24 Juli 2020

24. Jul, 2020


Willkommen zur Award-Jahreszeit! Während sich die 22 besten Teams der beiden Conferences auf die sportliche Ausnahmesituation in der Orlando-Bubble vorbereiten, gilt es für uns, der „regulären“ Regular Season Revue passieren zu lassen. Im Countdown auf den Re-Start der Saison 2019/20 hat die #NBACHEF Redaktion ihre Favoriten in den sechs bekannten Kategorien gewählt.

von MARC LANGE @godzfave44 | 24. Jul, 2020


Und der Preis für den besten sechsten Mann geht an...

Sixth Man of the Year:
Dennis Schröder (Oklahoma City Thunder)

Stats ‘19/20: 
19,0 PPG | 4,1 RPG | 3,7 APG | 0,7 SPG | 0,2 BPG | 46,8% FG | 83,9% FT in 63 gm.

Highlights:
- Hat in den letzten 50 Saisonspielen nur einmal nicht zweistellig gescored
- 17 Spiele mit mindestens 24 Punkten von der Bank
- Karrierebestwerte bei der Dreier- (38,1%) und Feldwurfquote (46,8%)

Der König wurde entthront! Nach drei Jahren in Folge geht der Sixth Man of the Year Award dieses Mal nicht an Lou Williams, sondern Germany’s very own Dennis Schröder. Der 26-Jährige ist damit der erste Deutsche, der eine NBACHEF-Auszeichnung erringt.

Dass Schröder die logische Wahl für diesen Award ist, beweist nicht nur seine rein individuelle Leistung. OKC sitzt auf Platz fünf im Westen. Ausgerechnet das Team, welches vor der Saison in Schriftgröße 72 „REBUILD“ auf der Stirn trug, gehört zu den Feel-Good-Stories der bisherigen Kampagne. Einen großen Teil zum unerwarteten Erfolg trug DS17 bei. Auch das hätte nicht unbedingt jeder erwartet.

Letzte Saison fiel der Aufbauspieler eher anhand durchschnittlicher Leistungen in Oklahoma auf. Das Trio Russell Westbrook, Paul George und Dennis Schröder harmonierte nicht wie von den Fans und den Verantwortlichen erhofft. Zu sehr ähnelten sich die Spielstile von Westbrook und Schröder. Der eine konnte nicht von dem anderen profitieren – und umgekehrt.

Doch seit den Abgängen der beiden Top-Stars blühte Schröder auf und gehört mittlerweile zu den Erfolgsgaranten für die Thunder. Seine Punkte pro Spiel erhöhte er innerhalb einer Spielzeit von 15,5 auf 19. Die Feldwurfquote stieg von 41 auf rund 47 Prozent. Sogar die Dreierquote, mit der der Guard schon seine ganze Karriere zu kämpfen hat, kletterte von 34 auf respektable 38 Prozent. Dieses effiziente Scoring ist einer der Gründe, weshalb OKC zu den Überraschungen dieser Saison gehört und in der starken Western Conference eine Bilanz von 37-24 Siegen vorweist.


Schröders Rolle als Bankspieler mit Starter-Minuten erinnert sehr stark an die von Lou Williams bei den LA Clippers. Dieser startet zwar nicht für sein Team, steht in den wichtigen Minuten des Spiels aber immer als Teil des bestmöglichen Lineups seiner Mannschaft mit auf dem Parkett. Durch diese Extraspielzeit rief „Sweet Lou“ in den vergangen Jahren Scoring-Zahlen auf, von denen andere Bankspieler in der NBA nur träumen.

Schröder erlebt unter Coach Billy Donovan mittlerweile die gleiche Philosophie. Die starke Saison des deutschen Nationalspielers hängt also auch mit den 31 Minuten zusammen, die er durchschnittlich auf dem Platz steht. Nur Chris Paul and Shai Gilgeous-Alexander toppen diesen Wert im Team.

Und wo wir eben schon das Thema „bestmögliches Lineup“ angeschnitten haben: Das Closing Lineup Schröder, Chris Paul, Shai Gilgeous-Alexander, Danilo Gallinari und Steven Adams verbreitet in der Liga regelmäßig Angst und Schrecken. Mit einem unfassbaren Net Rating von 29,0 führt diese Konstellation jede Aufstellung in der NBA an, die mindestens 170 Minuten zusammen auf dem Spielfeld stand. Zum Vergleich: Das Closing Lineup der supereffizienten Milwaukee Bucks liegt mit einem Net Rating von 18,5 abgeschlagen auf Platz zwei.

Insgesamt ist Schröder also die richtige Wahl für den Award. Der Ex-Hawk schraubte diese Saison nicht nur die eigenen Stats gewaltig nach oben, sondern machte mit seinen Plays gleichzeitig das gesamte Team besser. Zwar wird es für die Thunder in den Playoffs mit großer Wahrscheinlichkeit nicht für das ultimative Ziel, eine Meisterschaft, reichen. Doch zumindest diese Trophäe wird Schröder zukünftig in seiner Vitrine voller Stolz präsentieren können.


Abstimmungsergebnis:
1. Dennis Schröder (19)
2. Montrezl Harrell (13)
3. Lou Williams (6)
4. Derrick Rose (3)
5. Goran Dragić (1)

* Zum Abstimmungsverfahren: Jeder stimmberechtigte Redakteur wählt seine drei Favoriten und vergibt an diese je nach Präferenz drei, zwei oder einen Punkt.