31 Januar 2021

31. Jan, 2021


Dirk Nowitzkis Erbe hinterlässt tiefe Spuren und hat für die Saison 2020/21 gleich sechs deutsche Basketballer nach Übersee in die NBA geführt. Der Kraut Report auf #NBACHEF serviert fortlaufend das kompakte Arbeitszeugnis unserer teutonischen Recken in der besten Basketballliga der Welt.

von BJÖRN PAHLKE @newera0813 & GERRIT LAGENSTEIN @GAL_Sports | 31. Jan, 2021


DENNIS SCHRÖDER

#17 | Los Angeles Lakers | Guard | 27 Jahre

In der NBA seit: 2013
Status:
Starter

Neben LeBron James und Marc Gasol ist Schröder der einziger Spieler der Lakers, der in allen Partien bisher gespielt hat und gestartet ist - mit unterschiedlicher Produktivität. Der Neuzugang blieb im Januar viermal unter zehn Punkten, weil er stellenweise weit unter 40 Prozent seiner Würfe traf. Ein echtes Highlight war hingegen der Auftritt gegen die Golden State Warriors. Schröder erzielte seine Saisonbestleistung von 25 Zählern bei 8/15 aus dem Feld.

Dabei ist Scoring im offensiv hoch veranlagten Team des Titelverteidigers nicht mal die Kernaufgabe des Deutschen. Schröder hat sich im Spielaufbau als zweitbester Assistgeber der Lakers etabliert. LA-Coach Frank Vogel lobt seinen Schützling zudem für seinen Einsatz in der Defensive: „Wenn dein Point Guard seinen Gegenspieler über das ganze Feld verfolgt, setzt das den Ton für das ganze Team.“


Die Denke des Coaches: Schröders Mitspieler sehen, welche Energie er in die Defense reinsteckt und ziehen dann mit. „Das hat Dennis dieses Jahr bisher großartig gemacht“, so Vogel in der Sports Illustrated. Nach Anthony Davis verzeichnet der 27-Jährige die meisten Steals für die Lakers und sorgt im Kollektiv dafür, dass Purple-And-Gold die zweitwenigsten Punkte in der Liga kassiert.

Kein Wunder, dass der gebürtiger Braunschweiger schon jetzt davon spricht, dass es ein Traum wäre, wenn sein Vertrag an der Westküste verlängert werden würde. Vielleicht sogar schon während der aktuellen Saison.


MAXI KLEBER

#42 | Dallas Mavericks | Forward | 28 Jahre

In der NBA seit: 2017
Status:
Bankspieler

Kein besonders erfreulicher Monat für Maxi. Neben der schwachen Vorstellung der Mavericks, die mittlerweile eine negative Bilanz vorweisen, konnte der Würzburger lediglich fünf Partien im Januar absolvieren. Aufgrund einer positiven Corona-Infektion musste er sich in Quarantäne begeben und fiel beinahe den kompletten Monat aus.

Für die Misere der Mavs trägt er keine Schuld. Vielmehr wird seine Rückkehr von Doncic und Co. herbeigesehnt. Es fehlt viel bei den Texanern, doch besonders schmerzlich ist die Arbeit unter dem Korb. Doncic holt als Guard die meisten Rebounds des gesamten Teams und auf Porzingis folgt dann schon Kleber mit 5,3 pro Spiel. 


Es wird Zeit, dass sich der Roster der Mavs wieder füllt. Doncic wirkt angefressen, weil er die Last praktisch alleine tragen muss. Gerade Kleber würde sowohl den defensiven Workload von Luka minimieren als auch das Gefüge des Teams von Rick Carlisle stabilisieren. Sein defensiver Impact wäre essenziell für einen notwendigen Run von Nowitzkis Erben.

In seinen Auftritten im frühen Januar konnte der Deutsche zu vier Siegen aus fünf Spielen beitragen. Seine persönlichen Highlights setzte er gegen die Bulls und Nuggets. Während er in Chicago 16 Punkte und fünf Rebounds brillierte, war er beim Sieg gegen die Nuggets mit neun Punkten, acht Rebounds und zwei Blocks ein großer Faktor. Hoffen wir, dass Maxi sich erholt hat und an diese Leistungen anknüpfen kann.


DANIEL THEIS

#27 | Boston Celtics | Center | 28 Jahre

In der NBA seit: 2017
Status:
Starter/Bankspieler 

Sieben Siege bei sechs Niederlagen. Sicherlich nicht schlecht und dennoch hat man das Gefühl, die Celtics spielten in diesem Monat unter ihren Möglichkeiten. Anders erging es Daniel Theis. Individuell lief es für den deutschen Center richtig gut. Seine Zahlen im Januar lesen sich beeindruckend. Anfang des Monats kam er noch meist von der Bank, mittlerweile agiert er wieder regelmäßig als Starter.

Die Bankrolle stand Daniel aber durchaus gut. In sechs Spielen konnte er den Celtics mit einem zweistelligen Score helfen. Seine bisherige Saisonbestleistung gelang ihm sogar gegen das Spitzenteam aus Philadelphia. Gegen die Sixers zauberte der ehemalige Braunschweiger von der Bank ein Double-Double aufs Parkett (22 Punkte, zehn Rebounds). Für einen Sieg reichte es in der Partie leider nicht.


Seine starken Leistungen von der Bank katapultierten Theis wieder in die Starting Lineup. Oft fungierte er dabei neben Tristan Thompson als Power Forward, machte seinen Job aber mehr als ordentlich. Gegen Cleveland und Chicago kamen 17 bzw. 19 Punkte von ihm. Mit fünf Blocks und fünf Steals in beiden Spielen zusammen hatte er großen Anteil daran, dass Boston nach drei Niederlagen wieder in die Spur fand. 

Vanilla Theis ist weiterhin das Effort-Monster, was ihm zu einem wertvollen Teil des Kerns der Celtics macht. Wenn er weiterhin so starke Zahlen wie im Januar auflegt (71,2 FG%!!!) und das Team wieder bei 100 Prozent steht, kann man die Celtics weiterhin als Contender mit Außenseiter Chancen sehen. 


ISAIAH HARTENSTEIN

#25 | Denver Nuggets | Center | 22 Jahre

In der NBA seit: 2018
Status:
Talent

Hartensteins Rolle bei den Nuggets ist nicht riesig, aber sie ist Teil des erfolgreichen Nuggets-Teams. Er scheint in Denver einen Arbeitgeber gefunden zu haben, der sein Potential erkennt, einsetzt und zu würdigen weiß. Dass es kein Vorbeikommen am MVP-Kaliber Jokic geben wird, war ohnehin klar. Umso wichtiger, dass der Deutsche seine Spielzeit zu nutzen weiß.

Im Januar kommt er auf acht Spiele mit durchschnittlich 9,3 Minuten. Er scorte zwar kein einziges Mal zweistellig, musste aber auch nur in zwei Partien ohne Punkte das Parkett verlassen. In diesen Spielen wurde er auch nur in der Garbage Time eingesetzt. In den restlichen Partien streute er viermal über fünf Punkte ein. 


Das klingt alles zwar nach erstmal wenig, doch wenn man die Spielzeit betrachtet, die er bekommt, ist der Output beachtlich. 3,1 Rebounds im Schnitt belegen seinen sofortigen Impact auf das Spiel nach einer Einwechslung. Leider schleichen sich immer wieder Spiele ein, in denen der in Oregon geborene von Mike Malone nicht berücksichtigt wird. 

In Denver wird Hartenstein aber weiter seine Spielzeit bekommen und wenn er die weiter effizient nutzt, ist sogar mehr drin. Hartenstein tat der Wechsel nach Denver offensichtlich gut. Sollte Denver Kaderprobleme bekommen, die in der jetzigen Zeit nicht ungewöhnlich wären, ist Isaiah bereit und kann dann zeigen, was wirklich in ihm steckt. 

MORITZ WAGNER

#21 | Washington Wizards | Center | 23 Jahre

In der NBA seit: 2018
Status:
Talent

Als hätte es Wagner zu Saisonbeginn nicht schon schwer genug gehabt, musste der Berliner nach Corona-Infektionen im Team der Wizards auch noch gut drei Wochen auf Basketball spielen verzichten und hat zwischen dem 11. und 28. Januar kein Spiel absolviert. Besonders bitter, weil der Center zuvor erstmals in aufeinanderfolgenden Partien auflaufen durften und sich dabei wacker schlug. In rund 20 Minuten legte er 13/7 sowie 9/6 auf.


In der Partie gegen Miami hätten es sogar noch bessere Zahlen sein können, wenn Wagner nicht fünf Minuten vor Schluss sein sechstes Persönliches erhalten hätte. Leider kein Einzelfall. Obwohl der 23-Jährige in seinen insgesamt sechs Einsätzen nur 13,0 Minuten pro Spiel sah, begeht er mit 3,3 Fouls die meisten im Kader der Hauptstädter. 

Die Foulprobleme gilt es in den Griff zu bekommen. Unglücklicherweise verpflichteten die Wizards, während Wagners Abstinenz mit Alex Len und Jordan Bell zwei neue Center. Der Weg auf das Parkett wird nicht leichter. Bei seinem Comeback waren es immerhin zehn Minuten. Wizards-Coach Scott Brooks hatte zuvor angekündigt, dass Wagner gute aber noch keine vollen Minuten gehen könne.


ISAAC BONGA

#17 | Washington Wizards | Forward | 21 Jahre

In der NBA seit: 2018
Status:
Starter/Talent

Bonga geht seinen kuriosen Weg weiter. Mal spielt er gar nicht, dann steht er wieder in der Starting Five. Wobei der 21-Jährige darauf diesmal wahrscheinlich hätte verzichten können. Denn es war 13-tägige Corona-Pause der Wizards, die Bonga wieder in die erste Fünf spülte. Wie so viele seiner Teamkollegen abseits von Bradley Beal zeigte sich der Forward einigermaßen rostig, erzielte in vier Partien zusammen nur zwölf Punkte.


Dabei durfte er zunächst als Starter 32, 25 und 28 Minuten ran und nahm immerhin 18 Würfe. Mit dem Comeback von Rui Hachimura ging es zurück auf die Bank. In einer Viertelstunde Einsatzsatz gegen die Hawks konnte er von dort kaum Akzente setzen. Da auch die Rückkehr von Deni Avdija und Troy Brown bevorsteht, könnten die Minuten weiter sinken. Nachdem Bonga im vergangenen Jahr die für ihn wahrscheinlich beste Situation vorgefunden hatte, hält die Suche nach der festen Rolle 2021 an.