12 Dezember 2020

12. Dez, 2020


Ho, ho, ho! Oktober bis Ostern war gestern. Nach der kürzesten (und trotzdem noch zu langen) Offseason der NBA-Geschichte steht das 72-Spiele Extravaganza namens Saison 2020/21 zur Weihnachtszeit vor der Tür. Als ersten Gang serviert die Chefküche wie gehabt 30 unwiderlegbare, wettspielbare Prognosen im Reverse Power Ranking Style. No. 18: Die Atlanta Hawks...

von ANNO HAAK @kemperboyd | 12. Dez, 2020


Flashback
20-47, keine Playoffs

Plus
Bogdan Bogdanović
Danilo Gallinari
Tony Snell
Solomon Hill
Onyeka Okongwu
Rajon Rondo
Kris Dunn

Minus
Vince Carter
Dewayne Dedmon
Jeff Teague
DeAndre' Bembry
Treveon Graham
Damian Jones
Skal Labissière

Was ist Neu?
Gut die Hälfte der Rotation und damit die Anspruchshaltung. Die Eigentümer hatten nahezu ultimativ Serienbasketball in 2021 verlangt und alle verfügbaren Cap-Mittel ausdrücklich für einsetzbar erklärt. Schlenk veranstaltete mit dem reichlich vorhandenen Cap Space (nur die immer traurigen New York Knicks hatten mehr Dollars frei) indessen keinen Unsinn. Weder lud er sich Russell Westbrook in die Lücke noch versuchte er Klimmzüge nach dem Orange-Affecionado aus Boston.

Stattdessen wurde mit in dieser Breite in ATL in den letzten Jahren bei allem Erfolg im Teambuilding selten gesehener Konsequenz die Schwachstellen im Roster adressiert und eine der tiefsten Rotationen im Osten zusammengeschraubt. Was immer der Unterzeichner oder deutlich kompetentere Zeitgenossen, die sich regelmäßig den Tort des Betrachtens von Spielen der Atlanta Hawks antun, von Schlenk und Compatriots des Südens verlangten, wurde herangeschafft.

Veteranige Kompetenz auf dem Flügel mit Shooting Touch? In come Gallinari und Bogdanović. Defensive Hilfe im 6,5-plus Meter vom Korb entfernten Bereich? Kris Dunn wird ligaweit verschmäht. Playmaking hinter Young, aber ohne die Bugs im Pelz von Jeff Teague? Willkommen, Finals-Rondo! Talent zum Träumen für 2024 und beyond? Join us in welcoming Onyeka Okongwu, the nxt Bam Adebayo!


Ob für all die willigen Veteranen (auch Tony Snell und Solomon Hill wurden für kleines Geld bzw. geringen Gegenwert zugefügt) und die föderungsbedüftigen Talente (De'Andre Hunter, Cam Reddish, Bruno Fernando) überhaupt genug Minuten zu vergeben sind, steht dahin. Nur klingt das nach drei Losing Seasons wie der Inbegriff von Luxusproblemen.

Beste Addition
Clint Capela ... Zugegeben, der ist gemogelt. Doch die einstige Rakete machte nach der Deadline-Extravaganza kein Spiel für die Habichte. Einer der besten Roll-Men westlich von Miami verspricht in Kooperation mit dem Logotraumfänger eine Zwei-Mann-Offensivabrissbirne zu werden.

Zudem ist er der mit Abstand beste echte Big, seit Al Horford Geld und Glück in Grün suchte und die Hoffnung sich verabsentierte wie ihre Farbe in Celtics-Hoodies Jahrgang 2020. So ist er rund zehn Monate nach der Verpflichtung vor allem eine neue Anspiel-Option für...

The Planet
Trae Young ... Den Trade für Luka Dončić gewinnen die Hawks in diesem Leben nicht mehr. Ich habe das verstanden, bin gegenüber Leuten, die weniger von Basketball verstehen als Young von Draft Day Anzugmode und das gar nicht hören wollten, in Sack und Asche gegangen, habe Mark Cuban gratuliert und den Irrsinn in der Tradebustakte direkt hinter „Wilkins, Dominique/LA Clippers“ abgelegt. Danke. Bitte. Next.


Der spektakulärste Werfer seit Steph Curry, der beste Spieler, den Atlanta hatte, seit die Trikots kacke aussehen. Der MLK des Spielaufbaus. Der Hawks' beste Hoffnung auf Relevanz seit den 80ern. Ja, der Slowene ist besser. Danke für Ihre Aufmerksamkeit!

Rising Star
Cam Reddish ... Summa summarum sah die erste Saison semioriginell aus. Aber der zehnte Pick 2019 deutete im Kalenderjahr 2020 den möglichen Wert für ATL an. Vor allem nach dem All-Star Break kletterte er mit einem Offensiv-Ratingg von über 120 in elitäre Effizienzhöhen und deutete an, warum ihm trotz veteraniger Konkurrenz und Gewinndruck 34 Starts zugebilligt wurden.

Lernt er noch, die Athletik am eigenen Ende des Feldes halbwegs gewinnbringend einzusetzen, wird er auch im deutlich aufgepolsterten Roster seine Minuten bekommen und dem dreckigen Süden sauber Freude machen.

Don’t Sleep! 
Kris Dunn ... Dass der Wurf jemals kommt, darf bezweifelt werden. Dass er seinen Draft-Rang (Nr. 5 overall) vor vier Jahren, für den er nichts kann, je rechtfertigt, muss man in Frage stellen. Nicht einmal eine Qualifying Offer war er dem sechsfachen Champ vom See noch wert.

So bekommen die Hawks knapp über Minimum einen der besten Perimeter-Verteidiger der Liga. Wird Dunn nur ein für NBA-Verhältnisse durchschnittlicher Scorer, ist er zu diesem Vertrag trotz Spieleroption in Jahr zwei ein Schnapper.


Beste Fünf
Young – Bogdanović – Gallinari – Collins – Capela

Good News
+ Das beste Team der Stadt seit der 60-Siege-Saison
+ Eines der tiefsten Roster der Liga, in der gedrängten Corona-Saison kann das ein Vorteil im Rennen um die Plätze fünf bis neun im Osten sein
+ Groß (Capela auf Fünf), klein (Collins dito), Ballern (Huerter, BogBog, Gallinari), Slashing (Reddish)... die Hawks haben für alle Bedürfnisse wertige Optionen
+ Es muss sein: VOLT GREEN is over! Thx!

Bad News
- Rondo, so toll er in Orlando phasenweise aussah, war in der Regular Season borderline unspielbar
- Young verteidigt keinen umfallenden Baumstamm, ohne Locken zu verlieren
- Der Osten ist tief wie ewig nicht, einen viel schlechteren Zeitpunkt für den ersten Playoff-Push hätten sie sich kaum aussuchen können
- So sinnvoll die Aufplusterung der Rollenflügelrotation mit Veteranen war: an der Talentspitze des Rosters fehlt Erfahrung

Was fehlt?
Womöglich die Verlängerung für John Collins. Der Foward geht ins letzte Jahr seines Rookie-Deals, legte eine 20/10 Saison auf 60/40/80 Shooting aufs Parkett, war den Hawks aber dennoch bisher keinen Maximalvertrag wert, den er den gut oder halbgut unterrichteten Quellen zufolge anstrebt. Zieht sich das Thema in die Saison, kann Unruhe aufkommen.


Warum man den Forward hinhält, erschließt sich allerdings schnell. Es gibt ohnehin kaum Teams, die dieses Jahr Space haben, schon gar keine, die ihr Heil im Wake-Forest-Alumnus sehen. Und: die Hawks haben den Cap bereits weitestgehend zugeballert.

Womit wir beim absehbar fehlenden Spielraum sind. Inklusive der absehbaren Übermaxextension für Young liegt Atlanta in zwei Jahren kurz vor der Grenze zur Luxussteuer... und hätte Collins noch nicht bezahlt (Gallinaris Deal ist ab '22 zwar nicht garantiert, aber seine Minuten müssten befüllt werden).

Fehlt zu einem Contender-Kern nicht noch ein zweiter Überspieler? Ist/wird Collins das? Bevor die Fragen gestellt werden, heißt es aber erst mal, den Ownern in die Playoffs zu folgen. Der Rest fehlt nicht, er findet sich.

Check 1,2
Die Hoffnung ist zurück in Georgia. Nach drei Verlierersaisons träumt ATL wieder von 35 Siegen und den Playoffs. Es muss in Entwicklung und Gesundheit aber viel richtig laufen, um zwei aus dem Septett Boston Celtics, Toronto Raptors, Philadelphia 76ers, Brooklyn Nets, Indiana Pacers, Miami Heat, Milwaukee Bucks hinter sich zu lassen. Aber selbst Play-Ins wären ja ein Fortschritt.

Die Rechnung, bitte