04 April 2021

4. Apr, 2021


Weil das erste Jahr in der Karriere eines Basketballers besonders spannend ist, begleitet die #NBACHEF-Redaktion ausgewählte Talente und beleuchtet monatlich ihre Entwicklung. Was brachten die besten Frischlinge im abgelaufenen Monat aufs Parkett? Wir haben genauer hingeschaut.

von NBACHEFSQUAD @nbachef_de | 4. Apr, 2021

ANTHONY EDWARDS

1. Pick 2020 | #1 | Minnesota Timberwolves | Wing | 19 Jahre


Stats März 2021:
24,2 PPG | 5,5 RPG | 2,5 APG | 42,3% FG | 30,1% 3FG | 73,8% FT in 13 GP

Highlight Games:
42 Pts, 7 Reb, 3 Ast, 2 Stl beim Sieg gegen die Suns [18.3.]
23 Pts, 10 Reb, 3 Stl bei der Niederlage gegen die Nets [29.3.]
34 Pts, 12/24 FG, 4/4 FT beim Sieg gegen die Trail Blazers [14.3.]
24 Pts, 3 Stl, 4 Blk beim Sieg gegen die Knicks [31.3.]

Der Nummer eins Pick zeigte im März seine besten Leistungen in dieser Saison. Die NBA honorierte das mit der Auszeichnung zum Western Conference Rookie des Monats. Individuelle Explosionen und Mini-Feuerwerke in diversen Partien gingen einher mit dem bisher konstantesten Basketball seiner NBA-Karriere - was nicht nur 24 Punkte im Schnitt eindrucksvoll unterstreichen.


Ob Career High 42 Punkte beim Sieg gegen die Suns, 34 Punkte beim Erfolg gegen die Trail Blazers oder seine Clutch Performance gegen die Knicks, denen er zwölf seiner 24 Punkte im Schlussviertel einschenkte - Edwards legt seit der All-Star Pause exzellente Scoring-Werte auf und macht das, wofür ihn die Wolves dort oben gedraftet haben: Ball in Korb!

Der Flügel hat weiterhin mit dem Mangel an Kontinuität bei einem der miesesten Teams der Association zu kämpfen. Die Rückkehr von Malik Beasley sowie vor allem die Verpflichtung des neuen Head Coaches Chris Finch verstärkten seine konstante Suche nach der einen, festen Rolle, besseren Shooting-Splits und respektabler Balance zwischen Offense und Defense. 

Vor allem an seinem Distanzwurf muss er mit Nachdruck arbeiten, wenn er seine Elite-Athletik besser ausnutzen möchte. Immerhin: 5,0 Freiwurfversuche und 2,6 Dreier pro Einsatz ritt er zu 52% True Shooting - sein bisher höchster Wert über einen vollen Monat. 

Das macht Hoffnung auf mehr. Alles in allem ist der viertjüngste Spieler in der besten Liga der Welt auf einem guten Weg, die hohen Erwartungen zu erfüllen. Danach sah es vor allem zu Beginn der Saison nicht immer aus. 

– Seb Dumitru @nbachefkoch


JAMES WISEMAN

2. Pick 2020 | #33 | Golden State Warriors | Center | 19 Jahre


Stats Februar 2021:
11,2 PPG | 6,0 RPG | 54,1 % FG | 61,5% FT in  9 GP

Highlight Games:
16 Pts, 4 Reb, 8-11 FG beim Sieg über die Utah Jazz [14.3.]

Michael Beasley, Hasheem Thabeet, Evan Turner, Derrick Williams, Michael Kidd-Gilchrist oder auch Jabari Parker haben eines mit James Wiseman gemein: Alle wurden im NBA-Draft an zweiter Stelle ausgewählt, alle wurden den Erwartungen nicht gerecht. Warum man diese Namen bereits nach drei Monaten mit James Wiseman assoziiert? 

Wiseman ist konstant inkonstant. Einzelne Sequenzen lassen ihn wie ein absolutes Top-Talent aussehen, ehe sich wieder Minuten des Grauens breit machen. Bezeichnend: die Warriors gewannen im März vier Spiele, davon zwei mit Wiseman. Wiseman hat 9 von 12 Spielen absolviert!


Das Erschreckendste aber ist die Stagnation. Wiseman scheint sich seit seinem ersten Spiel nicht verbessert zu haben, was an fehlendem Talent, Selbstvertrauen oder beidem liegen könnte. Dass ihn Steve Kerr an manchen Abenden 13 Minuten spielen lässt und am nächsten 35, spricht für die konstante Inkonstanz. 

Nichtsdestotrotz sind die Anlagen natürlich vorhanden. Wiseman bringt immer noch alles mit, um am offensiven Ende als Play-Finisher agieren zu können und allein von der physischen Grundkonstitution, sollte er eigentlich ein guter NBA Verteidiger sein. 

Gehen wir mal davon aus, dass die Entwicklung von Centern generell länger dauert, dann lässt sich hier immer noch anführen, dass es erst sein dritter NBA Monat war und er in einem Team spielt, das einerseits um die Playoffs kämpft, andererseits aber nicht weiß, wie so etwas geht. "Es" bleibt bei Wiseman abzuwarten.

– Leon Göhl @OlajuwonsE


LAMELO BALL

3. Pick 2020 | #2 | Charlotte Hornets | Guard | 19 Jahre


Stats März 2021:
18,5 PPG | 5,3 RPG | 5,4 APG | 1,8 SPG | 48,6% FG | 46,5 3P% | 73,3% FT in 8 GP

Highlight Games:
30 Pts, 6 Reb, 8 Ast, 4 Stl, 10/18 FG, 5/7 Dreier bei der Niederlage gegen Portland [1.3.]
19 Pts, 7 Reb, 5 Ast, 7/13 FG beim Sieg gegen Minnesota [3.3.]
23 Pts, 9 Reb, 6 Ast, 7/11 FG, 6/9 Dreier beim Sieg gegen Toronto [13.3.]
26 Pts, 5 Reb, 7 Ast, 10/18 FG bei der Niederlage gegen LAL [18.3.]

Ball räumte nach 18.5 PPG, 5.3 RPG und 5.4 APG im März zum dritten Mal in drei Monaten den Eastern Conference Player of the Month Award ab. Nach nur acht absolvierten Partien brach er sich im Duell mit den Los Angeles Clippers bei einem Sturz nach dem Drive zum Korb die Hand - und fällt bis aus Weiteres aus.

Das bringt nicht nur die Playoff-Ambitionen der Charlotte Hornets gehörig ins Wanken, die zum Zeitpunkt der Verletzung komfortabel in Richtung Postseason schielten, sondern hat für so manchen Beobachter auch das Rookie of the Year Rennen neu entfacht.


Bis zu Balls Verletzung konnnte es keinerlei zwei (ernstzunehmende) Meinungen geben, wer der beste Frischling dieses Jahrgangs ist. LaMelo Ball war nach der ersten Hälfte der Saison der einzige Rookie in den vergangenen 60 Jahren, der seine Klasse bei den Punkten, Rebounds, Assists und Steals anführte. 

Ball begann auch den März mit einer historischen 30 Punkte, sechs Rebounds, acht Assists, vier Steals Performance - weil er als jüngster Spieler aller Zeiten diese Werte in einem NBA-Spiel auflegte. 30-5-5 schafften sogar nur LeBron James und Kevin Durant in noch jüngerem Alter als Ball.

Der Nummer drei Pick wurde am 23. März von einem Handspezialisten operiert. Hornets GM Mitch Kupchak ließ die Möglichkeit offen, dass Ball noch vor Ende der regulären Saison aufs Parkett zurück kehrt. Der Youngster soll Ende April re-evaluiert werden.

– Seb Dumitru @nbachefkoch


PATRICK WILLIAMS

4. Pick 2020 | #9 | Chicago Bulls | Forward | 19 Jahre


Stats März 2021:
9,4 PPG, 4,9 RPG, 1,4 APG, 0,9 BPG, 0,6 SPG, 49,6% FG, 37,9% 3PT, 57,1% FT in 14 GP

Highlight Games:
23 Pts, 6 Reb, 4 Ast, 63,6% FG beim Sieg gegen die Raptors (15.3.)
10 Pts, 14 Reb, 1 Ast bei der Niederlage gegen die Spurs (18.3.)
16 Pts, 3 Reb, 1 Blk, 1 Stl bei der Niederlage gegen die Suns (31.3.)

Pünktlich zur Trade Deadline wirbelte es ordentlich in Windy City. Vucevic, Theis, Brown Jr. und Aminu stellen die Kaderkonstellation der Bulls auf den Kopf. Neue Hoffnungen auf (kurzfristigen) Erfolg keimen plötzlich in Chicago auf. Die Playoffs sind in Reichweite und mit den neuen Akquisitionen wahrscheinlich. Es änderte sich viel, doch für Patrick Williams bleibt alles „Business as Usual“.

Wer über den Tausch zur Rückennummer 44 als Willkommensgeschenk für Vucevic absieht, erkennt tatsächlich wenig Änderungen im Spiel von Patrick Williams – und das ist keinesfalls negativ gemeint. Im Vergleich zum Februar sammelte der 19-Jährige 1,2 Punkte und 1,2 Rebounds weniger. Dafür zeigt seine Dreierquote eine positive Tendenz, denn er trifft wieder über 37 Prozent und seine allgemeine Wurfquote von 49,6 Prozent markiert eine monatliche Bestleistung.  

Dennoch bleibt alles beim Alten. Weiterhin kann er den Vorwurf nicht von sich weisen, dass er deutlich mehr Würfe nehmen sollte. Der große Unterschied: Er hat mehr Argumente auf seiner Seite, den Fokus auf andere Bereiche zu lenken. Die Optionen in der Offensive sind nun viel größer. 

Mit Vucevic gesellt sich eine weitere offensive Option neben LaVine, der sich selber einen Wurf kreieren kann und der mittlerweile genesene Markkanen kann an guten Tagen weiterhin zu einer echten Waffe werden. Das Ballhandling wird durch die Wechsel in der Starting Line-Up in die Hände von Satoransky und Young gelegt, so dass Williams seine Rolle weiter so bespielen kann, wie er es am liebsten interpretiert: Defensiv!

Hier ist der zweitjüngste Spieler der NBA bereits auf einem Niveau angelangt, dass ihn zumindest zu dem besten Verteidiger seines Teams macht. Zugegeben ist das bei einem Team, das die Arbeit gegen den Ball eher vernachlässigt, nicht die größte Herausforderung. Doch der Impact von Williams ist enorm. 

Er verteidigt weiter die besten Spieler der Gegner und wurde so von Coach Billy Donovan von Beginn an ins kalte Wasser geworfen. Aber es hat ihm nicht geschadet. Mittlerweile hat er defensiv alles erreicht, was in einer so kurzen Zeit möglich erscheint. Doch Lob von LeBron, ein Steal gegen Kawhi und zwei Blocks in Folge gegen Zion sind für den Rookie noch lange nicht genug. Das beweist vor allem der jüngste Auftritt gegen die Suns.

Wieder einmal teilte ihm Donovan die Aufgabe zu, den besten Scorer des Gegners zu verteidigen. In diesem Fall: Devin Booker. Der Guard schoss die Bulls mit 45 Punkten aus der Halle. Mit Sicherheit ging diese Anzahl an Punkten nicht nur auf die Kappe vom Rookie-Forward, doch er alleine nahm die Verantwortung auf seine Schultern. Ein weiterer Beweis für seine unglaubliche Bodenständigkeit und sein stetiges Streben nach Verbesserung.

Auch sein monströser Block gegen DeAndre Ayton nach einem Lob-Anspiel von Chris Paul nickte er nur mit einem „It was just a basketball play“ ab und kritisierte im nächsten Satz seinen folgenden Turnover. Er will einfach weiter die Bookers, LeBrons, Kawhis oder Zions der Liga verteidigen. Nur so wird er herausgefordert und kann sich verbessern und „the kind of guy [he] want to be in this league“ werden.


Am Ende der Saison wird er gegen Lamelo Ball, Haliburton und Co. keine Chance auf den Rookie of the Year haben. Patrick Williams wird sich aber verbessern, weil er jede Herausforderung annimmt und an selbiger wächst. Er ist ein entscheidendes Puzzlestück beim Angriff der Bulls auf die Spitze der Eastern Conference. Für Patrick Williams aber ohnehin nur „Business as Usual".

– Björn Pahlke @newera0813


OBI TOPPIN

8. Pick 2020 | #1 | New York Knicks | Forward | 22 Jahre


Stats März 2021:
2,8 PPG | 1,7 RPG | 0,6 APG | 0,1 BPG | 0,2 SPG | 45,7% FG | 66,7% FT in 13 GP

Highlight Game:
10 Pts, 5 Reb bei der Niederlage gegen die Bucks [11.03.]

Obi Toppin befindet sich nach wie vor in einer verzwickten Situation. Der Power Forward ist Back-Up eines All-Stars, der ligaweit die zweitmeisten Minuten pro Spiel auf dem Feld steht. Er spielt für einen Coach, der Defense von ihm verlangt, die er nicht liefern kann. Und zu allem Überfluss sieht er Teamkollege und 25. Pick im Draft, Immanuel Quickley, zum Liebling der Fans in NY avancieren. 

Nichtsdestotrotz werden die kritischen Stimmen gegenüber dem 23-Jährigen immer lauter. Auch im März gelang ihm nicht eine herausragende Performance, an der sich Fans hätten festhalten könnten. Toppin erzielte vergangenen Monat nicht mal drei Punkte pro Spiel – zu wenig für einen Akteur, dem vor dem Draft attestiert wurde, er sei 'NBA-ready'. Zu seiner Verteidigung sei gesagt, dass New York keine Spielzüge für ihn läuft, die ihm einfache Körbe verschaffen könnten. Sechs punktlose Spiele in Folge sind dennoch nicht akzeptabel. 

Toppin macht zu oft den Eindruck, dass er den Spielverlauf einfach über sich ergehen lässt – unabhängig vom Ausgang. Es fehlt Durchsetzungsvermögen, Selbstvertrauen und der Anspruch, sich Touches auch einfach mal zu nehmen. Bei seinen wenigen Chancen, sich zu beweisen, wird mittlerweile klar, dass ihm seine fehlende laterale Schnelligkeit nicht nur in der Defensive Schwierigkeiten bereiten wird. Während er am College seine Verteidiger nach Strich und Faden dominierte, schafft er es in der NBA nur in den wenigsten Fällen, sich von seinem Mann zu lösen. 
 
Niemand möchte Obi bereits jetzt einen Bust taufen, doch die Hoffnung, dass Knicks-Fans in diesem Jahr noch einen völlig anderen Toppin sehen werden, wird immer geringer. 

– Max Seelinger @urboimacks


DENI AVDIJA

9. Pick 2020 | #9 | Washington Wizards | Forward | 19 Jahre


Stats März 2021:
6,6 PPG | 4,9 RPG | 0,8 APG | 0,4 BPG | 0,4 SPG | 43,5% FG | 0,9 3PM | 28,3% 3P% in 14 GP

Highlight Game:
13 Pts, 6 Reb, 2 Ast gegen die Bucks [15.03.] 

Nachdem Avdija im Februar seinen Platz in der Starting Five verloren hatte, feierte er Ende März aufgrund der Negativ-Serie der Wizards  (zwei Siege aus zwölf Spielen) sein Comeback in der ersten Einheit. 

Leider liegt der Grund dafür eher in den sehr schwachen Leistungen seiner Teamkollegen und dem daraus resultierenden Handlungs-Zwang für Coach Brooks, als an seinen eigenen Auftritten. 

Leider kann Avdija weiterhin in keiner Facette des Spiels signifikante sichtbare Fortschritte vorweisen. In der Offensive kämpft er mit seinem schwächelnden Dreier, liefert weniger Assists und wirkt nicht weniger wie ein Frischling, sondern mit zunehmender NBA-Erfahrung eher noch mehr. Auch defensiv, wo er in den ersten Monaten immer mal wieder zeigen konnte, dass er viel Potential hat, konnte er im März so gut wie nie herausstechen.

Mit Blick auf die verbleibenden 26 Spiele bleibt für den Israeli die Hoffnung, dass sich mit schwindenen Playoff-Chancen seine Spielzeit auf hohem Niveau einpendelt und er zumindest weiter wichtige Erfahrungen sammeln kann. 

Mit möglicherweise positivem Schwung aus der Saison zu kommen und dann die erste Offseason als NBA-Profi durchzuackern, könnte Avdija in Position bringen, eine bessere Sophomore-Season zu erleben, denn die Rookie-Saison wird mit ziemlicher Sicherheit eine Enttäuschung bleiben.

– Christoph Lenz @NBAKenner


TYRESE HALIBURTON

12. Pick 2020 | #0 | Sacramento Kings | Guard | 20 Jahre


Stats März 2021:

13,4 PPG | 2,6 RPG | 3,9 APG | 1,0 SPG | 47,0% FG | 39,7% 3P | 93,3% FT in 11 GP

Highlight Game:
28 Pts, 1 Stl, 1 Blk, 73% FG beim Sieg gegen die Cavs [23.03.]

Der Start in den März war für den Rookie undankbar, denn er musste drei Spiele aufgrund einer Wadenverletzung aussetzen. Nach seiner Rückkehr auf den Court konnte Haliburton nicht an seine Leistungen aus dem Februar anknüpfen.

Auch für die Kings war der März eine Berg- und Talfahrt. Aber letztlich stand nach einem Endspurt mit fünf Siegen in Folge eine Monatsbilanz von 9-5 Siegen zu Buche. Damit sind die Playoffs (Play-in-Games) wieder in Reichweite gerückt.


Am jüngsten Erfolg der Kings hat auch Haliburton einen großen Anteil, denn inzwischen ist der Combo-Guard in die „Starting Five“ gerückt und startet an der Seite von Fox und Hield.

Während seine Stats im Vergleich zum Vormonat grundsätzlich nachgelassen haben, zeigen speziell seine Wurfquoten, dass der Rookie nach wie vor sehr effizient agiert, zudem konnte Haliburton zuletzt auch sieben Spiele in Folge zweistellig punkten.

Im Vormonat hätte ich noch vermutet, dass das Rennen um den „Rookie-of-the-year“ zu Gunsten von LaMello Ball entschieden ist. Durch Balls Verletzung ist das Rennen wieder offen und Haliburton ein heißer, ja vielleicht sogar der heißeste Anwärter.

Bei Betrachtung der letzten Wochen bin ich mir sicher, dass die Stats der #0 im April wieder nach oben gehen werden und Haliburton an der Seite von De’Aaron Fox ordentlich abliefern wird.


– Stefan Dupick @hoopsgamede


IMMANUEL QUICKLEY

25. Pick 2020 | #5 | New York Knicks | Guard | 21 Jahre


Stats Februar 2021:
13,4 PPG | 2,3 RBG | 2,2 APG | 0,8 SPG | 37,1 FG% | 35,3 3P% | 73,5 FT% in 12 GP

Highlight Games:
16 Pts, 6 Reb, 3 Ast, 1 Stl, 5/13 FG, 4/5 FT beim Sieg gegen die Wizards (25.3.)
13 Pts, 3 Reb, 5 Ast, 1 Stl, 1 Blk, 4/10 Dreier beim Sieg gegen die Bucks (27.3.)

“We are .500! We are .500!”, trällerte es zum Auftakt von Jason Concepcions YouTube-Show ALL CAPS NBA, dem Nachfolger des legendären NBA Desktop. Auch mit der Zielgeraden der Regular Season vor Augen steht diese Aussage: Die Knicks, Stand 31. März 2021, blicken vom 6. Platz im Osten auf 24 Siege und 24 Niederlagen. Fanliebling und bester Nachname der Liga, Immanuel Quickley, hat daran nach wie vor seinen Anteil – auch nach einem statistisch durchwachsenen Monat.

Quickleys patentiertes Floater-Game hat sich seit dem schwachen Februar (30,7%) im März etwas gefangen (37,9%), kratzt jedoch lange nicht an der knapp 50-prozentigen Trefferquote der ersten Saisonmonate. Insgesamt waren seine Auftritte in letzter Zeit von mehr Zurückhaltung geprägt. Knapp sieben Drives zieht IQ pro Spiel, diese Zahl ist auch im März stabil geblieben. Allerdings lassen seine Aktionen auf dem Weg zum Korb an Aggressivität nach: Aus zehn Freiwurfversuchen pro 100 Ballbesitze wurden sechs.

Trotzdem ist der 21-jährige Guard ein wichtiger Faktor für das Überwasserhalten der Knicks. Sein Dreier aus dem Catch-and-Shoot fällt mit 44,4 Prozent zuverlässig. Der Augentest attestiert ihm zudem die wertvolle Qualität, in entscheidenden Situationen mit Selbstvertrauen von Downtown hochzugehen – und auch den ein oder anderen großen Wurf zu netzen. 

Quickleys Dreier stoppen gegnerische Runs kurz vor der Halbzeit und kommen auch im Schlussviertel zum richtigen Zeitpunkt. So zum Beispiel gegen die Wizards, als er nach einem Pick von Taj Gibson vollkommen selbstverständlich für den Pull-Up ging und das Ding einnetzte. 


Für Quickley bedeutete der Ausfall von Derrick Rose wieder mehr Spielanteile, mehr Minuten, aber auch mehr Last auf seinen Schultern. Dass ein Rookie seine Produktion in diesen Umständen nicht nahtlos nach oben schraubt oder konstant hält, ist verständlich. Nichtsdestotrotz fand IQ Mittel und Wege, um seinem Team zu helfen. 

Mit Blick auf den Kalender, werden die Knicks das auch weiterhin von ihm benötigen. Selbst mit der Rückkehr des einstigen MVPs und einem RJ Barrett, der womöglich den besten Basketball seiner Karriere spielt, baut New York auf den Kentucky-Guard. Für einen Profi in seinem ersten NBA-Jahr gibt es kaum eine größere Bestätigung. 

– Lucas Kröger @kicktherim


ROOKIE POWER RANKING

1. LaMelo Ball* (Charlotte Hornets)
2. Tyrese Haliburton (Sacramento Kings)
3. Anthony Edwards (Minnesota Timberwolves)
4. Immanuel Quickley (New York Knicks)
5. Patrick Williams (Chicago Bulls)

Im erweiterten Kreis: Jae'Sean Tate (Houston Rockets), Saddiq Bey, Isaiah Stewart (beide Detroit Pistons), Desmond Bane (Memphis Grizzlies), Chuma Okeke (Orlando Magic), James Wiseman (Golden State Warriors), Theo Maledon, Aleksej Pokusevski (beide OKC Thunder), Jaden McDaniels (Minnesota Timberwolves)