05 November 2020

5. Nov, 2020


Nach der NBA-Saison ist vor der NBA-Saison. Im Gegensatz zum normalen Jahreskalender ist in 2020 aber alles anders. Bevor wieder (semi-) regulär Basketball gespielt werden kann, müssen sich Liga und Spielergewerkschaft auf die Rahmenbedingungen der neuen Saison einigen.

von SEB DUMITRU @nbachefkoch | 5. Nov, 2020

Die NBA-Saison ist passé. Lang lebe die NBA-Saison. Nur wenige Tage nach Kulmination der längsten NBA-Saison aller Zeiten überschlagen sich die Ereignisse in der Association bereits wieder, denn die neue Runde 2020/21 will geplant, gestaltet und abgesegnet werden. Free Agency, Salary Cap und Tip-Off sind nur einige der groben Punkte, in denen Commissioner Adam Silver im Auftrag der Teambesitzer und die NBPA unter Leitung von Michele Roberts sich einigen müssen, bevor wieder semi-regulär Basketball gespielt werden kann. 
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5. November
Die NBPA Stimmwahl bestätigt, dass die Saison 2020/21 wie geplant am 22. Dezember und mit 72 regulären Partien pro Team beginnen kann. Das Trade-Moratorium soll direkt vor dem Draft am 18. November aufgehoben werden. Der Beginn der Free Agency Phase soll so früh wie möglich angesetzt werden. Darüber, und über notwendige, finanzielle Korrekturen im Collective Bargaining Agreement, wird weiterhin verhandelt. 

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3. November
Adam Silver mahnt in einem Gespräch mit Teamverantwortlichen, dass "die Zeit davon läuft", wenn der anvisierte Start an Weihnachten noch gerettet werden soll. Sollte in den nächsten Tagen keine Einigung erzielt werden, ist ein Beginn im Dezember nicht mehr machbar - die finanziellen Verluste wären erheblich. Noch diese Woche, vermutlich am Donnerstag oder Freitag, will die NBPA intern und final über die offerierte 72-Spiele-Saison mit Start am 22. Dezember abstimmen. 
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3. November
Weitere Verhandlungspunkte: ein Treuhandkonto, um die monetären Verluste dieser und kommender Saisons aufzufangen; ein lukratives Play-In Turnier zwischen den Setzplätzen sieben, acht, neun und zehn jeder Conference; zusätzliche Einnahmequellen, zum Beispiel aus Sportwetten. 
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30. Oktober
NBA und NBPA verschieben die Deadline zum Hinausoptieren aus dem Tarifvertrag zum vierten Mal, diesmal auf den 6. November - ein klares Indiz dafür, dass Konsens gesucht wird. Die Verhandlungen stocken zwar, haben aber noch keine kritische Position erreicht. Der Hoffnungsschimmer bleibt, dass in den nächsten Tagen Einigung erzielt und 2020/21 endgültig angeschoben werden kann.
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30. Oktober
FIBA verschiebt das Olympische Qualifikationsturnier für Tokyo auf den letztmöglichen Zeitpunkt: 29. Juni bis 4. Juli. Davon betroffen sind natürlich zahlreiche NBA-Spieler, die - je nach Start- und Endpunkt der neuen Saison, ihren Nationalmannschaften zur Verfügung stehen würden, oder eben nicht. 
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29. Oktober
Die NBA drängt auf einen Dezember-Start und eine 72-Spiele-Saison. Ihre Argumente: sie könne nur 50 Spiele offerieren, wenn im Januar begonnen würde; die TV-Partner wollen nicht mit den Olympischen Spielen konkurrieren; und finanzielle Verluste würden in die Hunderte von Millionen, sogar Milliarden US-Dollar gehen. Bei dem vorherrschenden 50/50 Split zwischen Besitzern und Spielern würde das natürlich auch die Protagonisten hart treffen. 

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28. Oktober
Gerüchte werden laut, dass aus Spielerkreisen vehementer Widerstand gegen den geplanten Start im Dezember herrscht. Während die Besitzer gerne so früh wie möglich beginnen wollen (weil: Geld!),  bevorzugt die NBPA einen Saisonstart im neuen Kalenderjahr, am Martin Luther King Day (18. Januar). "Wir glauben nicht, dass Dezember realistisch ist", erklärt Michele Roberts mit Blick auf den Vorschlag der Liga, die den Start des Trainingscamps auf nur sieben Wochen nach Ende der Saison 2019/20 terminiert hat. Vor allem aus Superstar-Kreisen um LeBron James und Chris Paul sickert Gegenwehr durch. Direktorin Roberts hat nun mehrfach betont, dass sie einen solch frühen Re-Start für nicht realistisch hält.
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27. Oktober
Die NBA liebäugelt mit einem Start der Free Agency zwei Tage nach dem Draft - also am 20. November. Training Camps würden demnach am 1. Dezember beginnen, die reguläre Saison wie berichtet drei Wochen später, am 22. Dezember. 
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24. Oktober
Das Fehlen eines COVID-19 Impfstoffs und damit einhergehend Zugang von Fan-Massen in Arenen, lässt auch das All-Star Wochenende 2021 in Indianapolis fragwürdig erscheinen. Dennoch will die Liga eine zweiwöchige Pause nach knapp der Hälfte der Saison einschieben.
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23. Oktober
Details aus dem Board of Governors Meeting sickern durch. Geplanter Saisonstart ist der 22. Dezember, 72 reguläre Partien, dann Playoffs. Das würde garantieren, dass vor den Olympischen Spielen Schluss ist, und den Zeitrahmen wieder näher an den gewohnten Liga-Standard (Oktober bis Juni) bringen.

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23. Oktober
Die Teambesitzer kommen zusammen, um einen Saisonstart an Weihnachten 2020 zu ratifizieren. Ebenfalls zur Diskussion stehen ein verkürzter Spielplan, das voraussichtliche Fehlen von Fans in Arenen, ein Midseason-Turnier sowie Play-In Formate für die finalen Playoff-Spots. Nicht nur logistische und finanzielle Aspekte wollen berücksichtigt werden. Jegliche Vorschläge müssen von der Spielergewerkschaft akzeptiert und abgesegnet werden, um die neue Spielzeit anzuschieben.
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22. Oktober
Der NBA Draft soll wie geplant am 18. November stattfinden - zum ersten Mal in der Geschichte auf virtuelle Art und Weise. Um den Draft abzuhalten, müssen jedoch erst die CBA Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden.
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15. Oktober
Die NBA und NBPA verschieben die Deadline zur Terminierung des aktuellen Tarifvertrags ein weiteres Mal, diesmal auf den 30. Oktober. Beide Seiten wollen die 2020 eingebüßten Einnahmen in den Anpassungen des CBA reflektiert sehen - natürlich auf für sie vorteilhafte Weise.
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2. Oktober
Die NBA gibt bekannt, dass sie die kommende Saison nicht unterbrechen wird, um für die Olympischen Sommerspiele in Tokyo Platz zu machen. "Wir müssten nicht nur für die Dauer der Spiele in Tokyo pausieren, sondern danach Zeit für Regeneration und Training Camp erwägen", kommentiert Commissioner Silver.