15 Dezember 2020

15. Dez, 2020


Ho, ho, ho! Oktober bis Ostern war gestern. Nach der kürzesten (und trotzdem noch zu langen) Offseason der NBA-Geschichte steht das 72-Spiele Extravaganza namens Saison 2020/21 zur Weihnachtszeit vor der Tür. Als ersten Gang serviert die Chefküche wie gehabt 30 unwiderlegbare, wettspielbare Prognosen im Reverse Power Ranking Style. No. 11: Die Utah Jazz...

von LEON GÖHL @OlajuwonsE | 15. Dez, 2020


Flashback
44-28, Playoffs Runde eins (3-4 vs. Denver Nuggets)

Plus
Derrick Favors
Udoka Azubuike
Elijah Hughes

Minus
Ed Davis
Tony Bradley
Jarrell Brantley
Juwan Morgan
Emmanuel Mudiay

Was ist Neu?
Donovan Mitchell ist einer von gefühlt 15 Jungs aus dem 2017er Draft, die ab kommendem Herbst maximal entlohnt werden. Derrick Favors kehrte nach kurzem Intermezzo bei den New Orleans Pelicans zurück und tut sich, den Fans und dem Team damit einen riesigen Gefallen (wow, lag auch gar nicht auf der Hand).

Bojan Bogdanović hat seine Verletzung am Wurfhandgelenk auskuriert und steht wieder zur Verfügung. Zusätzlich ist Rudy Gobert immer noch im Team und es gibt einen neuen Besitzer (Ryan Smith, praktischerweise der CEO des Hauptsponsors), der bereits verlauten ließ, dass die Franchise in Salt Lake City bleibt. Im (mittleren) Westen nichts Neues (das war der letzte, vorerst).

Beste Addition
Derrick Favors ... Favors ist kein wirklich auffälliger Spieler. Er arbeitet still und leise, greift Rebounds und beschränkt sich auf das, was er wirklich kann (André Drummond still shooting 3s next season?).

Defensiv steht er seinen Mann, macht wenig Fehler und bringt sich kaum bis nie in so etwas wie Foul-Trouble. Damit stellt er einen mehr als nur überqualifizierten Backup zu Rudy „how serious is the vid“ Gobert dar. Zwar liefert er dem Jazz-Spiel keine neue Komponente, wenn es aber mit Gobert funktioniert, warum sollte man nicht Derricks Favorisierten Spielstil weiterspielen?


The Planet
Donovan Mitchell ... Er kam, er spielte, er siegte. Mitchell eroberte die NBA im Sturm und spielte sich in die Herzen sämtlicher Fans. In jeder seiner drei bisherigen Saisons, knackte er die 20-Punkte Marke, ohne dabei etwas zu erzwingen oder zu überdrehen. In jedem Jahr erreichten die Jazz die Playoffs und Hauptgarant dafür war eben Utahs Nummer 45.

Mitchell überzeugte sogar so sehr, dass die Verantwortlichen bereits letzte Saison alles in Bewegung setzten, um endlich in den Contender-Kreis aufzusteigen. Mike Conley kam von den Memphis Grizzlies, Bojan Bogdanović von den Indiana Pacers und nun also auch Derrick Favors.

Utah möchte angreifen. Na ja, vielmehr möchte Utah verteidigen und sein offensives Glück in Mitchell suchen. Das offensive System ist daher zu großen Teilen auf ihn zugeschnitten und lebt auch von seiner Improvisation. Für ihn ist es nächste Saison an der Zeit, dieses in ihn gesteckte Vertrauen mit nachhaltigem Playoff Erfolg zurückzuzahlen.

Rising Star
Donovan Mitchell ... Sein Name taucht zum einen hier auf, weil Utah ansonsten über kaum nennenswerte Talente verfügt und auf den Stockton-Malone-Effekt hofft, sprich Conley, Bogdanović, Gobert und Joe Ingles sollen lange Karrieren haben und im Alter immer noch nach Möglichkeit gut sein.


Zum anderen steht hier Mitchell, weil auch er noch nicht am Ende seiner Entwicklung angelangt ist. Zwar lesen sich fünf Jahre und 195 Mio. $ wie das Preisschild eines MVP-Kandidaten, doch in diesen Kreisen ist Mitchell bei weitem noch nicht.

Um Utah ernsthafte Titelchancen einzuräumen muss er sich aber in diese Richtung entwickeln, denn wenn man eins in der NBA lernen kann, dann, dass sich oftmals das Team mit dem besseren Spieler durchsetzt. Diesen Anspruch sollte auch Mitchell haben, quasi dass er der beste Spieler auf dem Platz ist. In ausnahmslos jedem Spiel.

Don’t Sleep! 
Rudy Gobert ... Der Franzose wird vielen in Erinnerung bleiben als derjenige, der Corona nicht ernst nahm und die NBA zum handeln zwang. Ja, er ist einer der besten Verteidiger der Liga und wurde mittlerweile zurecht All-Star. Aber Goberts Vertrag läuft aus und die NBA ist sich noch nicht einig, was das Preisschild für einen solchen Spielertypen ist.


Er selbst würde natürlich liebend gerne einen maximalen Vertrag unterzeichnen, dieser wird ihm aber aller Voraussicht nach nicht vorgelegt. Gobert hat nun eine Saison, um zu zeigen, dass er einen solchen Vertrag durchaus bekommen sollte (Knicks?!?). Zusätzlich muss er in potentiellen Playoffs beweisen, dass er sich nicht vom Feld spielen lassen kann. Die Houston Rockets haben dies in der vorletzten und vorvorletzten Saison eindrucksvoll demonstriert.

Denn was bringt mir ein Spieler, der wie ein Superstar entlohnt wird, wenn er mir nur in der Regular Season von Nutzen ist? Diese Frage gilt es zu beantworten, am besten mit Leistungen in der Regular Season und den Playoffs.

Beste Fünf
Conley – Mitchell – Ingles – Bogdanović – Gobert


Good News
+ Die Jazz bleiben im Mormonenstaat
+ Mitchell bleibt im Mormonenstaat
+ Favors kehrt zurück in den Mormonenstaat
+ Bogdanović möchte erstmals Playoffs im Morm.. (es reicht!), wenn fit ist dieses Team eins der besten im Westen

Bad News

- Gobert muss bei Laune gehalten werden
- Conely, Bogdanović und Ingles sind Ü30
- Das Team wird nicht verstärkt werden, da es kaum Assets gibt
- Eindimensionales Center-Spiel, keinerlei Variabilität

Was fehlt?
Ein Center, der den Dreier in seinem Repertoire hat. Gobert und Favors dürften zwar eine der besten Center-Rotationen der NBA sein, doch für Mitchell und Co. wäre ein werfender Big Gold wert, da seine Drives noch gefährlicher wären. Zudem ist die Bank hinter Jordan Clarkson extrem dünn und könnte bei einzelnen Ausfällen Probleme kaum qualitativen Ersatz bieten.

Check 1,2
Alles in allem sind die Jazz erneut ein Team im erweiterten Contender-Kreis, jedoch mit klaffender Distanz zur Spitze. Die Starting Five ist ausgewogen und zählt zu den Besten der Association. Homecourt dürfte möglich sein, da direkte Konkurrenten schwächer geworden sind und die Jazz durch Favors sogar minimal besser.

Die Rechnung, bitte