19 Januar 2021

19. Jan, 2021


Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille! 🏅🔛 
In der ersten Ausgabe unseres neuen Formats wird darĂŒber gestritten, ob die Philadelphia 76ers ohne James Harden besser dran sind oder ihrer Chance auf den ehemaligen MVP noch lange nachweinen werden? đŸ€·‍♂️ Take a look and let us know what you think đŸ“ș đŸ€–

von SCOOPERS @scoopersblog | 19. Jan, 2021

Der Harden-Trade war unvermeidlich und fĂŒr Houston nicht mehr hinauszuzögern. Am Ende sollte sich Rockets GM Rafael Stone zwischen den Philadelphia 76ers und den Brooklyn Nets entscheiden – beide Teams standen ganz oben auf Hardens Liste.
 
Philly war im Rennen um den Bart lange in der Pole Position. Laut Marc Stein bewegten die Sixers Himmel und Erde, um Rookie Tyrese Maxey nicht in den Deal integrieren zu mĂŒssen. Ob die Uneinigkeiten bezĂŒglich des vielversprechenden Guards letztendlich der Grund dafĂŒr waren, dass sich Houston fĂŒr das Angebot aus dem Big Apple entschied, darĂŒber lĂ€sst sich nur spekulieren. Fakt ist, dass Simmons (vorerst) bleibt. Und das ist gut so. Oder?
 
Klar, Harden ist der bessere Spieler. Zudem stand er so oft in der Top 3 des MVP-Votings wie Ben Simmons in seiner Karriere Dreier getroffen hat. Ein Duo aus Joel Embiid und Harden hĂ€tte natĂŒrlich seine Reize gehabt. Muss Daryl Morey in dieser Situation nicht alles in Bewegung setzen?
 
Naja, so einfach ist es nicht. Philly steht zum Saisonstart bei 9-5. Der Supporting Cast um die beiden All-NBA-Talente stimmt endlich. Außerdem sehen die beiden auch gemeinsam auf dem Feld viel besser aus als noch in der vergangenen Spielzeit. WĂ€hrend Simmons-Embiid-Lineups letzte Saison auf ein Net-Rating von +0,7 kamen, stehen an dieser Stelle zur Zeit beeindruckende 12,2. Viel besser geht’s nicht!
 
Die Sixers hĂ€tten schon viel frĂŒher begreifen mĂŒssen, dass es Simmons und Embiid mit SchĂŒtzen zu komplementieren gilt. Hinzu kommt, dass diese Zahlen erstmal nur eine Bestandsaufnahme sind und die Berechenbarkeit von Simmons in den Playoffs nach wie vor ein großes Problem sein dĂŒrfte. Doch hier ist der Knackpunkt: Seit wann ist James Harden der Typ, den du holst, um in den Playoffs unberechenbar zu sein?
 
In all den Serien war doch genau das immer die Achillesferse der Rockets. Der Bart wollte sein Spiel nie auf Playoffbasketball anpassen. Stattdessen zog er es vor, mit seinem Stil unterzugehen. Vielseitige Offense? Bewegung abseits des Balles? In Houston stets Fehlanzeige!
 
Zugegeben, Simmons’ Verweigerung gegen WĂŒrfe außerhalb der Zone wirft Fragen auf, die Philly zu beantworten hat. Im Gegensatz zu Harden hat Ben sein Potenzial allerdings noch nicht ausgeschöpft. Mit diesem Kader kann Sixers-Coach Doc Rivers kreativ werden, um passende Lösungen zu finden. Zudem ist der Australier langfristig unter Vertrag. Harden hingegen hat nach der kommenden Saison die Möglichkeit, aus seinem Deal auszusteigen. Wer sagt mir also dass er nicht so schnell wie möglich wieder abspringt, weil er mit dem nĂ€chsten Superstar nicht klarkommt? Wundern dĂŒrfte das niemanden mehr.
 
Dass Philly mit dem aktuellen Kader weniger unter Druck steht, lÀsst sich allerdings auch nicht behaupten. Das Duo Simmons-Embiid hat mittlerweile auch schon zahlreiche AnlÀufe genommen. Kommt diese Saison der nÀchste Crash, könnte es der letzte gewesen sein. Mit zwei Homegrown-Superstars den Durchbruch zu schaffen ist jedoch auch basketball-romantisch eine schöne Vorstellung. Zumindest die ersten Anzeichen der laufenden Saison stimmen positiv, dass die Chancen darauf aktuell so hoch sind wie noch nie.
 
Wenn alle Stricke reißen, behalten die Sixers Simmons trotzdem als Asset in der Schublade. Steht dann der nĂ€chste Star-Trade in der TĂŒr, können sie ihn immer noch anbieten. Zum Beispiel fĂŒr Bradley Beal. Den wĂŒrde in Philadelphia auch niemand versehentlich mit Rick Ross verwechseln.