07 Februar 2020

7. Feb, 2020


Der Deadline-Day 2020 ist Geschichte und hat in D'Angelo Russell, Andre Iguodala, Andre Drummond und Clint Capela einige namhafte Protagonisten gefunden. Aber auch darüber hinaus lieferte uns die NBA eine aufsehenerregende und abwechslungsreiche Trading Season. Das #NBACHEF Recap fasst für euch das Geschehen rund um die Trade Deadline zusammen und nennt Gewinner und Verlierer.

von DANIEL SCHLECHTRIEM @W14Pick | 7. Feb, 2020


Zahlen, bitte

  • Am Tag der Deadline gingen neun Trades über die Bühne, in der Deadline-Woche waren es zwölf Deals – deutlich weniger als im Vorjahr (22).
  • Hauptgrund dafür: Insgesamt waren nur 16 der 30 Teams mindestens an einem Trade beteiligt (letztes Jahr 24). Besonders aktiv waren: Die Atlanta Hawks mit gleich vier Deals, zwei davon allerdings Dump-Trades. Die Denver Nuggets, Golden State Warriors, Houston Rockets, LA Clippers, Memphis Grizzlies, Minnesota Timberwolves, Philadelphia 76ers und Washington Wizards fädelten immerhin zwei Trades ein.
  • Drei der zwölf Trades beinhalteten drei oder mehr Teams, der Vier-Team-12-Spieler-Deal um Clint Capela und Robert Covington war der erste seit dem Jahr 2000 (Patrick Ewing zu den Seattle Supersonics) mit diesem Volumen.
  • An überhaupt keinem Trade in der Deadline-Woche beteiligt waren: die Boston Celtics, Brooklyn Nets, Charlotte Hornets, Chicago Bulls, Dallas Mavericks, Indiana Pacers, Los Angeles Lakers, Milwaukee Bucks, New Orleans Pelicans, Oklahoma City Thunder, Phoenix Suns, San Antonio Spurs, Toronto Raptors und Utah Jazz.
  • Der voluminöseste Vertrag, der um die Deadline bewegt wurde, ist der von Andrew Wiggins mit rund 27,5 Mio. $ Jahressalär 2019/20, dicht gefolgt von D'Angelo Russell mit 27,3 Mio. $ und Andre Drummond mit 27,1 Mio. $.
  • Für die größte Fluktuation sorgten die Minnesota Timberwolves, die gleich sechs vor der Deadline unter Vertrag stehende Spieler abgaben und sieben neu begrüßten. Platz zwei geht an die Denver Nuggets, die vier Spieler wegschickten und fünf neue aufnahmen.
  • Insgesamt gingen rund um die Deadline 40 Spieler mit einem Volumen von etwas über 339 Mio. $ (Gehalt 2019/20) über die Ladentheke, aufgrund der Passivität einiger Teams ebenfalls deutlich weniger als im Vorjahr (59 Spieler, 477 Mio. $). Jordan Bell und Shabazz Napier wurden gleich zwei Mal getradet, von den Timberwolves zu den Rockets bzw. Nuggets weiter zu den Grizzlies bzw. Wizards.
  • Auch einige Draft Picks wechselten ihre Besitzer: 16 Picks wurden getradet (letztes Jahr 28), manche jedoch mit starker Protection. Vier Erstrunden-Picks wechselten den Besitzer, wobei drei davon gleich dieses Jahr greifen. Außerdem wurde ein Mal ein Pick-Swap Recht eingeräumt. Da dies aber die Knicks betrifft, die mit den Clippers 2021 den First Rounder tauschen können, sofern sie eine bessere Bilanz aufweisen, ist das zu vernachlässigen.
  • Die meisten und auch den signifikantesten Pick sammelten die Warriors ein. Golden State wird 2021 in der ersten Runde an Stelle der Timberwolves ziehen (Top-3 Protection), außerdem gingen teils über Umwege gleich vier 2nd Round Picks von den 76ers sowie den Timberwolves in die Bay Area.
  • Die beiden 2nd Round Picks (2022 und 2024), die die Hawks im Zuge ihrer Dump-Trades an die Clippers bzw. Trail Blazers abgaben, werden mit ziemlicher Sicherheit nicht greifen (Top-55 Protection).
  • Außerdem wurden die Draft-Rechte an einem internationalen Spieler getauscht: Issuf Sannon (20 Jahre, 44. Pick im Draft 2018, spielt derzeit in der Ukraine) wird für die Knicks statt Wizards spielen – sofern er je in die NBA wechselt


Die Verlierer

#3: Los Angeles Lakers
Wie erwartet bahnte sich ein Wettbieten um die Dienste Marcus Morris' an, das nicht die Lakers sondern der Stadtrivale gewann, weil Lila-Gold sich weigerte, Kyle Kuzma auf die Waagschale zu werfen. Das mag angesichts von Morris auslaufendem Vertrag aus wirtschaftlicher Sicht nicht unvernünftig gewesen sein, verbessert ihre Karten im Championship-Rennen 2020 jedoch keineswegs. Denn ausgerechnet die Clippers haben nun eine zusätzliche Waffe gegen LeBron James, während um diesen herum weiterhin Athletik auf dem Flügel und der Spielmacherposition fehlt. Kein Marcus Morris, kein Derrick Rose, kein Andre Iguodala. Stattdessen weiterhin ein Fragezeichen hinter Kuzma. Um auf dem Buyout-Markt aktiv zu werden, müssen die Lakers sogar einen garantierten Vertrag streichen und trotzdem bezahlen.

#2: Detroit Pistons
Dass die Pistons in Andre Drummond ihren dienstältesten Spieler und zweifachen All-Star tradeten war letztlich weniger schockierend als der erzielte Erlös. Zwei irrelevante Spieler mit hohen, auslaufenden Verträgen sowie ein später 2nd Round Pick 2023. Die sportliche Führung in der Motorstadt muss selbst fassungslos gewesen sein, für den 26-Jährigen so gar nichts von Wert erhalten zu haben. Weil jedoch die Sorge zu groß war, der Center könne seine Player Option in Höhe von 28,8 Mio. $ im Sommer ziehen, ließen sie ihn lieber umsonst gehen. Auch wenn es zum jetzigen Zeitpunkt der richtige Schritt ist, müssen sich die Pistons vorwerfen lassen, das richtige Timing für einen Trade Drummonds verpasst zu haben bzw. seinen Marktwert exorbitant überschätzt. Der Weg zum Rebuild ist nun frei und wird in Blake Griffin mutmaßlich zeitnah ein weiteres prominentes Opfer finden. Das ist aber auch die einzige gute Nachricht.


#1: Andre Drummond
Stellvertretend für alle Big Men der Liga. Die Tendenz zum Aussterben der klassischen Ringbeschützer ist längst nicht mehr zu übersehen, die Houston Rockets treiben das Spiel ohne klassischen Center bereits an die Spitze und manch einer wird ihnen folgen. Für wuchtige Center wie Drummond bedeutet das einen massiven Einschnitt in der Nachfrage nach ihren Fähigkeiten. Der inexistente Gegenwert muss nicht nur den 2,08 Meter Koloss selbst ins Grübeln bringen, sondern Center mit ähnlichem Körperbau und Spielstil. Das Spiel verändert sich – die Bigs der Liga haben es zur Deadline vor Augen geführt bekommen. Für Center ohne Wurf, ohne abnorme Athletik und ohne vertikales Spacing wird bald schon nur wenig bis kein Platz mehr in der NBA sein.



Die Gewinner

#3: LA Clippers
Der „kleine Bruder“ hat mit der Addition von Marcus Morris die eigenen Ansprüche auf die Stadtherrschaft und vor allem die Championship 2020 nachdrücklich unterstrichen. Moe Harkless zu verlieren steckt LA ebenso locker weg wie den Draft Pick ganz am Ende der ersten Runde oder den Abgang von Jerome Robinson (wer?). Indem sie Derrick Walton Jr. kostengünstig abgeschoben und den im Zuge des Morris-Deals akquirierten Isaiah Thomas direkt entlassen haben wird sogar ein Platz im Roster frei, sodass LA auch auf dem Buyout-Markt mitmischt und den Lakers womöglich außerdem noch den Rückkehrer Darren Collison (mehr dazu unten) wegschnappt.

#2: Minnesota Timberwolves
Die Wolves hatten große Hoffnungen, dass Gersson Rosas als neuer Präsidenten endlich die Wende zum Besseren einleite – den ersten Härtetest hat der Kolumbianer als Kopf der sportlichen Führung mit Bravour bestanden. Für den umworbenen Robert Covington das Maximum herausgeholt: Einen mittleren Erstrunden-Pick plus einen vielversprechenden jungen Spieler in Malik Beasley. In D'Angelo Russell einen Wunschspieler verpflichtet und damit den eigenen Franchise Player Karl-Anthony Towns glücklich gemacht (in der heutigen NBA nicht zu unterschätzen). Und am allerwichtigsten: Die miserablen Verträge von Gorgui Dieng und Andrew Wiggins sogar gewinnbringend veräußert. Minnesota wird diese Saison keine Rolle mehr spielen, ist jedoch auf gutem Weg, den für Russell geopferten Erstrunden-Pick 2021 mit einer anständigen nächsten Spielzeit etwas zu entwerten.







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#1: Miami Heat
„Der Pate“ hat es wieder getan. Miami war eigentlich kein offensichtlicher Trade-Kandidat und doch steht Pat Riley als der große Gewinner da. Die Additionen von Andre Iguodala und Jae Crowder (Solomon Hill ist zu vernachlässigen) schließen die Lücken auf dem Flügel und sorgen damit für Aufsehen in der Eastern Conference. Iguodala und Crowder sind schlachterprobte Veteranen, die der durchschnittlichen Verteidigung Auftrieb geben, ohne dabei die Top-10 Offensive zu beschädigen. Außerdem gingen mit Dion Waiter und James Johnson gleich zwei miese, bis 2021 laufende Verträge von Bord. Der einzige Preis, den Riley dafür bezahlt, ist der flexible, aber auch verletzungsanfällige Youngster Justise Winslow. Die Heat haben bewiesen, dass sie ohne Winslow erfolgreichen Basketball spielen. Dass Riley für ihn einen solchen Preis rausholt, wäre nur noch mit der Erweiterung des Trades um Danilo Gallinari zu toppen gewesen. Aber auch ohne den Italiener sind die Heat strahlender Gewinner der Deadline und nun erst recht ein ernstzunehmender Faktor im Kampf um die Eastern Conference Finals.



Das „WAS?! Die haben keinen Trade gemacht?“ – Ranking

#3: Chicago Bulls
Für ein Team im Rebuild ergeben sich zur Deadline immer Möglichkeiten, entweder einen schlechten Vertrag aufzunehmen, einen Draft Pick zu ergattern oder wenigstens die Payroll zu senken. Das gilt auch für Chicago: Thaddeus Young, die angehenden Restricted Free Agents Kris Dunn und Denzel Valentine – oder ein Dump-Trade um den entbehrlichen Topverdiener Otto Porter Jr. (Player Option über 28,5 Mio. $ im Sommer)... stattdessen gar nichts. Die festgefahrene Situation der Bullen unterstreicht die Planlosigkeit ihrer sportlichen Führung und wird den Rebuild weiter in die Länge ziehen. Der begabteste Spieler im Kader, Lauri Markkanen, wird langsam ungeduldig. Die Bulls-Fans ebenso.

#2: Boston Celtics
Eine Vielzahl an Picks, junge Spieler und eine Planstelle auf der Center-Position. Die Kelten hatten eigentlich alle Prämissen für einen Trade vorliegen und bemühten sich angeblich auch nachdrücklich um Dāvis Bertāns von den Wizards sowie Christian Wood von den Pistons. Ohne Erfolg. Ein Plan-B scheint es nicht gegeben zu haben, denn Boston geht zum zweiten Jahr in Folge ohne Deadline-Trade ins letzte Saisondrittel, hat für diese Saison 15 garantierte Verträge im Aufgebot und damit nur mit der Entlassung eines ihrer jungen Spieler die Möglichkeit, auf dem Buyout-Markt nachzurüsten, fürs nächste Jahr bereits 12 garantierte Verträge fix (die Player Optionen von Gordon Hayward und Enes Kanter sowie der nicht-garantierte Deal von Daniel Theis eingerechnet) und im Sommer wieder drei Erstrunden-Picks sowie mindestens einen 2nd Round Pick. Der Stillstand zur Deadline wird „Trader Danny“ zwingen, in der Draft-Nacht aktiv zu werden.


#1: Oklahoma City Thunder
Die Thunder sind die positive Überraschung der Saison und haben sportlich allen Grund, ihren unorthodoxen aber funktionalen Kader mit vielen Point Guards und wenig Wings zusammenzuhalten. Aus kaufmännischer Sicht ist diese Entscheidung jedoch etwas kritischer zu betrachten: OKC bezahlt seit Jahren die Repeated Tax, ohne Aussicht die erste Playoff-Runde zu überstehen, was auch 2020 der Fall ist. Die Deadline war die Chance, unter die Luxussteuergrenze zu gelangen, etwa mit einem Trade um den auslaufenden Vertrag Danilo Gallinaris, der im Sommer angesichts der dann immer noch hohen Payroll schwierig zu halten sein wird. An Angeboten kann es nicht gemangelt haben und der Marktwert für die weiteren Ammos, etwa Dennis Schröder oder Steven Adams, wird nicht mehr steigen, kann im Falle einer Verletzung sogar drastisch sinken. So wählt GM Sam Presti das Risiko und verlässt sich ebenso wie Bostons Danny Ainge darauf, rund um den Draft einen besseren Deal zu finden.


Buyouts

Die „Deadline nach der Deadline“ geht nahtlos ineinander über, schon vor Donnerstag, 21 Uhr wurden erste Entlassungen bekannt. Mehrere Klubs mit gehobenen Ansprüchen spekulieren darauf, auf dem freien Markt kostengünstig qualitatives Personal zu finden. Playoff-Teams können bis zum 1. März nachrüsten, später verpflichtete Spieler sind für die Postseason nicht zugelassen. Um einen Spieler vom freien Markt aufzunehmen haben die Warriors drei freie Plätze, die Cavs, Clippers und Rockets je zwei, die Hawks, Thunder, Magic, Trail Blazers und Kings je einen.

Rund ums Ende des Transferfensters wurden die ersten Entlassungen publik. Kurz nach oder schon vor der Deadline entlassen wurden Derrick Walton Jr., Nenê und Chandler Parsons (alle Hawks), Jonah Bolden und Trey Burke (beide 76ers) sowie Tim Frazier (Pistons). Dion Waiters (Grizzlies) und Isaiah Thomas (Clippers) werden in Kürze folgen. Schon vor der Deadline traf es Jeff Green (Jazz) und Justin Patton (Thunder).


Weitere Kandidaten für einen Buyout sind:

Evan Turner: Der von den Hawks zu den Wolves transferierte Flügelspieler hat 2019/20 aus diversen Gründen nur 19 Partien und 251 Minuten insgesamt absolviert, wird derzeit als Day-to-Day gelistet, also bald immerhin wieder einsatzfähig. Turner spielte bereits letztes Jahr für die Portland Trail Blazers die numerisch schlechteste Saison seiner durchwachsenen Karriere. Dass die sich im Aufbruch befindlichen Wölfe Verwendung für den 31-Jährigen finden ist eher fragwürdig, eine schnelle Trennung und Vertragsauflösung wahrscheinlicher.

Reggie Jackson: Ebenso wie Turner sitzt auch Jackson auf einem auslaufenden 18 Mio. $ schweren Vertrag, den er in dieser Höhe im kommenden Sommer keinesfalls bestätigt bekommen wird. Die Pistons haben mit dem Drummond-Trade den ersten Schritt in Richtung Rebuild vollzogen und werden nicht mehr mit dem bald 30 Jahre alten Jackson planen. Das fünf Jahre andauernde Missverständnis wird somit womöglich vorzeitig beendet, für ein Playoff-Team mit Bedarf nach einem offensivstarken Einser ist Jackson sicherlich eine Option. Pistons GM Ed Stefanski verneinte bislang Fragen nach einem Buyout Jacksons, auch mit den Veteranen Markieff Morris und Langston Galloway will Detroit die Saison nach Angaben Stefanskis beenden. Sollten sich jedoch Interessenten beim jeweiligen Agenten der betroffenen Spieler melden, kann sich das schnell ändern. Die für Drummond akquirierten Brandon Knight und John Henson werden in den Langzeitplanungen der Motorstadt ebenfalls keine Rolle spielen und könnten daher zeitnah aus ihren Verträgen gekauft werden.

Michael Kidd-Gilchrist: Die Hornets gehören zu den Klubs, die zur Deadline sicherlich gerne einen Deal gemacht hätten, auch ohne großen Gegenwert, deren Ammos jedoch schlichtweg nicht vermittelbar waren. So zum Beispiel MKG und sein auslaufender Vertrag über 13 Mio. $, die keine Mannschaft für einen Flügelspieler ohne Wurf auf den Tisch legt. In Queen City spielt der zweite Pick des 2012 Drafts längst nur noch eine Statistenrolle, daher erscheint der Buyout bei dem Charlotte ein paar grüne Scheine spart und Kidd-Gilchrist anderswo empfehlen kann ein gangbarer Weg. Die Dallas Mavericks sollen nicht abgeneigt sein, dem erst 26 Jahre alten Wing eine Chance zu geben. Kidd-Gilchrists Teamkameraden Bismack Biyombo und Marvin Williams (beide ebenfalls mit einem hoch dotieren, auslaufenden Kontrakt ausgestattet) kommen ebenfalls für einen Buyout in Frage.

Tyler Johnson: Die Phoenix Suns waren im Rennen um Platz drei des „WAS?! Die haben keinen Trade gemacht?“–Rankings, weil Phoenix allerdings weniger überzeugende Mittel zur Verfügung hat beziehungsweise unter weniger Handlungsdruck steht als die anderen Kandidaten reichte es nicht für einen Spitzenplatz. Da Phoenix längst aus dem Playoff-Rennen ausgeschieden ist, stellen sich Fragen nach Buyouts automatisch. Wahrscheinlichster Kandidat: Tyler Johnson, der auf einem auslaufenden 19,2 Mio. $ Vertrag sitzt und bei den Suns nicht mehr zum Zuge kommt. Das ligaweite Interesse am 27-jährigen Combo Guard wird sich in Grenzen halten, für Phoenix ergibt eine vorzeitige Trennung dennoch Sinn.

Courtney Lee: Der einst elitäre Flügelverteidiger war für die Mavs nur noch bis zur Deadline relevant, um mit seinem relativ hohen Gehalt (12,8 Mio. $) einen Trade möglich zu machen. Weil es nicht dazu gekommen ist, steht ein vorzeitiger Abschied im Raum. Lee befindet sich mit seinen 34 Jahren im Spätherbst der Karriere und muss abwägen, ob er sich anderswo höhere Chancen auf einen Vertrag im Sommer ausrechnet. In Dallas reicht es nur noch für Garbage Time, im Januar stand Lee in gerade einmal zwei Partien auf dem Feld.

Weitere Kandidaten für einen Buyout: Skal Labissiere (Hawks), Matthew Dellavedova (Cavaliers), Noah Vonleh (Nuggets), Kyle O'Quinn (76ers), Yogi Ferrell (Kings), DeMarre Carroll (Spurs) und Stanley Johnson (Raptors).


Comebacks

Umgekehrt sieht es bei Point Guard Darren Collison aus, bis 2019 aktiv für die Indiana Pacers. Collison entschied sich vergangenen Sommer, zugunsten seiner religiösen Betätigungen die Sneaker an den Nagel zu hängen, scheint nach nur einem halben Jahr nun doch genug vom Klinkenputzen zu haben und eine Rückkehr aufs Parkett zu erwägen.

Der in Südkalifornien wohnhafte Collison will seine Heimatregion nicht verlassen, somit kommen einzig die Lakers und Clippers für ihn infrage. Beide Mannschaften haben auf seiner Position Bedarf beziehungsweise Verbesserungspotential und sind offenbar an den Diensten Collisons interessiert. Auch wenn er selbst die Chancen auf 50/50 beziffert, sieht es derzeit doch deutlicher nach einem Wiedersehen mit dem orangenen Spalding aus.

Die Lakers werden derweil einem weiteren prominenten Ex-Spieler eine Chance geben: J.R. Smith, der mit LeBron James 2016 die Championship gewann, soll in Kürze vorspielen.