09 Januar 2021

9. Jan, 2021


Die noch junge Saison 2020/21 hält so manche Überraschung parat, positiv wie negativ. Für eine Einschätzung der frühen Entwicklung der neuen Spielzeit gibt der #NBACHEFSQUAD mehr als die metaphorischen Two Cents und spekuliert aus der Chefküche heraus mit den Wertpapieren eben jener Teams der Western Conference, die bislang das Chef-Orakel Lügen strafen. Kaufen, halten oder verkaufen... ?

von NBACHEFSQUAD @nbachef_de | 9. Jan, 2021



PHOENIX SUNS

Standings: 6-3 (66,7%)
Chef-Orakel: 39-33 (54,2%)

Marc Lange @godzfave44: Bei wohl keinem anderen Team ist die Ausgangsfrage „Are You For Real?“ angebrachter. Unter Floor General Chris Paul machen die Phoenix Suns bislang da weiter, wo sie letzte Saison in der Bubble aufgehört hatten. Mit den Wizards, Pistons, Hawks und Grizzlies warten in den nächsten Tagen zudem schlagbare Gegner. Smarte Investoren reiten diese Welle noch mit und verkaufen die Aktie dann, bevor Phoenix langsam wieder von der Realität eingeholt wird.

Leon Göhl @OlajuwonsE: Die Meinung über die Suns ist nach wie vor gespalten, doch Fakt ist, dass Chris Paul seine Teams IMMER besser macht. Houston hatte ein ähnliches Kaderkonstrukt und war mit ihm im Roster über zwei Jahre zu großen Teilen das beste Team der Association. Da das Argument „aber was, wenn er sich verletzt?“ bei mir nicht zieht (wäre auf jedes Team anwendbar), halte ich meine Aktien und rate bei kleineren Kurseinbußen nachzulegen.

Christoph Lenz @NBAKenner: Was passiert, wenn ein aufstrebendes Team einen Starspieler dazubekommt, der mit seiner Arbeitseinstellung und Erfahrung der Inbegriff eines „Culture-Setter“ ist? Die Antwort auf diese Frage sind die Phoenix Suns, die mit Chris Paul ein neues Level erreicht haben. Ob sie die ganze Saison mit den Lakers Schritt halten können weiß ich nicht, aber sie werden auch nicht weit abfallen, daher gilt für die Suns: Halten!

Onur Alagöz @OnurAlagoez: Still und heimlich irgendwie hat sich da in der Hitze von Arizona eine junge, schlagkräftige Mannschaft um Booker und Paul gebildet. Letzterer ist zwar nicht mehr der Superstar vergangener Tage aber immer noch absolutes Premium-Glue-Guy-Material. Coach Williams' Burschen spielen schönen Basketball und vor allem gewinnen sie, standen zeitweise sogar vor den beiden Teams aus Los Angeles. Die werden ihren Rhythmus finden, und nur darum reicht es nicht ganz zum kaufen – also halten.

Daniel Schlechtriem @W14Pick: Ich glaube an Chris Paul und ich glaube an die Suns. CP3 hat letzte Saison mit weniger Qualität an seiner Seite nur haarscharf Homecourt verpasst. Das Wertpapier ist seit seiner Akquisition zwar stark gestiegen, wird es aber noch weiter, je weniger Spiele übrig bleiben und daher umso klarer wird, dass Paul mit Phoenix auch 2021 um Heimvorteil spielt. Kaufen!



GOLDEN STATE WARRIORS

Standings: 5-4 (55,6%)
Chef-Orakel: 37-35 (51,4%)

Lange: Steph took it personal. Kaufen.

Göhl: Stephen Curry. Reicht das als Einschätzung? Der Guard kann ein Team immer noch tragen und der Kader fängt langsam an ineinanderzugreifen. Dennoch bin ich nicht bereit die Warriors als absolutes Top-Team einzustufen und würde mein Paket hier halten und stückweise das Depot vergrößern.

Lenz: In San Francisco zeigen sich bisher zu viele unterschiedliche Gesichter, um ein wirkliches Gefühl für die Leistungsfähigkeit der Warriors zu haben. Gut vorstellbar, dass es auch weiterhin zwischen Curry-Gala und Blowout-Niederlage schwankt, daher: Halten!

Alagöz: Bis auf die historische Performance von Steph sehe ich hier nicht viel Lichtblicke. Die 5-4 Bilanz ist ein wenig gepolstert mit einem tollen Game-Winner von Damion Lee gegen Chicago und dem schon genannten Ausbruch von Curry. Wiggins enttäuscht bisher, genauso wie Oubre und harte Spiele gegen die Lakers, Clippers und Suns stehen an. Save yourself. Verkaufen.

Schlechtriem: Die Warriors haben sich nach dem bedenklich schwachen Start zwar gefangen und mit Siegen über die Blazers und Clippers ein Ausrufezeichen gesetzt. Die fehlende Tiefe wird ihnen aber früher oder später zum Verhängnis werden. Auch wenn es zynisch klingt: Curry wird keine 72 Partien absolvieren und ohne ihn bewegen sich die Dubs irgendwo zwischen Kings, Wolves und Grizzlies. Aktuell sind die Aktien gestiegen, höchste Zeit zu verkaufen.



PORTLAND TRAIL BLAZERS

Standings: 4-4 (50,0%)
Chef-Orakel: 38-34 (52,8%)

Lange: Wird den Blazers dieses Jahr der große Wurf gelingen? Unwahrscheinlich. Die Qualifizierung für die Playoffs sollte kein Problem sein. Ob es reicht, um vielleicht auch mal Runde zwei zu überstehen, scheint fraglich. Die Aktie ist zu gut, um sie zu verkaufen, aber hat nicht genug Potenzial, um weiter zu investieren. Halten und abwarten.

Göhl: Mein Glaube in Damian Lillard scheint ins Unermessliche zu schießen. In der Aktienwelt gibt es zwar keinen perfekten Zeitpunkt um einzusteigen, doch so günstig wie aktuell wird es die Trail Blazers nicht mehr lange geben. Portland wird letzten Endes doch noch unter die Top-4 kommen und ich rate jedem hier dringend sein Depot zu füllen, ehe Dame den Preis nach oben treibt. Kaufen!

Lenz: Der Hype, der die Blazers vor Saisonbeginn umgab, war für mich schon da nicht ganz nachvollziehbar. Lillard ist einer der elektrisierendsten und unterhaltsamsten Spieler der Liga, sein Team wird aber vermutlich auch dieses Jahr wieder eher in der Mitte der Conference bleiben, Die Tendenz geht bei mir eher zum Verkauf als zum Kauf, unterm Strich seh ich in Oregon: Halten!

Alagöz: Die Blazers waren die wohl athletischste Cheerleader-Truppe bei Steph Currys 62-Punkte-Banger, so gelassen wie sie ihn punkten haben lassen. Dennoch, ein Sieg gegen die Lakers gibt Grund zur Hoffnung, auch wenn Lillard und McCollum jedes Mal 110% geben müssen, um einen Sieg zu holen. Ich wäre fast für kaufen, wäre da nicht das Problem der Defensive. Also bleiben wir mal bei halten.

Schlechtriem: Portland steht ungefähr dort, wo ich sie eingeschätzt habe: Im Mittelfeld, irgendwo in Play-In Regionen. Die Defensive ist weiter unterirdisch und hindert die Blazers daran, eine größere Rolle zu spielen als letztes Jahr oder aktuell. Der Westen vergibt diese Schwäche nicht... verkaufen!



DALLAS MAVERICKS

Standings: 4-4 (50,0%)
Chef-Orakel: 44-28 (61,1%)

Lange: Der arme Rücken von Luka Dončić... Dallas ist momentan eine absolute One-Man-Show. Trotzdem steht das Team aus Texas momentan auf einem Playoffplatz im Westen. Die baldige Rückkehr von Kristaps Porziņģis wird von allen Aktionären sehnlichst erwartet, um im Rennen für Heimvorteil in der Postseason langfristig ein Wörtchen mitzureden. Wer die Aktie zunächst halten möchte, macht nichts falsch. Die Empfehlung lautet jedoch: kaufen.

Göhl: Entgegen der Erwartungen in Deutschland bin ich kein großer Fan der Mavericks und halte sie (noch) für überschätzt. Da ich großer Freund der sogenannten Hebel bin (z. B. 10er-Hebel: Kursschwankungen machen sich um das Zehnfache bemerkbar), halte ich hier meine Aktien und vertraue auf mein Gespür von vor der Saison, als ich sie als leicht über .500 Team einstufte.

Lenz: Superstar Luka Dončić kam nicht wirklich fit aus der Offseason, Porziņģis ist noch verletzt. Der Verlängerungs-Sieg gegen Denver könnte der Startschuss zum „wahren Gesicht“ der Mavs sein, daher lautet die Empfehlung: Kaufen! Schnell!

Alagöz: Die Mavs sind nicht besonders gut gestartet in die noch junge Saison. Wie zu erwarten war, geht Luka ab wie ein Schnitzel und füllt das Herz seiner Fantasy-Owner mit Freude. Josh Richardson spielt überraschenderweise auch stark auf und mit einer möglichen Rückkehr von Porziņģis in die Starting Five scheint die Sonne hell am Horizont. Ich denke hier geht noch gut was, darum kaufen.

Schlechtriem: Ich traue dem Braten nicht (pun intended). Vor der Saison wurde Dallas zum Homecourt-Anwärter und Dončić zum MVP-Favoriten ausgerufen, von beidem ist bislang nicht viel zu sehen. Aber: Porziņģis wird bald zurückkehren und dann kommt Rick Carlisle mutmaßlich nicht mehr auf die Idee, Dwight Powell (Net Rating: -7,9) viele Minuten zu geben. Auf Dauer ist die Aktie mit Vorsicht zu behandeln, kurzfristig wird sie aber steigen, daher ein Kauf.



DENVER NUGGETS

Standings: 3-5 (37,5%)
Chef-Orakel: 44-28 (61,1%)

Lange: Die Nuggets sind etwas holprig in die Saison gestartet. Auch der restliche Schedule im Januar ist nicht ohne. Die momentane Bilanz von 3-5 spiegelt jedoch nicht wieder, wie gut das Team eigentlich aufgestellt ist. Neben den Superstars Nikola Jokić und Jamal Murray spielt sich auch Michael Porter Jr. immer weiter in den Vordergrund. Insgesamt scoren momentan durchschnittlich sieben Spieler zweistellig. Die Nuggets sind ein absoluter „strong buy“ wie es im Fachjargon heißt. Die Aktie werden wir für den Rest der Saison nicht mehr günstiger ergattern. Deswegen: kaufen!

Göhl: Die Nuggets hatten früh in der Saison bereits Verletzungsprobleme, doch die Vorstellung Playoffs ohne Jokić und Murray erscheint mir aktuell als nicht realistisch. Denver fängt sich und kommt letztendlich noch in die Playoffs, weswegen ich einen großen Haufen Geld auf den Tisch lege und die Aktien der Nuggets kaufe.

Lenz: Eine der stärksten Offensiven gepaart mit einer der schwächsten Defensiven sorgt in jedem Fall für unterhaltsame Spiele. Zum Saisonstart konnten die Nuggets dieses Verhältnis seltener zu ihren Gunsten gestalten, als es im Saisonverlauf der Fall sein wird, daher: Kaufen!

Alagöz: So fulminant die Nuggets in der Offensive sind, so große Schwierigkeiten haben Sie in der Defensive. Zwei relativ knappe Niederlagen in OT gegen die Kings und Mavericks machen Sorge, ob die Truppe aus Denver in engen Spielen auch die nötigen Stops generieren kann. Ja, Jokić averaged gerade ein Triple-Double und Murray ist mit 22 PPG auch gerade in starker Form, aber dennoch, alle Gegner bisher haben gegen die Nuggets dreistellig gepunktet, darum in meinen Augen: Verkaufen.

Schlechtriem: Denver leidet offenbar an dem Blazers-Blues. Letztes Jahr in den Conference Finals, anschließend bekommen sie keinen Fuß auf die Erde. Das Defensiv-Rating bewegt sich aktuell in den Bottom-5, Hoffnungsträger/Corona-Leugner Michael Porter Jr. steckt im COVID-Protokoll wie Bill Murray am Murmeltiertag, den Einfluss von Jerami Grant und (mal unabhängig vom Monetären) Mason Plumlee scheinen auch manche unterschätzt zu haben. Klar, Denver ist besser als Rang 13, aber aktuell legitimieren sie keine weitere Investition. Halten!