15 Oktober 2019

15. Okt, 2019


Kevin Durant und Kyrie Irving in Brooklyn, Russell Westbrook in Houston, Jimmy Butler in Miami und in Los Angeles und New York regiert das 'kleine' Team... Willkommen zur NBA-Saison 2019/20! Als ersten Gang der 73. Spielzeit der Association serviert die Chefküche auch dieses Jahr Vorausschauen auf alle 30 NBA Teams, streng umgekehrt chronologisch nach Qualität und wie immer garniert mit unerschütterlichen Prognosen. Heute: Die Toronto Raptors...

von YANNICK ZINSSER @ClutchYZ13 | 15. Okt, 2019

Flashback
58-24, NBA Champions

Plus
Rondae Hollis-Jefferson
Stanley Johnson
Matt Thomas
Dewan Hernandez
Terence Davis

Minus
Kawhi Leonard
Danny Green
Jeremy Lin

Was ist Neu?
Die Raptors geht mit völlig anderen Erwartungen als in den Vorjahren und ohne jeglichen Druck in die Saison. Auch wenn O.G. Anunoby vor kurzem veräußern lies, dass sie den Repeat wollen, wird dies nur in wenigen bis keinem Szenario möglich sein.

Das Team verlor Franchise Player und Finals MVP Kawhi Leonard ohne Gegenwert. Kompensieren lässt sich das nicht, Kyle Lowry, Pascal Siakam und der frischgebackene Weltmeister Marc Gasol werden es dennoch versuchen.


Neben Leonard verlor Toronto einen weiteren Starter in Danny Green. In der Defensive soll vor allem Neuzugang Ronade Hollis-Jefferson die hinterlassene Lücke (zumindest ansatzweise) füllen. Für die Offensive hingegen wurde Matt Thomas verpflichtet. Außerdem müssen nun die Jüngeren ins Rampenlicht springen und werden eine größere Rolle einnehmen dürfen/müssen. Hierbei handelt es sich vor allem um erwähnten Anunoby (22) und Norman Powell. Gerade ersterer bringt unglaubliches Potenzial mit, konnte dies aber aufgrund vieler Verletzungen zuletzt nicht ausschöpfen.

Beste Addition
Matt Thomas ... Auf Twitter wird Thomas schon in Verbindung gebracht mit Namen wie J.J. Redick oder Kyle Korver und ja, ihr werdet es euch schon denken, der 25-Jährige ist einfach ein f*cking geiler Shooter.

In den vergangen zwei Jahren lief er in der ersten Spanischen Liga auf und warf 47% von außen, was natürlich seinesgleichen sucht in den besten Basketballligen der Welt. Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch, dass Thomas sehr schwach auf der anderen Seite des Courts agiert und auch vorne sehr dezimiert Plays selbst laufen kann.

Trotzdem ist der Iowa State Alumni eine Verpflichtung, mit der man nur gewinnen kann, da die Dinos ihn fürs Minimum geholt haben – und wer weiß, eventuell sehen wir hier bald einen J.J. Redick 2.0.

The Planet
Kyle Lowry ... Endlich hat er es geschafft. Kyle Lowry darf sich nun auch NBA Champion nennen und das hat er sich auch verdient, da der Aufbauspieler sowohl auf als auch neben dem Platz ein verdammt großes Herz hat.


Kyle geht nun in seine achte Saison als Raptor. Auch wenn er 2018/19 nur 14,2 Punkte pro Spiel auflegte, seine schlechteste Ausbeute der letzten Jahre, war die vergangene Saison seine Beste. Mit hohem Basketball IQ und 8,4 Assists pro Spiel überzeugte Lowry und das nicht nur in der Regular Season.

Nicht zu vergessen seine Defense, mit der er sicherlich immer noch zur Elite auf der Eins zählt. Auch ohne Kawhi (oder gerade deswegen) dürfen wir uns sicher sein, dass Lowry wieder eine Saison auf All-Star Niveau liefern wird (evtl. seine letzte auf diesem Niveau, da der Kerl auch nicht jünger wird).

Rising Star
Pascal Siakam ... Letztes Jahr spielte Siakam seine erst dritte(!) Saison in der NBA. Klingt verrückt, ist aber so. Er steigerte sich im Vergleich zum Vorjahr seinen Punktedurchschnitt von 7,3 auf 16,9, seine Minuten von 20,7 auf 31,9 und war maßgeblich daran beteiligt, dass die Raptors NBA Champion wurden.

Logischerweise wurde diese Leistung auch noch gewürdigt mit dem Most Improved Player Award. Aber warum nach so einer Saison 'Rising Star'? Weil Siakam einfach immer noch unglaubliches Potenzial hat, um noch besser zu werden. Nach dem Abgang von Kawhi wird Siakam wohl zeitweise die erste Option in der Raptors Offensive sein und hierfür muss er sein Ballhandling und sein Passgeber-Skills unbedingt verbessern.


Seine Dreierquote bringt ebenso noch einiges an Upside mit. Außerdem muss er in der Defensive noch mehr seine vorhandenen Athletikvorteile gegenüber anderen Bigs zeigen. Sollte Siakam nur ein Teil dieser Dinge in der nächsten Saison besser machen, ist ihm die Nominierung zum All-Star wohl sicher und wer weiß, ob der Kameruner nicht in ein paar Jahren MVP genannt wird. Das Potenzial hat er zumindest.

Don’t Sleep! 
O.G. Anunoby ... Der Pick No. 23 aus dem 2017er Draft gehörte letztes Jahr zu einer der wenigen Enttäuschungen bei den Raptors. Dies hing aber auch mit mehreren kleinen Verletzungen zusammen, welche sich durch seine ersten zwei NBA Jahre zogen.

Trotz seiner letzten Saison ist O.G. jetzt schon ein Kandidat auf den MIP-Award. Nicht wenige glauben, dass er zumindest die Position von Leonard beerben und Starter auf der Drei bei den Raptors wird. Anunoby ist ein gemachter Two-Way Player und kann sowohl vorne als auch hinten seine starke Athletik perfekt zum Einsatz bringen.

In der Offensive hat er schon oft bewiesen, wie schwer sein erster Schritt zu verteidigen ist und wie gut er dunken kann. Verbessert Anunoby noch seinen Abschluss (vor allem den Dreier), wird man in naher und ferner Zukunft noch viel von ihm hören.

Beste Fünf
Lowry – Powell – Anunoby – Siakam – Gasol


Good News
+ Kein Druck, die Raptors können befreit aufspielen
+ Viele gute, junge Spieler
+ Im Osten immer noch klarer Kandidat auf die Playoffs
+ Super geführte Franchise

Bad News
- Titelverteidigung nicht möglich
- Die wichtigsten Spieler sind 33 (Lowry) und 34 (Gasol) Jahre alt
- Franchise Player verloren
- Fragezeichen bei den Neuzugängen

Was fehlt?
Der Finals MVP 2019. Natürlich ist Kawhi nicht zu ersetzten, aber die Raptors haben trotzdem einen ordentlichen Kader zusammen. Die Problem Positionen werden auf dem Flügel, da Toronto hier zwar sehr viel Potenzial hat, aber nichts Ausgereiftes, was für den Repeat stark genug ist. Außerdem fehlt Shooting bei den mutmaßlichen Startern. Nach dem Abgang von Leonard und Green rückt das Shooting von Lowry stärker in der Fokus.

Check 1,2
Wenn man Champion wird und danach zwei Starter inklusive dem Finals MVP verliert, ist es immer schwer zu sagen, wie die Saison abläuft. Die Raptors haben trotz keinem namhaften Zugang einen guten Kader mit einer schönen Mischung aus Veteranen und jungen Spielern. Fred VanVleet und Serge Ibaka von der Bank zu bringen ist immer noch ein Luxus.

Sicher ist, dass Lowry und Gasol eine Saison auf gutem Niveau spielen werden aber da es schwer einzuschätzen ist, wie die Jungen (vor allem Anunoby und Powell) abliefern, wird eine Prediciton sehr schwer. Auch der worst case und best case liegen sehr weit auseinander.

Angesichts des nicht ganz so starken Ostens müssten die Raptors aber ziemlich sicher in den Playoffs landen. Die Plätze vier bis sechs sind realistisch.

Die Rechnung, bitte