25 Oktober 2019

25. Okt, 2019


Endlich hat die belanglose Zeit zwischen Juli und Oktober ein Ende gefunden: NBA-Basketball ist zurück und so auch der #NBACHEFSQUAD. Zum Auftakt der Spielzeit 2019/20 im Menü: Ein tiefer Blick in die hauseigene Glaskugel. Prognosen, Überraschungen und Enttäuschungen... garantiert goldrichtig.

von NBACHEFSQUAD  | 25. Okt, 2019


Beast of the East

Anno Haak @kemperboyd: Ich bin nach einem Spätherbst voller ermüdender und ergebnisloser Wanderungen durch den Zahlenwald zur Klärung so weit zu würfeln. Auf der Sechser Seite steht die gefühlt im Schnitt Sieben Fuß große Lineup der Sixers, auf der Fünfer Seite die Bucks und ihr MVP. Am Ende aber bricht oder reißt wahrscheinlich – Gott bewahre – bei Embiid oder Simmons irgendwas und Stevens findet sein Mojo wieder. Also komm, weil Oktober ist und ich es besser weiß, lege ich einen Außernseitertipp auf den Scheit: Celtics.

Gerrit Lagenstein @GAL_Sports: Die Milwaukee Bucks hatten im Vorjahr neun Siege mehr als die Philadelphia 76ers und haben die Truppe im Sommer im Großen und Ganzen zusammengehalten. Für mich führt daher kein Weg an der Brauereistadt vorbei. Kerngesund und in einer Playoff-Serie könnten die Karten neu gemischt werden. Die konstante Dominanz über 82 Spiele traue ich den Sixers aber nicht in dem Maße zu wie den Bucks, die genau das vergangenes Jahr gezeigt haben.


Stefan Dupick @hoopsgamede: Die reguläre Saison gewinnen die Bucks und sichern sich den Heimvorteil im Osten. Dieser nutzt in den Playoffs gegen die 76ers leider nichts. Philly überzeugt mit Defense und sichert sich den ersten Conference Titel seit AI.

Jan Wiesinger @WiesiG: Hier dürfte ein wenig strittiges Duell zwischen den Milwaukee Bucks und den Philadelphia 76ers anstehen. Für mich gehen die Sixers aus dem Osten als Sieger hervor. Im Gegensatz zu den Bucks haben diese sich nachhaltig verstärkt und alles andere als der Sieg im Osten würde schon fast einer Enttäuschung gleichen. Der Rest vom Ost-Schützenfest wird es gegen diese beide Teams in der Postseason sehr schwer haben.

Daniel Schlechtriem @W14Pick: An der Stelle spiele ich gerne Advocatus Diaboli, leider findet sich kein brauchbares Argument, das gegen einen Zweikampf zwischen den Bucks und den Sixers spricht. Die Pacers sind selbst mit Oladipo nicht so weit, gleiches gilt für die Heat und Butler, die Raptors ohne Kawhi sowie die Nets ohne Durant. Einzig die Celtics haben zumindest das Potential, den designierten Conference Finalisten einen Strich durch die Rechnung zu machen, dazu muss aber bis zur Trade Deadline noch was passieren.


Best in the West

Haak: Die LA Clippers. Sie haben, was man braucht: Zwei Stars, tiefe Bank, willige (Klein-) Rollenspieler großer Qualität wie Lou „Bankkaufmann“ Williams und Patrick „spann noch ein neues Blatt auf die Nervensäge“ Beverley (don't call me Beverly). Selbst Vonderbankrunterfaller wie Patterson und Harkless scheinen nach ersten Eindrücken (jaja, Overreaction Mittwoch) wieder produktive Mitglieder der NBA-Gemeinschaft werden zu können. Rivers ist der beste Coach neben Kerr und Pop im Westen. Das Einzige, was zwischen der Ex-Loser-Franchise und O'Brien steht, ist die Krankenakte von Paul George.





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Lagenstein: Denver muss nicht sonderlich tief graben, um seine Goldnuggets zu finden. Am Ende der Saison 2019/20 werden Nikola Jokić und Co von der Spitze der Western Conference grüßen. Sie sind das homogenste Team und müssen sich wegen ihres jungen Alters nicht in dem Sinne um das Schonen ihrer Stars kümmern wie die beiden LA-Teams. Auf der Kehrseite dieser Medaille könnte die mangelnde Erfahrung in den Playoffs wieder zum Problem werden. Aber soweit sind wir noch nicht.

Dupick: Lakers oder Clippers? Utah oder Denver? Oder doch die Rockets? Der Westen ist nicht nur komplett offen, sondern auch extrem spannend! Ich möchte auch die Warriors nicht abschreiben und gebe zudem den Blazers gute Chancen – allerdings erst nach den beiden Win-Now-Moves zur Trading-Deadline (Love? Gallo? Gasol? Iggy?...), die das Team braucht. Da ich mich aber festlegen muss, gehe ich mit meinen Lakers, nicht das beste Team, aber das beste Duo der Liga!

Wiesinger: Hier gibt es einige ernstzunehmende Kanditaten: Die Wahl fällt in diesem Fall auf die LA Clippers, die mit zwei absoluten Superstars aufwarten können, die an beiden Enden des Feldes den entscheidenden Unterschied machen werden. Der Kader ist ausgewogen, defensiv bereits gut abgestimmt und mit einer fulminanten Bank ausgestattet. In der letzten Saison gewannen die Clippers 48 Spiele ohne echten Star und stellten die Warriors lange vor Probleme. In diesem Jahr ist verstärkt mindestens der West-Titel drin.

Schlechtriem: Ich nenne vier Teams: Die Nuggets, Jazz, Clippers und Rockets. Erstgenannte werden in der Regular Season voranschreiten, in den Playoffs aber gegen Letztgenannte Schwierigkeiten bekommen. Die Duos Leonard/George und Harden/Westbrook entscheiden die Western Conference Finals, selbst wenn sie schon vorher aufeinander treffen.


Surprise, Motherf...

Haak: Die Indiana Pacers. Ich will niemanden ins Fanboy-Eck stellen, aber 50 Siege mit Oladipo (angeblich nur) bis Dezember raus? Nein. Selbst wenn er mit dem Christkind zurückkehrt, hat er dann elf Monate keinen Ball in der Hand gehabt und wird sich in Form zurückzocken müssen. Und selbst wenn auch das schnell gelingt: warum soll diese Truppe besser als in den vergangenen zwei Jahren sein? Ich fürchte, da werden Over/Under-Wetten platzen.

Lagenstein: Ich will einfach, dass das Duo Dončić/Porzingis und damit die Dallas Mavericks funktionieren. Darum herum mangelt es vielleicht etwas an Star-Power, aber als wäre das je ein Problem für Head Coach Rick Carlisle gewesen. Mehr als Platz zehn im Osten, wie es das Chef-Orakel vorausgesagt hat, ist definitiv drin. Die Playoffs würden mich also nicht schocken.


Dupick: Und täglich grüßt das Murmeltier und getreu dem Motto „Don‘t mess with Pop“ landen die Spurs wieder in den Playoffs. Da das aber keine wirkliche Überraschung ist, gehe ich mit den Bulls. Das Team hat sein Point Guard Problem gelöst und hat einen ordentlichen Front Court. Wenn LaVine jetzt noch die Anzahl dummer Würfe reduziert, dann können die Bulls im Osten mit den Playoffs flirten.

Wiesinger: Das grundstäzlich über jeden Zweifel erhabene Orakel prophezeit für die Oklahoma City Thunder magere 28 Siege gegenüber 54 Niederlagen. Für die Playoffs wird es zwar nicht ganz reichen, aber fünf Siege mehr sollten bei einem erwartbaren Saisonverlauf durchaus drin sein. Einige Spieler könnten sich dabei in der ersten Saisonhälfte durch gute Leistungen ins Schaufenster stellen und für größere Aufgaben bei Titelanwärtern empfehlen.

Schlechtriem: Die Orlando Magic waren schon letztes Jahr eine der Überraschungsmannschaften und das können sie wieder sein. Die Qualität hinter dem Spitzenduo des Osten sinkt stark, Coach Steve Clifford hat seine Truppe gut im Griff und brauchbares Talent ist zuhauf vorhanden. Es fehlt ein wenig Feuerkraft, doch das lässt sich bis Februar beheben. Wenn von der ersten Linie der Verfolger keiner will, starten die Magic einen Angriff auf Platz vier oder fünf.


Free Fallin'

Haak: Die Hornets. Kemba Walker durch „Scary Terry“ zu ersetzen, sieht nach einem Rebuild-Move aus. Ist aber wohl als Retooling gedacht, wenn man die scary Größe des Vertrags zum Maßstab nimmt. Dass das ernst gemeint ist, bringt mich zum Lachen, aber wie dem auch sei: von gehobenem Mittelmaß wird es ans Ende der sportlichen Nahrungskette gehen. Zum Luxustarif, wie man nicht zu erwähnen unterlassen sollte.

Lagenstein: Wenn ein Team fünf Jahre in Folge in den Finals stand, muss es nicht viel falsch machen, um in der Tabelle zu fallen. Die Dynastie der Golden State Warriors ist vorbei. Vielleicht haben sich Steph Curry und Draymond Green damit abgefunden, wenn nicht wird es ein böses Erwachen geben. Ob das im harten Westen in der Lottery oder in einem Erstrunden-Aus endet, wird sich zeigen. So oder so wird sich die Bay Area aber erstmal daran gewöhnen müssen, im Mai/Juni nicht in die Halle strömen zu können.

Dupick: OKC wird im Vergleich zum Vorjahr abstürzen, aber das ist ok. Die Thunder verfügen noch immer über einen soliden Kader und haben in SGA bereits einen wichtigen Pfeiler für die Zukunft. Es wird spannend zu beobachten, ob es im Laufe der Saison weitere Deals (CP3 > Miami? Gallo > Portland? Adams > Boston?) geben wird.

Wiesinger: Wie im Vorjahr setze ich erneut auf die Los Angeles Lakers. LeBron ist sportlich längst auf dem absteigenden Ast und der Kader lässt im Vergleich mit anderen hochgewetteten Teams doch einige Grundbedürfnisse unbefriedigt. Unruhe ploppt dadurch schon in der Saison wie von selbst bei Gelb-Lila auf. Die Lakers gewinnen damit maximal 48 Spiele und in der ersten Playoffrunde ist Schluss.

Schlechtriem: Gemessen an den Erwartungen? Die Lakers. Die Vorhersagen mit Lila-Gold als Championship-Anwärter amüsieren mich. Schauen wir uns doch den Kader mal an: Ein alternder LeBron, ein immerverletzter Anthony Davis, dazu Spezialisten wie Rajon Rondo, Dwight Howard, Kentavious Caldwell-Pope oder Avery Bradley, die anderswo aus guten Gründen rausgeflogen sind respektive nicht mehr gewollt waren. Hoffnungsträger ist dann ein 24-Jähriger, der noch kein Playoff-Spiel absolviert hat. Und die sollen gleich im ersten Anlauf die Championship holen? Sorry, das reicht nicht für die Conference Finals, viel wahrscheinlicher nicht mal über die erste Runde hinaus.



MVP 2020

Haak: Embiid, Antetokounmpo und Harden sollten die Favoriten sein/bleiben, Leonard und James vom Load Management und der Stimmverteilung zwischen ihnen selbst und dem Co-Star ausgebremst werden. Mein Dark Horse schmeißt Bälle vom Parkplatz durch Reusen, als würde er Murmeln Richtung Wand chippen. Die letzten beiden Saisons, die er ohne Kevin Durant an seiner Seite spielen und werfen konnte, wurde er... na? EmVieePiee. Die mindestens 50 Siege, die normaler Weise vorausgesetzt sind, werden vielleicht schwierig, ansonsten: Welcome back, Stephen Curry!

Lagenstein: Giannis Antetokounmpo war letztes Jahr der dominanteste Spieler des dominantesten Teams. Giannis Antetokounmpo wird dieses Jahr der dominanteste Spieler des dominantesten Teams sein. 2018/19 reichte das um MVP zu werden. Ich sehe kein Szenario, warum sich daran etwas ändern sollte.

Dupick: Steph Curry wird Fabelzahlen liefern, hat aber das Problem, dass die Warriors kein Top 5 Team sind, daher gehe ich mit Giannis. Der „Greek Freak“ wird sich erneut verbessern und liefern.

Wiesinger: Stephen Curry seine Ruhmeshallen-Eignung abzusprechen dürfte einen nachhaltigen Backlash für Herrn Jordan nach sich ziehen. Das hat insbesondere sportliche Gründe, denn Curry spielt in einem gänzlich veränderten Team und wird mehr Bälle und Würfe sehen. Neu-Warrior Russell wird Steph einige davon offen bescheren, die jeder andere gut gebrauchen könnte. Curry ballert auch so die Lichter aus, wird Scoring Champion und zum dritten Mal in seiner Karriere wertvollster Spieler. Da ist die Berufung in die Hall of Fame in einigen Jahren reine Formsache.


Schlechtriem: Dass ich voreingenommen bin ist kein Geheimnis, kein Grund also jetzt Giannis, Steph oder sonst wen zu nennen. James Harden hat letztes Jahr MVP-würdig abgeliefert, ebenso 2016 und 2017. Gäbe es einheitliche Maßstäbe, hätte er eine Auszeichnung mehr. Dieses Jahr zieht die Story von Giannis und den Bucks nicht mehr so sehr. Currys Warriors werden nicht genügend Siege holen, Kawhi fällt wegen Load Management raus. Bleiben noch Embiid und Harden. Einer von beiden wird's machen. Mein Favorit ist bekannt.