26 Juli 2020

26. Jul, 2020


Willkommen zur Award-Jahreszeit! Während sich die 22 besten Teams der beiden Conferences auf die sportliche Ausnahmesituation in der Orlando-Bubble vorbereiten, gilt es für uns, der "regulären" Regular Season Revue passieren zu lassen. Im Countdown auf den Re-Start der Saison 2019/20 hat die #NBACHEF Redaktion ihre Favoriten in den sechs bekannten Kategorien gewählt.

von ANNO HAAK @kemperboyd | 26. Jul, 2020


Und der Preis für den wertvollsten Spieler geht an...

MVP:
Giannis Antetokounmpo (Milwaukee Bucks)

Stats ‘19/20: 
29,6 PPG | 13,7 RPG | 5,8 APG | 1,0 SPG | 1,0 BPG | 54,7% FG | 63,3% FT in 57 gm.

Highlights:
- 48 Siege in 57 Starts
- 52 Double-Doubles in diesen 57 Spielen, vier Triple Doubles
- Dominanteste 'unter-31-Minuten'-Saison der Geschichte

Der beste Spieler der Liga unter 30 und nichts anderes. Wenig verwunderlich, dass er sich in die recht illustre Reihe von bisher nur 11 Spielern mit back-to-back-Podoloffs einreihte, ginge es nach den Beitragsverfassern dieser kleinen aber feinen Basketballspielecke.

Antetokounmpo machte im Grunde alles, was er in der Saison 2018/2019 schon zeigte, nur noch eine Spur besser. Die 29 Punkte, 14 Rebounds und 6 Assists kamen in nur 30,9 Minuten zustande, für die drei besten Scoringperformances (50, 48 und 41) brauchte er zwischen nicht ganz 35 und 38 Minuten.

Der Freak macht mit bäriger Effizienz aus einem sehr guten ein überragendes Team. Schon wenn er sitzt, sind die Bucks netto das siebtbeste Team der Liga 2020, steht Giannis auf dem Parkett, sind sie historisch stark (Net-Rtg +16 per NBA Stats).

Das liegt neben den Offensivoutbursts vor allem daran, dass Antetokounmpo (auch das eine Doublette zur Vorsaison) neben dem MVP-Rennen eine erstzunehmende Rolle in der Diskussion um den besten Verteidiger der Saison spielt. Mit ihm auf dem Feld sind die Bucks mit 96 gefangenen Punkten auf 100 Besitze defensiv eine der Topmannschaften in knapp 80 Ligajahren.

Spätestens mit dem zweiten MVP-Titel blieben nur noch zwei Fragen offen, eine ist theoretisch, eine muss der Grieche selbst beantworten: ob die Bucks das dritte 70-Siege-Team der Geschichte geworden wären, hätte das Virus nicht den (verkürzten) Rest der Saison in die Mausblase gezwungen, wird ganze „What-if“-Podcast-Bibliotheken befüllen.


Die zweite: kann Giannis auch Titel? O'Brien, nicht Podoloff muss das Ziel sein. Der Totalzusammenbruch mit vier Pleiten ensuite gegen Toronto 2019 hat zumindest Zweifel keimen lassen. An Giannis, weil er gegen die Zonen der Saurier nicht belegen konnte, dass man ohne letales Wurfgame (insbesondere von jenseits der 7,24 Meter-Linie) Meisterteams anführen kann. Am Team, das auch weiter versucht (versuchen muss), mit Tiefe, aber ohne klaren zweiten Spieler aus dem obersten Regal den ersten Titel seit fast 50 Jahren in die Schatten der Brauereien zu holen.

2020 ist auch deshalb für alle Beteiligten von erhöhter Bedeutung, weil der wahrscheinliche Back-To-Back-MVP in nur einem Jahr frei entscheiden kann, wo er seine Karriere ab Jahr acht fortsetzen wird. Eine Meisterschaft – nicht die Bezeichnung als wertvollstre Spieler – würde die Wahrscheinlichkeit einer vorzeitigen Verlängerung in der Oktober-Free-Agency wohl (wenn auch nicht signifikant) erhöhen.

Derweil werden bei Clutch zum fünften Geburtstag von „this is for you“ und bei Riley zum 11. Geburtstag von „The Decision“ schon die Messer gewetzt. Die merkwürdige Blasenmeisterschaft in diesem Herbst wird ergo für die Bucks und ihren mit Abstand besten Spieler die bedeutsamste seit rund 40 Jahren. Vorweg aber herzlichen Glückwunsch an den Gewinner des sperrigsten Titels 2020: NBAChef-Back-To-Back-NBA-Most-Valuable-Player, eine Ehrung wie „The Alphabet“...


Abstimmungsergebnis:
1. Giannis Antetokounmpo (19)
2. LeBron James (13)
3. James Harden (6)
4. Luka Dončić (3)
5. Kawhi Leonard (1)

* Zum Abstimmungsverfahren: Jeder stimmberechtigte Redakteur wählt seine drei Favoriten und vergibt an diese je nach Präferenz drei, zwei oder einen Punkt.