17 November 2020

16. Nov, 2020


THE MORATORIUM IS OVER! 16.11., 12:00 Uhr mittags lüftet den Schleier der Untätigkeit von GMs. Die Domes haben die Wahlregistrierungsevents überlebt. Die Gewerkschaft hat "Ja", Jesus hat "Amen" gesagt. Die kürzeste Free Agency seit 9 Jahren IST ERÖFFNET! Als Amusegeules gibt es aus der Chefküche Analysen der Predrafttrades. HEUTE: Lila-Goldköpfchen.

von ANNO HAAK @kemperboyd | 16. Nov, 2020

Start
Die Oklahoma City Thunder sind seit ca. 16 Monaten im Neuaufbau, ohne im Neuaufbau zu sein. Nachdem Paul George mit einer Tradeforderung jede "win-now"-Planung obsolet gemacht und Russell Westbrook in die Flucht getrieben hatte, war eigentlich klar, was folgt.

Für den Point God einen lebensmüden Erblasser oder einen Dolan finden, SGA und 87,6 Clippers / Rockets- Erstrundenpicks in einen Contender 2025 ummünzen und 2020 ca. 75 Spiele verlieren. Doch erstens kommt es presti und zweitens als man Paul.

Paul blieb (haha, yesterday's news), Schröder explodierte und Westbrook, den die Thunder selbst fast per Express-Ticket nach Runde 1 aus der Blase in den begehbaren Kleiderschrank verabschiedet hätte, verlangt den nächsten Ausgang. Corona und die merkwürdigste NBA-Timeline seit den späten 40er Jahren des letzten Jahrhunderts tat ein Übriges, um den Rebuild, der bisher nicht wirklich einer ist, auf fast eineinhalb Jahre zu strecken.

Die Lakers wollen den Cast vertiefen. Two's a crowd, but fifteen strong is the flavor of the day. Hinter James und Davis muss mit wenig Gehaltsspielraum und viel Kreativität mehr Entlastung für die beiden Superduperstars geschaffen werden.


Nochmal werden sich die Jazz, die Clippers und die Bucks nicht freiwillig auf den Rücken legen, um den Weg zu Championship Nr. 18 zu bahnen. James wird in der arg gedrängten kommenden Post-Corona-Saison in Karriere-Jahr 18 (in Worten: acht. zehn. es ist nicht zum Sagen) eher mehr als weniger Pausen brauchen. Playmaking stand deshalb ganz oben auf der Offseason-Wunschliste.

Schuss
Dennis "the menace (to guter Autogeschmack)" Schröder wird ein Los Angeles Laker. Die Thunder kriegen Pick und Grün (aber kein cash). Listengold:

OKC: Danny Green, L. A. Lakers 1st round pick 2020
LAL: Dennis Schröder

Lakers
Es gab Zeiten, da galt Corona-Hotspot New York als die Stadt, die niemals schläft, orange als nicht akzeptable Gesichtsfarbe für Staatsmänner und die Lakers als die Franchise, die nie einen Trade verliert. Für Knilche, deren Nachnamen man heute kaum noch buchstabieren könnte, erlösten sie Nummer-1-Picks.

So pickten sie anstatt des eigentlichen Inhabers Utah Jazz an eins Magic Johnson und als effin amtierender Meister trotz Stepien, der keine Statue, aber dafür eine Regel nach sich benannt bekam (wir kommen darauf noch zurück) James Worthy.

Pau Gasol bekamen sie für eine Baum- und eine Hühnerfrucht (und, ja: Draftrechte an seinem komischen Bruder, wie hieß der noch? Marc). Die Lakers. NBA World Champion im andere über den Tisch ziehen.

Dieser Mojo ging irgendwann in Kleinstädte wie San Antonio, Denver oder, ja auch das, Oklahoma City und blieb da, bis der König seine Zelte in der Stadt der Engel aufzuschlagen beleibte.

Dieser Tage beantragten sie, das Salär von Luol Deng (ja, war kein Trade, aber die Pointe muss jetzt), von Luol Deng also, wegen einer karrierebeendenden Verletzung aus den von ihm immer noch mit 5 Mio. $ p. a. belasteten Büchern zu tilgen. Und nun das...


19/4/4 bei 38,5% von Downtown, sogar über 41% catch-and-shoot. Er war nach dem Point God und dem Italiener im contract year (der allerdings mit fast 200 Minuten weniger) der größte Plusspieler im Märchenteam aus der Präriestadt.

Der Sixth-man-of-the-year-snub der Dekade. Der beste Guard der Liga, der nicht regelmäßig startete. Die siebte war die beste Saison seiner Karriere. Dennis Schröder rockt. Deutschlands gefundener Superstar kommt für einen Pick und einen Hauch von Nichts.

Und er ist der perfekte Ersatz. Rondo, Bradley und KCP sind ein einziges Meer von Spieleroptionen und Vertragsfreiheit. Dafür holen sie den besten Guard, der für Picks zu kriegen ist, und verlängerungswillig ist er anscheinend auch noch. Green war der einzige überdurchschnittlich begabte Flügelverteidiger neben LeBron James, aber das Downgrade, das Schröder hier darstellt ist wegen der größeren Jugend trotz kleinerer Körpergröße zu verknusern.

Dazu kommt der Clou, dass man, obwohl der eigene Erstrundenpick 2021 grundsätzlich (geschützt, aber dennoch) nach New Orleans zu schicken ist, die Thunder mit einem Pick locken konnte. Pelinka trotzt der Stepien Rule und wird mit Presti auf Kurzwahl einen Auftragspick ausführen. Der einzige Nachteil, dass deshalb der Trade erst am Donnerstag offiziell werden kann, ist vergleichsweise egal. Viel schwerer wiegt, dass man dank der formal eigenen Wahl den passend geschützten Pick 2021 (bleibt, wenn er niedriger als 7 ist)kommenden Sommer erneut vergamblen kann.

Wenn Sam Presti so einen Deal mit einem solchen Vorlauf im Regal ganz oben findet und dafür nichts opfert, was er wirklich braucht, machen sich Zahlengurus und Journalisten aller Geschlechter und Herren Länder das Höschen feucht. Denn im Ernst: was geben die Lakers dafür ab, was sie aktuell brauchen?

Thunder
Danny Green schon mal nicht. Der Dreifachchamp fiel vergangene Saison in erster Linie dadurch auf, dass er nach dem verpassten Winner in Spiel 5 der Finals eine Horde von hirngeschrumpften Internetzrambos ungewollt auf den Plan rief.

Die Zeiten, als man "3 and D" als "Drei und Danny" las, sind ein paar Tage her. 36,7% fallende der fast fünf Versuche von hinter der Linie, die die Welt bedeutet, sind nicht berühmt. Die Schnelligkeit flüchtet schneller als Trikotsammler vor OKCs Leibchenparade und das Ballhandling ist unverändert eines der schlechtesten unter Menschen, die ein irgendwie nachweisbares Ballgefühl in den oberen Extremitäten haben.

Geld ist kein Argument. Beide getauschten Verträge laufen kommendes Jahr aus und sind ca. 15,5 Mio. Dollar wert. Green wird beim angestrebten Neubau in OKC keine Rolle spielen, jedenfalls nicht mittelfristig.


Ein Unterschiedmacher wie CP3, der fast im Alleingang aus einer abgeschenkten eine Playoffspielzeit machte, ist er nicht. Für die mittlere Frist ist er zu alt. Es bleibt: DER. PICK. Ja, Nummer 28 im laufenden Jahr gehört den Thunder.

Der Draft ist aber untief. An 28 wird kein Game Changer zu liegen kommen. Und mal generell: ich hörte, dass bis 2026 drölfzig Picks bei den Thunder liegen. Nur, mal abgesehen von der Frage, ob es 15, 16 oder 17 sind, v. a. ob die swap rights hier mitzuzählen sind oder nicht: es ist schon klar, dass ein NBA Roster nur aus 15 Spielern zeitgleich (plus Zweiwegedingens, jaja) besteht und kein Team je völlig vertragsfrei ist, ja? Was genau will mir die Zahl sagen?

Ja, Presti hat aus Westbrook und George geholt, was zu holen war. Ja verhandlungstechnisch ist das bewundernswert. Ja, wenn man die Ausgangslage vor der PG13-Verpflichtung sieht, ist das sogar noch beeindruckender.

Dann wiederum: lassen wir mal die miesen Verträge von Kanter, Adams und Westbrook außen vor. Vergessen wir mal den Jahrhundertfehler Harden. Man feiert eine Franchise für 16 Erstrundenpicks in sieben Jahren, die nacheinander Durant, Westbrook, Harden und Ibaka draftete und daraus ein Finale und ein WCF machte. Muss ich nicht verstehen, oder?

Rechnung
Das ist einer der schlechtesten Trades, die Sam Presti je gemacht hat (Harden mal außer Konkurrenz). Dass er für Schröder nicht mehr als einen auslaufenden Vertrag und einen unbedeutenden Pick hätte bekommen können, hätte er noch ein paar Tage zugewartet, fällt schwer zu glauben.

Vorteil: Lakers