. Jones und Williams haben Championship-Erfahrung und genießen
Respekt in der Branche. Wenn die stille-Arbeiter-Mentalität des Trainerstabs bei
den größtenteils jungen Profis hängen bleibt, ist der Weg zurück zur Respektabilität nicht mehr allzu weit.

Der Unterschied zu den restlichen Teams der Western Conference war jedoch so groß, die spielerische Klasse der Suns so weit entfernt von der breiten Masse, dass Williams & Co. weitaus mehr Arbeit vor sich haben, als auf den ersten Blick vermutet. Hoffentlich bekommen sie
genügend Zeit dafür.

Die Rechnung, bitte