20 Februar 2021

20. Feb, 2021


NBACHEF wirft einen Blick zurück in die Geschichte und beleuchtet die besten Duos aller Zeiten.

von LEON GÖHL & BJÖRN PAHLKE @nbachef_de | 20. Feb, 2021


“Mailman doesn’t deliver on Sunday”. Diesen Satz raunte Scottie Pippen Karl Malone am 1. Juni 1997 zu. Game 1 der NBA-Finals, Tie-Game und noch 9,7 Sekunden zu spielen, als Malone an die Linie geht, um das Spiel zugunsten der Utah Jazz zu drehen. Freiwurf Nummer eins klatscht an den Ring, der Zweite ebenso, auf der anderen Seite schlägt Michael Jordan den Buzzer und gewinnt so das Spiel. 

Der stets zuverlässig wie die Post liefernde Malone hatte tatsächlich an eben jenem Sonntag nicht geliefert. Das Zitat brannte sich fest und steht sinnbildlich für Malone, seine Karriere und seinen kongenialen Partner John Stockton. 18 lange Jahre dominierte das Duo die NBA, der ganz große Wurf glückte ihnen nie, doch das Erbe der Beiden lebt auch in der heutigen NBA weiter.  

Weg in die NBA
Der NBA Draft ist eine faszinierende Veranstaltung, mit mal besseren, mal schlechteren Jahrgängen. Am 19. Juni 1984 fand die vielleicht beste Talentziehung aller Zeiten statt. Zum Zeitpunkt wusste man dies selbstverständlich noch nicht und als die Utah Jazz an 16. Stelle einen gewissen John Stockton zogen, hallten vermeintliche “Buh”-Rufe durch den Madison Square Garden. Später sollte sich herausstellen, dass die Anhänger der Jazz “Who” riefen, da niemand so recht wusste, wen ihre Franchise soeben gezogen hatte. 

John Houston Stockton aus Spokane, Washington: Hier verbrachte er seine jungen Jahre, hier spielte er an der örtlichen Highschool und wechselte danach innerorts an die Gonzaga University. Diese führte er als Senior zu ihrem besten Ergebnis in 17 Jahren und wurde folgerichtig für den vorläufigen Olympiakader nominiert, dessen finalen Cut er aber verpasste. Während seiner Zeit beim Team USA machte er Bekanntschaft mit anderen College Prospects, unter anderem Karl Malone.

Jenem Karl Malone wurden auf seinem Weg in die NBA keine Steine in den Weg gelegt, doch seinen Weg als einfach zu bezeichnen geht weit an der Wahrheit vorbei. Der Mailman wurde am 24. Juli 1963 in Summerville, Louisiana als jüngstes von neun Kindern geboren. Vom Vater verlassen, zog ihn seine Mutter alleine groß, er verbrachte seine Kindheit auf einer Farm.

Um seine Familie über Wasser zu halten, drückte er nicht nur die Schulbank, sondern schuftete zusätzlich auf der Farm der Familie. Es entwickelte sich eine Einstellung, die sich nachdrücklich auf sein Leben auswirken sollte. In der High School brachte er diesen Einsatz auf das Parkett und dominierte seine Gegner nach Belieben.

Seine Leistungen führten zu großen Aufsehen der Colleges und verschafften ihm unzählige Angebote. Um nahe bei seiner Familie zu bleiben, entschied sich Malone für das vergleichsweise kleine College von Louisiana Tech. Seinen Eifer konnte er auch hier auf sein Spiel übertragen und erarbeitete sich so seinen prägenden Spitznamen: The Mailman. Kein Wunder, denn er lieferte, lieferte und lieferte.

Louisiana Tech führte der Postbote zwar mehrmals in die Endrunde, doch der nationale Erfolg blieb aus. Dass er einer der besten Nachwuchsspieler des Landes wäre, stellte Malone selbst nie in Frage. Selbstsicher, dass er von den Dallas Mavericks gedraftet werden würde, mietete er sich bereits vor dem Draft 1985 ein Apartment in Texas.

Die Mavs entschieden sich an achter Stelle aber für den deutschen Detlef Schrempf. Für den damals 22-jährigen Malone eine Respektlosigkeit, für die Franchise vom Salzsee ein Segen. Keiner stellte sich in den Weg, sodass die Utah Jazz Karl Malone erst an 13. Stelle ziehen mussten. Ein Pick der sich als entscheidend für den Erfolg der Franchise herausstellen sollte.


Utah vor 'Stockalone'
Nach dem Umzug der Jazz aus New Orleans nach Utah war die Franchise nicht gerade von Erfolg gekrönt. In New Orleans richtete sich die Personalpolitik mehr auf kurzfristigen Erfolg als auf die Ausbildung junger Talente. Als die Franchise 1979 in Salt Lake City ankam, sollte die Mannschaft neu um Adrian Dantley aufgebaut werden, doch die Platzierungen waren weiterhin schwach.

1980 komplettierte Darrell Griffith ein neues Duo. Dantley und Griffith wurden zwar gefürchtet, doch der sportliche Erfolg blieb aus. Auch die Verpflichtung von Frank Layden als neuer Head Coach konnte das nicht verhindern. Schmerzhaft war vor allem der Draft 1982, als die Jazz Dominique Wilkins wählten, dieser sich aber weigerte für Utah anzutreten und zwangsweise nach Atlanta verkauft wurde. Immerhin konnten die Jazz mit Mark Eaton an 72. Stelle im gleichen Jahr einen echten Glücksgriff verbuchen.

Der mittlerweile starke Kader aus Dantley, Griffith, Eaton, Rickey Green, John Drew und Thurl Bailey reichte aber immer noch nicht für eine Teilnahme in der Postseason. 1984 stand mal wieder ein Umzug im Raum, doch plötzlich lief es sportlich deutlich besser. Im selben Jahr entscheiden sich die Jazz, in einem mit MJ, Olajuwon und Barkley besetzten Draft, für den schmächtigen John Stockton. Im gleichen Jahr wurde Mark Eaton erstmals zum Defensive Player of the Year gewählt, was er 1989 sogar wiederholen konnte.

Im folgenden Jahr war das letzte Puzzlestück für die erfolgreichsten Jahre der Franchise mit dem Mailman erworben. Zusätzlich kaufte einer der größten Unterstützer und Kritiker, Larry Miller, die Hälfte der Teamanteile. Die Kombination aus Miller und Malone wurde zu einer Ehe mit Höhen und Tiefen. Mit dem Trade von Dantley nach Detroit war der Grundstein für die Stockalone-Ära gelegt, die über 18 Jahre die Liga in Angst und Schrecken, aber auch in Staunen versetzen sollte.

Signature Move: Pick & Roll 
Mit einem Spielzug schafften es Stockton und Malone, die Liga zu dominieren. Gegner fürchteten es, Fans liebten es und kamen mitunter aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ein einziger, repetitiver Spielzug: das Pick and Roll. Simpel und doch unaufhaltsam. Simpel zum einen, da es selbst Schüler im Sportunterricht beigebracht bekommen und unaufhaltsam, weil das Duo Stockalone die perfekte Metamorphose für eben jenen Spielzug eingingen. 

Stockton als Initiator, der den Ballvortrag übernahm und diesen bis an den Perimeter führte, wo sich Malone positionierte, um Stocktons Verteidiger seitlich zu blockieren (Pick). Stockton bewegte sich daraufhin zur Seite und in die Richtung, aus der Malone seinen Pick stellte, was dazu führte, dass der eigentliche Verteidiger Malones sich plötzlich diesem schlaksigen Guard gegenübersah. Ehe sich Stocktons ursprünglicher Defender aber wieder zu ihm orientieren konnte, drehte sich Malone aus seiner Stellung heraus und “rollte” Richtung Zone. Soweit so normal, doch gegnerische Teams konnten sich sicher sein, dass die Jazz ihren Punktestand in Kürze um zwei erhöhen würden.

 
Malone hatte nun nicht nur eine mehr oder weniger freie Zone vor sich, sondern auch noch einen der besten Passgeber aller Zeiten (wenn nicht den besten) in seinem Rücken. Stockton fand in nahezu jeder Situation seinen kongenialen Partner via Pass, dem es dann ein leichtes war, den Ball durch die Reuse zu befördern. Sollten es Teams tatsächlich schaffen Malone zuzustellen, so hatte Stockton immer noch einen meist langsameren Verteidiger gegen sich, den er dann hinter sich stehen ließ, um selbst abzuschließen.
 
Diese chirurgische Präzision führte dazu, dass Stockton bis heute die All-Time Liste bei den Assists meilenweit anführt und Malone seines Zeichens auf Platz zwei der ewigen Punktesammler steht. Sie verhalf ihnen aber nicht nur zu einfachen Punkten, sondern spiegelte sich in Siegen nieder, die peu à peu zu einer erfolgreichen Ära beitrugen. Das Pick and Roll ebnete den Weg nach oben und darf so gut und gerne als Wegbegleiter auf der Karriereleiter gelten. 

Stat Dive
Was Stockalone für die Jazz bedeuten, ist kaum greifbar. Was allerdings beweist, was sie für einen Stellenwert hatten, sind ihre Zahlen. Hier stellen sie fast alles in den Schatten. Es ist individuell  beeindruckend diese Zahlen zu lesen. Wenn man sich vor Augen führt, dass sie beinahe immer gemeinsam auf dem Parkett standen, staunt man noch mehr darüber, dass diese beiden nie den großen Wurf schaffen konnten.

John Stockton kam in seinen ersten Jahren noch von der Bank und überzeugte mit guten Passspiel hinter Green. Erst in seinem dritten Jahr übernahm Stockton das Point Guard Zepter und ließ Taten folgen. Als Starter-Neuling verteilte er 1128 Assist, was 13,8 Vorlagen in weniger als 35 Minuten im Schnitt bedeutet.
13,8!!! Es war der Grundstein für den vielleicht besten Passgeber der NBA-Geschichte. Zehn Jahre in Folge führte er die Liga in dieser Kategorie an. Doch Stockton war mehr als ein reiner Creator für andere. 

Sein Wurf war sehr verlässlich. In keiner Saison fiel sein Wurf unter 47 Prozent. In zwölf seiner 19 Spielzeiten fanden mehr als die Hälfte seiner Würfe ins Ziel. 16 mal über 80 Prozent von der Linie, 38 Prozent von jenseits der Dreierlinie und ein True-Shooting Wert von 60,8 zeigen seine Vielseitigkeit. Noch als 40-Jähriger erzielte er 23 Double-Doubles.

Der Mailman auf der anderen Seite lieferte seit seiner Rookie Saison. Mehr als 25 Punkte pro Spiel schenkte er seinen Gegnern in elf Spielzeiten ein. Auch er rostete im Alter nicht ein und konnte als 34-Jähriger 27 Punkte pro Spiel zum Teamerfolg beitragen. Im Karriereschnitt liest sich nicht nur seine Punktzahl beeindruckend, auch zehn Rebounds im Schnitt machen ihn zu einer Double-Double Maschine.
Viel auszusetzen gab es bei den Statistiken nie. Wenn die Zweifel allerdings größer wurden, trumpfte er auf. Die Kombination aus einer monströsen Macht eines Malones und einem filigranen Passgeber sucht ihresgleichen.

In 1412 gemeinsamen Einsätzen machten sie es beinahe unmöglich, sie beide zu verteidigen. Nur sechs Spieler absolvierten mehr Partien in ihrer Karriere, als die beiden zusammen auf dem Parkett standen. In jeder Partie unmenschliche Zahlen von zwei Optionen zu erhalten, führten zu einer Horde von Auszeichnungen.


Shoot for the Stars
Ehre, wem Ehre gebührt. Das Duo wurde insgesamt 24 Mal ins NBA-All-Star-Game gewählt (Stockton: 10; Malone: 14). Dabei konnte Malone zweimal als MVP dieses Spiels nach Utah zurückfliegen. Doch damit noch lange nicht genug. Stockton schaffte es zweimal in das All-NBA First Team, während dem Mailman gleiches elf Mal gelang. Dazu gesellte er sich dreimal ins All-Defense Team.

Seine individuelle Leistung konnte Malone mit dem Wahl zum Most Valuable Player 1997 krönen. Zwei Jahre später konnte er das sogar wiederholen und ist damit nur einer von 14 Spielern, denen es je gelang diesen Titel zweimal zu erringen. Historisch ist seine insgesamte Punktausbeute. In zwölf Saisons scorte er mehr als 2.000 Punkte und hält mit 36.928 den zweiten Platz der All-Time-Scoring Liste hinter Kareem Abdul-Jabbar.

Stockton thront sowohl bei den Assists (15.806) als auch bei den Steals (3.265) mit weitem Abstand über dem Rest der historischen Liga-Elite. Career Highs von 28 Assists (vs. Spurs 1991) und 24 Assists in den Playoffs gegen die Lakers (1988) untermauern sein Monument.

Kein Wunder, dass die Gesichter der Franchise vom Salzsee ohne Zweifel in die Hall of Fame aufgenommen wurden. Zusätzlich schafften es beide in die Liste der Top 50 NBA-Spieler aller Zeiten. Die Auszeichnungen belegen den unglaublichen Einfluss und Erfolg der beiden Superstars. Sie führten die Jazz auch in allen gemeinsamen Jahren in die Playoffs, konnten den Regular Season Franchise Rekord in Siegen einfahren und holten die einzigen beiden Conference-Titel.

What happened? 
„Stockton inside to Karl Malone. They double him. Jordan knocks it away from him. Jordan’s got it. The Bulls can win it right here!“. Es ist ein klein wenig die Ironie des Schicksals. Über seine gesamte Karriere hinweg, fühlte sich Malone nicht wertgeschätzt. Er ist, wie Stockton, kein klassischer Top-5 Pick, dem man vorneweg prophezeit, ein Hall-of-Famer zu werden. Zeit seiner Karriere versuchte er dieses Stigma mit harter Arbeit und noch besseren Leistungen zu kaschieren. Erfolgreich.

 „Hast du Karl vor dem Spiel erzählt, dass er großartig ist, konntest du sehen, wie der Druck in ihm anstieg. Hast du ihm erzählt, dass er ein Niemand ist, zerstörte er dich und dein gesamtes Team“, erklärte einst Reporter David James. Als in der Saison 1989/1990 A.C. Green und nicht Karl Malone zum Starting Power Forward der Western Conference gewählt wird, stellt der Mailman im nächsten Spiel mit 61 Punkten einen neuen Teamrekord auf. 

Dennoch reichte es nie zum großen Wurf, und das hat leider auch mit Karl Malone zu tun. Zum einen stellten sich Jordans Bulls als unüberwindbare Hürde heraus, zum anderen hatte er Probleme seine Leistungen aus den ersten drei Vierteln zu katalysieren und leistete sich so immer wieder eklatante Aussetzer in der Crunchtime. Vergebene Freiwürfe und Ballverluste sind nur die prominentesten Beispiele aus den Finaljahren. Dass man in solchen Serien womöglich lieber auf Stockton vertraut hätte, ist aber womöglich ungerecht, denn schließlich redet man bei Malone über einen der dominantesten Scorer aller Zeiten. 

Zudem war die Arbeitsteilung in Utah klar geregelt. Stockton dirigiert, Malone dominiert. Dass der Dirigent aber durchaus in der Lage war, Spiele zu gewinnen, bewies er in den Conference Finals 1997, als er Houston via Buzzer aus den Playoffs schoss. Hier nun aber zu bemängeln, Stockton hätte dies häufiger tun müssen, würde lediglich ein neues Format öffnen, das sich mit “Was Wäre Wenn…?” beschäftigt. Fest steht, dass den Jazz individuelle Fehler unterliefen und die Bulls sich als Karrierekiller für zahlreiche Stars der 90s profilierten. Vor diesem Schicksal war nicht einmal das, auf seinem Höhepunkt, womöglich am besten harmonierende Duo gefeit.  


What happened next?
Malone auf Titeljagd
Eben jenes Duo war nach 18 gemeinsamen Jahren Geschichte. Malone hatte zwei Optionen. Entweder bleibt er in Utah und strebt nach dem ersten Platz der All-Time Scoring-Liste von Kareem, oder er greift ein letztes Mal nach den Sternen bei einer anderen Franchise. Er entschied sich für letzteres und schloss sich den Los Angeles Lakers an.

Die Lakers waren der große Favorit auf den Titel. Mit Kobe und Shaq hatten sie das gewaltigste und talentierteste Duo der Liga und mit Phil Jackson das personifizierte Championship-Gen auf der Trainerbank. Mit Malone sollte der Meisterschaft nichts im Wege stehen – oder? Leider kam für Malone alles anders.

Kobe wurde in einen Vergewaltigungsskandal verwickelt und Streitereien zwischen den beiden Stars machten den Start für Malone alles andere als einfach. Zudem verstarb seine Mutter, die in seinem Leben eine eminent wichtige Rolle spielte. Malone lieferte trotzdem. Allerdings verletzte er sich nach einem beeindruckenden Start nach 21 Spielen schwer. 

Bezeichnend, denn in Utah hatte er in 19 Jahren nur sechs Spiele verpasst. Zu den Playoffs wurde er zwar wieder fit und führte LA in die Finals, doch eine weitere Verletzung setzte ihn gegen die Pistons in den entscheidenden Spielen außer Gefecht. Detroit gewann die Meisterschaft und Malone erklärte wenig später seinen Rücktritt vom Basketball.

Stockton - für immer Utah
Bis 2003 versuchten beide ihrer Franchise den langersehnten Titel zu bringen, doch die Höhen aus den Jahren 1997 und 1998 wurden nicht mehr erreicht. Als zu stark erwiesen sich die Lakers unter der Nemesis Phil Jackson, Gregg Popovich formte in San Antonio ein neues Powerhouse, und auch die Sacramento Kings waren plötzlich auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskraft. Zusätzlich nagte Vater Zeit an Stockton, der sich bewusst dafür entschied, lebenslang das Trikot der Jazz zu tragen. Am 2. Mai 2003 machte er seinen Rückzug publik und gab sich damit ab, eine “unvollendete” Karriere zu beenden. Der oftmals übersehene und teilweise unbekannte Floor General trat ab. Eine Anekdote von den olympischen Spielen 1992 zeigt dies hervorragend. 

Mit der Familie ging er durch Barcelona und fragte eine vorbeispazierende Frau: „Sind sie Amerikanerin?“, die selbiges durch Flagge und T-Shirt mit Dream-Team-Aufdruck nicht gerade verheimlichte. Am Abend zuvor hätte sie Charles Barkley getroffen, berichtete sie stolz, und zeigte ihr Shirt. Erst als der kleine David Stockton gleich mehrfach „That’s my dad!“ ruft, fällt bei ihr der Groschen: „Spielen Sie im Team?“ Ob sie den Mann vor sich als John Stockton identifizieren konnte, wird wohl für immer ihr Geheimnis bleiben.

Was blieb ist die unfassbare Langlebigkeit, die Loyalität und spielerische Extravaganz, die sich über 19 Jahre in Salt Lake City entwickelte. Spätestens zum Zeitpunkt seines Rücktritts gab es keinen Fan mehr, der sich fragte, wer denn dieser John Houston Stockton sei. Zumindest in Utah machte ihn das unvergesslich. 

Long Living Legacy
Vergessen werden - die womöglich größte Angst eines jeden Profi-Sportlers. Die Wenigen, die es bis an die Spitze schaffen, werden oftmals mit Statuen und dergleichen gewürdigt, einige werden Namensgeber von Awards und andere lassen Fans noch Jahre später schwärmen. Manche verändern sogar das Spielgeschehen. All dies trifft auch auf Stockalone zu, wobei letzteres zu ihrer größten Errungenschaft gehören dürfte. 

Kein Viertel vergeht heutzutage, in dem kein Pick-and-Roll zu sehen ist. Stockalone, die beiden die diesen Spielzug salonfähig machten und nachhaltig so prägten, dass er in der heutigen NBA nicht mehr wegzudenken ist. Zwar sind beide individuell hochdekorierte Spieler, doch ein spielerisches Vermächtnis zu schaffen, dürfte all die Individualität überstrahlen. 

Effekt
Was Stockalone für die NBA bedeuten, ist kaum in Worte zu fassen. Mit ihrem perfektionierten Pick-and-Roll-Spiel revolutionierten sie die NBA. Die individuellen Zahlen und persönlichen Auszeichnungen sprechen für sich und unterstreichen den Stellenwert zweier NBA-Legenden.

Im Endeffekt ist ihre Legacy unvollendet. Es hat nie zum ganz großen Wurf gereicht. Beim Gedanken an das vielleicht beste Duo der NBA-Geschichte, taucht schnell der nie erreichte Titel im Kopf auf. Besonders schmerzhaft ist, dass es genau sie sind, die für den fehlenden großen Wurf verantwortlich gemacht werden können. Malones Freiwürfe, Jordans Steal oder Stocktons spärliches Wurfvolumen.

Sie auf diese kurzen Momente zu reduzieren ist einfach, wird ihnen aber nicht gerecht. Stockton und Malone gehören zu den besten Spielern aller Zeiten und das werden sie auf ewig bleiben. Auch wenn Malone womöglich von Platz zwei der All-Time-Scoring-List verdrängt wird, Stockton stößt so schnell keiner vom Assists- und Steals-Thron.

Diese beiden verkörpern eine Ära in der NBA und sind dennoch nicht die Gesichter ihrer Zeit. Wären sie in einer anderen Zeit geboren, hätten sie in den Finals nicht Michael Jordan gegenüber gestanden, dann wäre Malone nicht der Ball aus der Hand gestohlen worden. Und vor allem – hier würde ein Titel stehen!