19 Januar 2020

19. Jan, 2020


Jetzt wird vorbereitet. Der Januar ist der Anbahnungsmonat. Was hier passiert, dient als Grundlage der Deadlineknüller, oder ergibt wenig Sinn. Was in welche Kategorie gehört, erklärt der Hilfskoch aus der NBAChef-Küche. Heute: Peachtree Knicks“ und „Jody Allen saves her heritage.

von ANNO HAAK @kemperboyd | 19. Jan, 2020


Hawks – Timberwolves

Hawks: Jeff Teague, Treveon Graham
Timberwolves: Allen Crabbe

Der Social-Media-Code für „Was für einen überlriechenden Haufen veganer Düngerpracht haben Sie denn da gebaut“ lautet „Ich habe Fragen“. Da meine Kreativität an diesem allzu kurzen Wochenende auf dem Niveau der Tradeplaner der Hawks ist, sei es sodenn: ich habe Fragen.

Fraglos haben die Hawks mit ihrer Bank größere Probleme als Geldhäuser mit EU-Stresstests. Sitzt der einzige überdurchschnittliche Spieler Trae Young, ist die Hawks Offense ein nicht allzu amüsanter Witz (Young-Off-Wert ORtg: 91,3 per NBA Stats (Stand 19.01.2020).

Ergo: Ja, ein besserer Backup als Evan Turner, der nicht selten die Pflichten der Spielgestaltung übernehmen musste, wenn All-Star Young saß, hätte auf einer To-Do-Liste von GM Travis Schlenk relativ weit oben ein Plätzchen finden können.


Nur, der bald 32-jährige Teague passt bei aller verständlichen Nostalgie über die sieben Jahre Hawks zwischen 2009 und 2016 überhaupt nicht in das, was man heutzutage „Zeitschiene“ zu nennen scheint. Seine All-Star Vergangenheit in der Perle des Südens mag in hübscher Erinnerung geblieben sein. Aber die Hawks moved on, wie man so sagt, selbst seine Nummer 0 ist wieder vergeben. Neuaufbau ist angesagt.

Dass man dabei in der laufenden Spielzeit nicht den bisweilen erhofften nächsten Schritt gemacht hat, ist offensichtlich. Diesen Mangel der Spielzeit 2020, in der die Hawks eine der größten Enttäuschungen zu nennen sind, zu beheben, ist der Point Guard indes vollkommen ungeeignet. Die üble 9-32-Bilanz zu verbessern, ist Teague allein nicht mehr relevant genug. Und selbst wenn: Wozu? Spiele gewinnen ist keine Aufgabe derzeit in A-Town.

Der (zu große) Vertrag läuft im Sommer aus. Eine langfristige Zukunft des Guards in Atlanta wäre ergo noch zu organisieren, wenn man das denn will. Das ist zwar mit den im Trade mit importierten Bird-Rechten einfacher, aber: will man Teague im Sommer einen Vertrag anbieten, der nicht auch mit dem absehbaren Cap Space realisierbar wäre? Ich hoffe nicht.

Ihn im Sommer mit kleinem Geld als Mentor für Trae Young und Backup-Spielmacher (weiter) zu verpflichten, ist nicht die dümmste Idee im Universum. Nur hätte man das im Juli angehen können, ohne jetzt einen (noch schlechteren) auslaufenden Vertrag per „Hummeln im Po“-Trade wegzuschicken. Dass Allen Crabbe, den man einst als einen der übelsten Verträge des Sommers des Wahnsinn 2016 kannte, damit schon zum dritten Mal getradet wurde, zeigt auch, dass zwischen „untradebar“ und „Luke Ridnour im Sommer 2015“ nur das Label „auslaufend“ liegt.

Bleibt als Prämie Treveon Graham. Der war einer der ältesten Rookies, an die ich mich erinnern kann. Er war nahezu 23, als die Hornets ihn im Sommer, der Crabbe zum Multimillionär machte, drafteten. Die Entwicklung seitdem verlief weder explosionsartig noch überhaupt in die richtige Richtung. Sein Rookie-Deal läuf aus, die ca. 25 % 3P-Quote laden nicht zur Verlängerung ein, auch wenn das seinem Selbstbewusstsein wenig Abbruch tut.


Unabhängig davon ist nicht zu sehen, dass Graham jemals irgendetwas zwischen zwei über Hartholz hängenden Körben besser können wird als Kevin Huerter, Cam Reddish oder DeAndre' Bembry. Als Dreingabe nehme ich ihn gern, nur als Dreingabe in einem sinnlosen Trade ist er... tjanun, sinnlos.

Im kalten Norden sparen sie ca. zwei Mio. $ und öffnen einen Rosterspot. Die Timberwolves haben fünf der letzten 20 Spiele gewonnen und damit den Anschluss an den Kampf um Spiele im Mai schon nahezu verloren. Da sie aber mehr Geld, als Allen Crabbe auf dem Tagesgeldkonto hat, in Wiggins und Towns stecken haben, gelten sie zur herannahenden Deadline als Käufer. Vor allem D'Angelo Russell hat es Präsident Gersson Rosas und Konsorten angetan. Der Trade sorgt für minimal mehr Flexibilität bei der Jagd nach einer Baby-big three mit Mr. X neben den ersten Picks von 2014 und 2015.

Rechnung
Für die Hawks erscheint der Trade buchstäblich aus der Zeit gefallen wie Teagues alberne Doppelnull. Für die Woves bringt der Tausch nicht viel, aber wenig. Geld sparen und einen Spot öffnen macht aber im aktuellen Plan mehr Sinn. Vorteil T-Wolves.


Kings – Trail Blazers

Kings: Kent Bazemore, Anthony Tolliver, 2024 2nd Rd. Pick (POR), 2025 2nd Rd. Pick (POR)
Trail Blazers: Trevor Ariza, Caleb Swanigan, Wenyen Gabriel

So trafen sich wenige Monde vor der Deadline für Coups und entsprechenden Handel und Händel Pat und Patachon des Geldverbrennens. Die Blazers, immerhin Conference Finalist 2019, tun das noch mit einiger Berechtigung und (wenig) Sinn. Die Kings verplempern Jahr für Jahr per schierer Existenz Geld mit der Abwicklung ihres kleinen Basketballfamilienbetriebs.







Ein Beitrag geteilt von Sacramemeto Kings (@sacramentokings) am

Gerne doch. Der im Sommer ausgeschenkte Vertrag mit Trevor Ariza, der dem NBA Champion 2009 (TM) rund 13 Mio. $ p. a. 2019/2020 zuwies und ungarantiert nochmals so viel für 2020/2021, war nicht mal der dulligste Vertrag der Kings in den letzten Jahren. Was mehr über die Kings als Ariza sagt. Jetzt wollte man den Deal abgeben, um mehr Flexibilität für einen Dedmon-Trade zu haben ((C) Woj) (?!?). Dedmon hatte man im Sommer mit 40 (VIER! ZIG!) Mio. $ aus Atlanta losgeeist.

So hatte man sich selbst und die Defense der Hawks (jeweils: einmal mehr!) zur Lachnummer gemacht. Vermutlich nachdem er nach der Versorgung aller Verwandten gerade eine freie Minute hatte und in den Marlboro-Geruch im Front Office hineinstolperte, realisierte er, dass die Kings die schlechtestgeführte Franchise seit dem Parfum von Aaron Hernandez sind und verlangte öffentlich einen Trade. Um den zu realisieren, brauchen die Kings wohl irgendwie Bausteine oder so, whatever.

Dass Bazemore, dessen bester Skill „Vertrag in 2020 auslaufen lassen“ ist, ein Baustein für einen gewinnbringenden Tausch für den unglücklichen Dedmon ist, steht kaum zu erwarten. Für 2020 notieren die Statheads in fast allen sagbaren Kategorien Karrieretiefstwerte auf 36 Minuten, und Bazemores Karriere war schon in den ersten sieben Jahren keine historisch bemerkenswerte.


In Portland war er von Überplayern wie Carmelo Anthony in dessen Jahr 17 nach rund 14 Monaten NBA-Pause redundant gemacht worden. Viel mehr muss man über seinen Wert nicht wissen. Warum sich die Kings bereit erklärten, den ebenfalls Minuskarrierewerte in jeder Spalte organisierenden Anthony Tolliver aufzunehmen, dessen Vertrag – immerhin – ebenfalls ausläuft, weiß auch der Basketballgott vermutlich nicht genau.

Update 20.01.2020: die Kings schicken des Weiteren Caleb Swanigan nach Portland. Ja, ganz recht: den Caleb Swanigan, den sie vor einem Jahr aus Portland holten. Dazu kommt ein Spieler nachnamens... Gabriel, der so hoffnungsvoll ist, dass Wojnarowski ihm einen falschen Vornamen gab, keine Pointe. Man muss eben Raum schaffen, um Dedmon loswerden zu können. Die lilane S**tshow is back at it again.

Portland möchte gern Geld sparen. Das, man mag es angesichts der Aufnahme von Trevor Ariza kaum glauben, gelingt mit diesem Deal. Nach Berechnungen von Menschen, die wandelnde Cap-Taschenrechner sind, spart Mrs. Allen mit dem Tausch rund sieben Mio. $ Luxussteuer. Dazu ist Ariza summa summarum der beste Spieler im Trade und sein Deal kann im Sommer de facto terminiert werden.

Update 20.01.2020: Als Gesichtswahrer für die Kings verschifft Portland zwei Zweitrunden-Picks nach Sactown, was an meiner Bewertung schon im Lichte der Drafthistorie der Kings wenig bis nichts zu ändern vermag.

Rechnung
Der Semiliebling von Hipster NBA Twitter Sommer 2019 ist zurück im gewohnten Sinnlosmodus. Glasklarer Vorteil: Blazers.