22 Juli 2020

22. Jul, 2020


Willkommen zur Award-Jahreszeit! Während sich die 22 besten Teams der beiden Conferences auf die sportliche Ausnahmesituation in der Orlando-Bubble vorbereiten, gilt es für uns, der „regulären“ Regular Season Revue passieren zu lassen. Im Countdown auf den Re-Start der Saison 2019/20 hat die #NBACHEF Redaktion ihre Favoriten in den sechs bekannten Kategorien gewählt.

von JONAS RÖHRIG @jonasRo19 | 22. Jul, 2020


Und der Preis für den meistverbesserten Spieler geht an...

Most Improved Player:
Brandon Ingram (New Orleans Pelicans)

Stats ‘19/20: 
24,3 PPG | 6,3 RPG | 4,3 APG | 1,0 SPG | 0,7 BPG | 46,6% FG | 85,8% FT in 56 gm.

Highlights:
- Plus sechs Punkte, 5,7% von der Dreier- und 18,3% von der Freiwurflinie im Vergleich zum Vorjahr
- Career Highs in Punkten (49), Rebounds (15) und Assists (11)
- Erste All-Star Game Nominierung, nur fünf Frontcourt Spieler aus dem Westen bekamen insgesamt mehr Stimmen

Als Brandon Ingram im Draft 2016 an zweiter Stelle ausgewählt wurde, war der Hype um den damals 19-Jährigen riesig. Sein Spielstil und seine lange Arme (2,21 Meter Spannweite) sowie seine dürre Statur machten ihn schon vor seinem ersten Profispiel zum „nächsten Kevin Durant“. Dazu waren es ausgerechnet die Los Angeles Lakers, die ein Jahr nach dem Karriereende von Kobe Bryant (R.I.P) in Ingram ihren neuen Heilsbringer sahen.

Dessen Rookie-Saison war dann, gemessen an den (unfairen) Erwartungen, eine herbe Enttäuschung. In einem miesen Lakers-Team tat er sich schwer, seine Rolle zu finden und war den gegnerischen Flügelspielern mit seinen knapp 86 Kilogramm körperlich chancenlos unterlegen. Als Sophomore machte Ingram dann den von Zweitjahresprofis erwartbaren Entwicklungssprung, führte seine Lakers beim Scoring an und traf sehr gute 39% seiner Dreier. Doch mit der Ankunft von LeBron James im Sommer 2018 änderten sich die Ansprüche an ihn sowie die Lakers schlagartig.

Ingram spielte in der anschließenden Saison nicht wirklich schlecht und steigerte seine Punkteausbeute auf knapp 18 pro Spiel. Doch die hohen Erwartungen an ihn machten ihm zu schaffen, monatelang hielten sich Tradegerüchte um die jungen Stars der Lakers. Seine so starke Dreierquote brach ein und auch seine Rebound- und Assistzahlen gingen merklich zurück. Als Anfang März aufgrund einer Thrombose Blutgerinnsel in seiner Schulter gefunden wurden, beendete dies eine für ihn katastrophale Saison 18/19.

Nach dem offensiven Werben der Lakers um Anthony Davis war es nicht überraschend, dass Ingram im Sommer 2019 zusammen mit Lonzo Ball und Josh Hart nach New Orleans geschickt wurde. Die Situation in Louisiana hätte für ihn nicht besser sein können. Infolge der Verletzung von Zion Williamson in der Preseason wurde Ingram als erste Option im Angriff eingeplant und der Coachingstab um Alvin Gentry setze großes Vertrauen in den gerade mal 21-Jährigen.


Dieses Vertrauen zahlte er eindrucksvoll zurück und legte bis zur Unterbrechung in allen relevanten Statistiken Karrierebestwerte auf. Seine 24,3 Punkte bedeuten Platz fünf unter allen Forwards der Liga. Besonders beindruckend ist dabei seine wiedergefundene Sicherheit von der Dreierlinie. Nachdem er als Laker weniger als zwei Dreier pro Spiel nahm, drückte er diese Saison mehr als sechsmal pro Partie von Downtown ab und traf starke 38,7%.

Dieses neu gewonnenes Selbstbewusstsein zeigt sich auch an der Freiwurflinie, wo seine Karrierequote von knapp 66% stets für Verwirrung gesorgt hatte. Heuer zieht er mehr Fouls als je zuvor und verwandelt anschließend mit 86%iger Wahrscheinlichkeit, eine wirklich beeindruckende Steigerung. Defensiv ist Ingram zum ersten Mal in seiner Karriere kein klarer Minusfaktor mehr, sein leicht negatives Net-Rating (-0,3) zeigt aber, dass hier noch Entwicklungsspielraum vorhanden ist.

Sein Sprung unter die besten Offensivspieler der Liga macht Ingram zum verdienten Gewinner des NBACHEF Most Improved Player 2020 und es wird ihn sicher besonders freuen, dass er sich mit denkbar knappem Vorsprung gegen starke Konkurrenz durchsetzen konnte.


Abstimmungsergebnis:
1. Brandon Ingram (13)
2. Bam Adebayo (12)
3. Pascal Siakam (6)
4. Luka Dončić (5)
5. Devonte' Graham (3)
6. Jayson Tatum (2)
7. Richaun Holmes (1)

* Zum Abstimmungsverfahren: Jeder stimmberechtigte Redakteur wählt seine drei Favoriten und vergibt an diese je nach Präferenz drei, zwei oder einen Punkt.