30 Juli 2020

30. Jul, 2020


Die NBA lebt – wenn auch unter besonderen Umständen. Nach beinahe fünf Monaten Auszeit meldet sich die beste Basketballliga der Welt aus Disney World in Orlando, Florida zurück, um die coronaverseuchte Spielzeit 2019/20 zu Ende zu bringen. In der Eastern Conference sind nur noch neun Klubs im Rennen um die Playoffs und damit auch in der Disney-Blase am Start. Die Chefküche checkt sie kompakt auf Herz und Nieren und liefert wieder mal eine unerschütterliche Prognose.

von NBACHEFSQUAD | 30. Jul, 2020



Milwaukee Bucks

(Anno Haak) @kemperboyd

Flashback: 53-12 Siege, 1. Platz Eastern Conference
Schedule: BOS / HOU / BKN / MIA / DAL / TOR / WAS / MEM
Plus: -
Minus: -

Die Bucks – drei Niederlagen ensuite unmittelbar vor der Unterbrechung trüben das Bild nur milde ein – waren und sind, Hände runter, das beste Team der NBA. Bis zum Schwächeanfall in der Saure-Gurken-Zeit nach dem ASG schienen gar 70 Siege nicht ausgeschlossen.

Diese historische Chance hatten die Bucks mit sechs und vier kurz vor Abbruch schon selbst verdaddelt, Coronas Blasenspielplan macht es nun auch rechnerisch unmöglich. Irgendwelche Record-Rekorde sind allerdings auch nicht (mehr) der Fokus der Brauereistädter.

Der Titel und gar nichts anderes kann und muss das Ziel des im Point Differential geschichtsträchtig guten Teams sein. Auf dem Papier haben die Bucks dazu, was es braucht. Sie stellen den (wahrscheinlichen) MVP, der für eine der effizientesten Saisons der NBA-Geschichte nicht einmal 30 Minuten allabendliche Spielzeit braucht und außerdem ein veritabler DPOY-Kandidat ist.

Mit dem versatilen Roster voller überdurchschnittlicher Rollenspieler, die ihre selbigen aus dem Effeff kennen, können sie auf nahezu jedes Matchup große, kleine oder superkleine (Giannis auf Center) Antworten finden. Sie nennen einen der drei besten Trainer der Liga ihr eigen, sie gewinnen enge Spiele fast genau so hochprozentig wie eindeutige, sie schlagen Teams unter und über 500. Das Team ist eingespielt, hat in der Pause auch als eins der wenigen Teams keinerlei Nachverpflichtungen getätigt und ist vollständig fit.

Milwaukee wäre wohl der unumstrittene Topfavorit, wäre da nicht der epische Einbruch von 2019, der Zweifel an der Belastbarkeit der Stärke in Playoffserien in den Köpfen klopfen lässt wie Spechte an Fensterrahmen. Diese letzten Zweifel an der Dynastiefähigkeit der Bucks zu beseitigen, wäre auch das Topargument für den Greek Freak, im Sommer die Supermaxextension bis 2026 zu unterschreiben. Milwaukees Chancen, ein Jahr vor dem 50. Geburtstag der bisher einzigen Meisterschaft mal wieder einen Ring abzugreifen, stehen gut.

Prediction: 6-2, 1. Platz Eastern Conference



Toronto Raptors

(Daniel Schlechtriem) @W14Pick

Flashback: 46-18 Siege, 2. Platz Eastern Conference
Schedule: PHX / LAL / MIA / ORL / BOS / MEM / MIL / PHI / DEN
Plus: -
Minus: -

Die Überraschungsmannschaft des Ostens reist mit voller Kapelle nach Orlando. Kein Covid-Ausfall, keine verletzungsbedingte Absage, Toronto tritt mit demselben Aufgebot vom 9. März, ihrem letzten Regular Season Game, an. Die Variabilität in Offensive wie Defensive, die Mischung aus Alt und Jung sowie die tiefe Bank waren schon vor dem Lockdown das Erfolgsrezept des Titelverteidigers, daran hat sich in den letzten fünf Monaten nichts geändert.

An Hingabe mangelt es nicht: Die Raptors reisten als einer der ersten Klubs nach Orlando, im Interview mit ESPN wurde Serge Ibaka nicht müde zu betonen, wie mental entschlossen und in welch guter Verfassung die gesamte Mannschaft sei.

Dabei hat es Torontos Restprogramm in Disney World vor allem nach dem Warm-Up gegen die Suns in sich. Die restlichen Drei der Top-4 des Ostens warten im direkten Duell, ebenso die Verfolger aus Philadelphia, mit den Lakers und Nuggets zudem zwei der Top-3 des Westens. Bei drei Spielen Vorsprung auf die Celtics ist ihnen der zweite Rang dennoch kaum noch zu nehmen. Und danach kann alles passieren – immerhin spielt LeBron nicht mehr in der Eastern Conference.

Prediction: 4-4, 2. Platz Eastern Conference



Boston Celtics

(Jonas Röhrig) @jonasRo19

Flashback: 43-21 Siege, 3. Platz Eastern Conference
Schedule: MIL / POR / MIA / BKN / TOR / ORL / MEM / WAS
Plus: -
Minus: -

Auch wenn die Celtics aktuell „nur“ auf Rang drei der Eastern Conference liegen, sollten sie zu den besten Teams der Liga gezählt werden. Einzig die beiden L.A.-Teams rangieren außer den Celtics in der Top 5 im Offensiv- und Defensivrating (Platz fünf und vier), ein klares Merkmal eines erstzunehmenden Contenders. Angeführt von Jayson Tatum, der sich im Verlauf der Saison offensiv zunehmend wohler fühlte und im Februar 31 Punkte plus acht Rebounds bei 48% Dreierquote auflegte, kamen die Celtics bis zur Unterbrechung immer besser in Fahrt.

Tatums Entwicklung und neue offensive Verantwortung (30er Usage Rate in Februar/März) wurde allerdings durch die Verletzungsprobleme von Kemba Walker ungewollt angetrieben. Den All-Star Point Guard plagen schon seit Monaten Kniebeschwerden, weswegen er bereits 14 Spiele verpasste. Als die Vorbereitungen auf den Restart begannen, traten die Schmerzen erneut auf und Brad Stevens entschied, Kemba nur mit einem Minutenlimit in den Seeding Games spielen zu lassen. Doch wenn er fit ist, sind die Celtics ein echtes Topteam. Das Lineup bestehend aus ihm, Tatum, Jaylen Brown, Gordon Hayward und Daniel Theis legt ein Net-Rating von 12,5 auf und ist ein wahrer Matchup-Albtraum.

Gut für die Celtics ist, dass der Spielplan in Orlando sehr machbar erscheint, weswegen es nicht nötig sein wird, ein zu großes Risiko mit Kemba einzugehen. Zumal es sowieso keinen Heimvorteil gibt, für den es sich zu spielen lohnt. Wenn Boston in Topform in die Playoffs kommt, können sie im Osten jede Mannschaft schlagen. Ob es aber schon für die Krone der Eastern Conference reicht, wird vor allem davon abhängen ob Tatum schon weit genug ist, sein Team als Superstar auch in den Playoffs anzuführen.

Prediction: 6-2, 3. Platz Eastern Conference



Miami Heat

(Jonas Röhrig) @jonasRo19

Flashback: 41-24 Siege, 4. Platz Eastern Conference
Schedule: DEN / TOR / BOS / MIL / PHX / IND / OKC / IND
Plus: -
Minus: -

Der Shutdown kam für Miami aus sportlicher Sicht zu keinem schlechten Zeitpunkt. Nach starkem Saisonstart und überzeugenden Siegen gegen die Topteams im Osten gewannen die Heat nach dem All-Star Game nur sechs von elf Spielen. Keine allzu schlechte Bilanz, doch Niederlagen gegen Teams wie die Charlotte Hornets, Atlanta Hawks und Cleveland Cavaliers ließen an der Qualität der Überraschungsmannschaft zweifeln. Nach dem Trade, für Andre Igoudala, Jae Crowder und Solomon Hill musste Coach Erik Spoelstra seine gesamte Flügel-Rotation überarbeiten und die Ergebnisse machten dies deutlich. Dank der Unterbrechung hatte er nun ausreichend Zeit die Neuverpflichtungen besser zu integrieren.

Dass dazu Rookie Tyler Herro Zeit hatte, nach seiner Knöchelverletzung fit zu werden und jetzt in Orlando seine gute Form aus der Frühphase der Saison bestätigen möchte, stärkt das Team zusätzlich. Statistisch ist Miami das beste Shooting-Team der bisherigen Saison und rangiert auf Platz eins beim True Shooting und der Dreierquote. Neben Flammenwerfer Duncan Robinson (44,8 3P% bei über acht Versuchen) liegt das vor allem an der Aufmerksamkeit die MIP-Kandidat Bam Adebayo in der Zone auf sich zieht und seinen guten Pässen vom High Post und im Pick-and-Roll. Defensiv rangieren die Heat zwar nur im Liga-Mittelfeld, doch angesichts der Vielzahl guter individueller Verteidiger scheint hier definitiv Verbesserungspotenzial vorhanden.

Miami ist ein gutes, junges Team, das bisher überraschte. Ob das in Orlando so bleibt, hängt davon ab, ob Jimmy Butler als einziger wirklicher Playmaker ausreicht und die Quoten von der Dreierlinie konstant bleiben. Wenn ja, sind die Heat ein ernstzunehmender Underdog, der defensiv sehr variabel sein kann, vorne das Feld breit macht und mit Butler einen erfahrenen und emotionalen Anführer hat. Sie sind eine ausgeglichene Mannschaft und werden gemäß der „Heat Culture“ top vorbereitet in die Bubble kommen. Für die Spitze der Eastern Conference fehlt noch klar die Qualität, auch in Hinblick auf den harten Spielplan in den Seeding Games. Doch ein Trip in die zweite Playoffrunde scheint realistisch und wäre ein voller Erfolg in einer Übergangssaison am South Beach.

Prediction: 4-4, 4. Platz Eastern Conference



Indiana Pacers

(Daniel Schlechtriem) @W14Pick

Flashback: 39-26 Siege, 5. Platz Eastern Conference
Schedule: PHI / WAS / ORL / PHX / LAL / MIA / HOU / MIA
Plus: -
Minus: Domantas Sabonis (Fuß), Jeremy Lamb (Knie)

Gute und schlechte Neuigkeiten für die sportlichen Ambitionen der Pacers. Franchise Player Victor Oladipo vollzog den Rücktritt vom Rücktritt aus den Sommerspielen und steht seiner Mannschaft nun doch in Disney World zur Verfügung. Dagegen fehlen in Jeremy Lamb sowie Domantas Sabonis gleich zwei seiner zuverlässigsten Mitstreiter verletzungsbedingt und entwaffnen damit die ohnehin schon nur durchschnittliche Offensive ein Stück mehr.

Die Playoffs sind bereits sicher, die anstehenden acht Seeding Games entscheiden lediglich den Erstrunden-Gegner der Pacers. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird Indiana auf die Boston Celtics, Miami Heat oder Philadelphia 76ers treffen. Beide anstehenden Duelle gegen die Heat sowie der Auftakt gegen die 76ers dürfen hier als erstes Abtasten, als Matchup-Check gewertet werden, vor allem im Hinblick auf den inexistenten Heimvorteil für alle Beteiligten in der Postseason 2020.

Ohne Lamb und vor allem Sabonis stehen die Chancen auf die erste gewonnene Serie seit 2014 eher dürftig, sodass es umso auf Rückkehrer Oladipo ankommt. Der zweifache All-Star bestritt allerdings vor dem Lockdown infolge seiner Quadrizeps-Sehnenruptur im Januar 2019 lediglich 13 Partien und wird zunächst weiter seinen Rhythmus finden müssen. Alle Umstände schreien also nach dem fünften First Round Exit der Pacers in Folge.

Prediction: 4-4, 6. Platz Eastern Conference



Philadelphia 76ers

(Seb Dumitru) @nbachefkoch

Flashback: 39-26 Siege, 6. Platz Eastern Conference
Schedule: IND / SAS / WAS / ORL / POR / PHX / TOR / HOU
Plus: -
Minus: -

Eine katastrophale Saison – gemessen an den Ansprüchen – wurde just in jenem Moment unterbrochen, in dem es für die 76ers eigentlich nicht mehr viel schlimmer hätte kommen können. Monatelang am Straucheln, überhaupt effiziente Lineup-Kombos zu finden, verpuffte Spielerverpflichtung wie die von Al Horford und Josh Richardson, dazu Ben Simmons' ernste Rückenverletzung und fünf Niederlagen aus den letzten zehn Partien, gleichbedeutend mit Rang sechs in der Conference... die Pause kam für Philly genau im richtigen Moment.

Auskuriert und mit neuen Ein- und Ansichten ausgestattet, wagt das Team von Brett Brown einen Neustart in der Bubble. Die größte Neuerung für uns wird die neue Starting Five sein, in der Ben Simmons zwar nach wie vor den de facto Spielmacher gibt, in Punkto Ballhandling und Playmaking aber von Shake Milton Unterstützung bekommt. Der 23-Jährige könnte die Antwort auf die lang gestellte Frage sein: wie maximiert Brown Simmons und Embiid auf einem Parkett? Milton ist ein exzellenter Schütze und hat genug Gas, um mal die Defense auseinander zu reißen, während Simmons off-ball agiert, ohne Embiid im Weg zu stehen. Simmons als neuer, nomineller Power Forward neben Embiid ist ein Bonbon, das auf den ersten Blick vielversprechend aussieht.

Der kamerunische Fünfer ist ohnehin ein Matchup-Alptraum für die meisten Gegner im Osten und wird auch in der Bubble dominieren – vor allem in den Playoffs dann wichtig für die Sixers, auf denen massiver Druck lastet. Wie kommt Horford als Vollzeit-Backup zurecht? Können Richardson und Tobias Harris als dritte und vierte Optionen genug abliefern? Reicht das Shooting im Team? Schafft es Philadelphia nicht, mindestens zwei Runden höchst konkurrenzfähig zu bleiben oder gar das Conference Finale zu erreichen, wäre das der erste große Rückschritt in der „Process-Ära“... und vermutlich das Ende von Brown als Cheftrainer hier.

Prediction: 5-3, 5. Platz Eastern Conference



Brooklyn Nets

(Daniel Schlechtriem) @W14Pick

Flashback: 30-34 Siege, 7. Platz Eastern Conference
Schedule: ORL / WAS / MIL / BOS / SAC / LAC / ORL / POR
Plus: Jamal Crawford (Ersatz), Tyler Johnson (Ersatz), Justin Anderson (Ersatz), Lance Thomas (Ersatz)
Minus: Kevin Durant (Achilles), Kyrie Irving (Schulter), Wilson Chandler (Privat), Spencer Dinwiddie (Privat), DeAndre Jordan (Privat), Taurean Prince (Privat), Nicolas Claxton (Schulter), Theo Pinson, Michael Beasley (COVID)

Wenn ein Team hart von Corona und der Zwangspause getroffen wurde, sind es die Nets. Mehrere Spieler wurden positiv auf das Virus getestet, infolge dessen liest sich die Liste der Absagen für den Orlando-Trip fast wie eine komplette Rotation.

Brooklyn reagierte gefasst, verpflichtete in Crawford, Johnson, Anderson und Thomas gestandenes NBA-Personal, um diese Seuchensaison zumindest würdevoll zu Ende zu bringen. Doch nicht einmal die Nachverpflichtungen funktionierten reibungsfrei. Die Nets waren sich mit dem einstigen No. 2 Pick Michael Beasley einig, weil dieser allerdings ebenfalls positiv auf COVID-19 getestet wurde, mussten sie den Kontrakt direkt wieder auflösen.

So ist nur ein Rumpfkader in Disney World auf dem Parkett, der kaum vermögen wird, den ohnehin schon unterdurchschnittliche Angriff (22. im Offensiv-Rating) auf ein vernünftiges Niveau zu hieven. Mit Ball droht eine One-Man-Show von Caris LeVert, ein weiterer potenter Scorer ist nicht übrig geblieben.

Wäre der Abstand auf die Washington Wizards und Rang neun sowie der Spielplan nicht recht komfortabel, müsste der Einzug in die Playoffs infrage gestellt werden. So wird sich der verbliebene Rest in die Playoffs würgen, um dann in der ersten Runde von einem Eliteteam des Ostens zurück in den Urlaub geschickt zu werden.

Prediction: 1-7, 8. Platz Eastern Conference



Orlando Magic

(Seb Dumitru) @nbachefkoch

Flashback: 30-35 Siege, 8. Platz Eastern Conference
Schedule: BKN / SAC / IND / TOR / PHI / BOS / BKN / NOP
Plus: -
Minus: Al-Farouq Aminu (Knie), Jonathan Isaac (vielleicht spielt er, vielleicht auch nicht)

Das „Heimteam“ in der Bubble, wenngleich die Bubble an sich ja nicht direkt in Orlando ist. Macht das einen Unterschied? Vermutlich nicht, wie Aussagen aller Spieler aus dem Disney World in den vergangenen Wochen verdeutlichten. Gleiche Verhältnisse für alle!

Was den Magic zumindest ein wenig zugute kommen könnte, um die Seeding Games ohne große Kopfzerbrechen durchzuspielen: die Kontinuität im Kader, in dem nur Al-Farouq Aminu mit Sicherheit ausfällt (Jonathan Isaacs Status ist weiterhin ungeklärt); und die Tatsache, dass weder die dezimierten Wizards noch die noch dezimierteren Nets ihnen im Kampf um einen der zwei letzten Playoff-Plätze gefährlich werden können.

Viel gibt es sonst nicht zu feiern, denn die Magic bleiben eines der schwächsten Teams im Feld. Daran ändert auch mehr junges Talent als zuletzt und eine Top-Ten Defense unter first year Coach Steve Clifford nichts. Ohne einen Star im Kader (Nikola Vučević ist All-Star, ja) und ohne klar erkennbare Richtung bleibt dieser Truppe nichts anderes übrig, als hart zu spielen und zu lernen. Der Weg in den nächsten Wochen ist vorgemeißelt: Platz sieben oder acht, dann ein First Round Matchup mit Milwaukee, Toronto oder Boston. Orlandos kumulative Bilanz gegen diese drei: 0-9.

Prediction: 3-5, 7. Platz Eastern Conference



Washington Wizards

(Daniel Schlechtriem) @W14Pick

Flashback: 24-40 Siege, 9. Platz Eastern Conference
Schedule: PHX / BKN / IND / PHI / NOP / OKC / MIL / BOS
Plus: Jerian Grant (Ersatz für Bertans), Jarrod Uthoff (Ersatz, offenbar für Payton)
Minus: Bradley Beal (Schulter), Davis Bertans (Privat), Gary Payton II (COVID-19/unbestätigt), John Wall (Achilles)

Die Wizards reisen mehr aus kosmetischen denn sportlichen Gründen nach Florida. Mit ihrer Präsenz als neuntem Eastern Conference Team wird zumindest noch der Eindruck von Spannung im Rennen um den letzten Playoff-Spot erweckt.

Spätestens seit Bradley Beals verletzungsbedingter Absage sind die Chancen der Hauptstädter, den fünfeinhalb bzw. sechs Spiele großen Rückstand auf die Orlando Magic oder Brooklyn Nets einzuholen und dann in zwei Play-Ins zu besiegen allerhöchstens theoretischer Natur. Und selbst wenn sie entgegen aller Wahrscheinlichkeiten das Unmögliche möglich machen sollten, winkt eine Erstrunden-Klatsche von Giannis Antetokounmpos Bucks als Belohnung.

Neben ihrem All-Star Beal müssen die Wizards in Davis Bertans auf den zweitbesten Spieler verzichten. Der kommende Free Agent hat infolge seiner herausragenden Saison (15,4 Punkte, 42% von Downtown) den wichtigsten Vertrag seiner Karriere in Aussicht und wird daher das Risiko Orlando-Bubble nicht eingehen. John Walls anhaltende Absenz bleibt derweil nur noch eine Randnotiz.

Für die jungen Zauberer um Rookie Rui Hachimura (22), Thomas Bryant (22), Troy Brown Jr. (20) sowie dem deutschen Duo Moritz Wagner (23) und Isaac Bonga (20) ist in Disney World also Dabeisein alles. Teambuilding und die spielerische Entwicklung der vielen Youngster, ein positiver Erfahrungswert, mehr darf Washington nicht erwarten.

Prediction: 1-7, 9. Platz Eastern Conference