19 Mai 2021

19. Mai, 2021


Nach gut fünf Monaten regulärem, zuweilen zähem Basketball, ist endlich die beste Zeit des Jahres angebrochen. Nach einem so noch nie dagewesenen Play-In Format geht die beste Basketball-Liga der Welt ab kommendem Wochenende in ihre spannendste Phase: die NBA Playoffs starten. Wir haben bei allen 20 Aspiranten den Schnellcheck gemacht - hier bei den Golden State Warriors.

von MARC LANGE @Godzfave44 | 19. Mai, 2021


Flashback
[39-33, Platz 8 im Westen]
Die bisherige Saison der Warriors hat einige Dinge verdeutlicht. Zum Beispiel, dass Klay Thompson an allen Ecken und Enden fehlt, um das momentane Team besser als einen 8th Seed zu machen. Aber auch, dass Steph Curry sehr wohl ein Leader ist und ein stark geschwächtes Team um die Playoffs mitspielen lassen kann. Eine vorzeitig als Übergansjahr abgestempelte Spielzeit auf Platz acht zu beenden, dazu mit einem brennend heißen Schlussspurt, wird der Franchise viel Vorfreude auf die noch kommenden Wochen – aber vor allem kommende Saison – beschert haben.


Star Player
Steph Curry: Wie heißt es so schön: Don’t poke the bear. Wie klein die vergangenen Leistungen von Steph Curry zu Beginn der Saison von manchen „Experten“ gesprochen wurden, grenzte schon an Frechheit. Er könne kein Team führen, andere Spieler hätten Golden State während der Meisterschaften eigentlich getragen und weitere Absurditäten waren auffällig oft zu hören und lesen. Currys Antwort darauf? 31,8 Punkte pro Spiel, der Scoring Titel und die Chance auf eine Playoff Teilnahme mit einem Kader, welcher nichts mehr mit dem der glorreichen Zeiten zu tun hat.

X-Faktor
Jordan Poole: Poole hat diese Saison immer wieder für offensive Entlastung von der Bank gesorgt. Sein starker Drive zum Korb und äußerst solider Stepback Jumper sind für die Offensive der Warriors mittlerweile unerlässlich. In den Play-Ins und vermeintlichen Playoffs werden gegnerische Defensiven Curry noch mehr Aufmerksamkeit schenken. Neben Andrew Wiggins und Kelly Oubre wird es auch Poole sein, der in diesen Phasen das offensive Momentum am Leben erhalten muss.

Calling The Shots
Steve Kerr: Dass die Warriors einen der besten Coaches der NBA an der Seitenlinie haben, muss hier nicht mehr analysiert werden. Genauso wie Curry, stand auch Steve Kerr diese Saison vor einer seiner bisher größten Herausforderungen als Trainer. Kann er ein Team leiten, welches kein reiner All-Star-Kader ist? Kurze Antwort: Ja, er kann. Der 55-Jährige zelebriert selbstlosen Basketball und holt das Beste aus seinen Spielern heraus – vom Rookie bis zum Superstar, und das seit mittlerweile sieben Jahren.


Good News
+ Acht von neun Spielen im Mai gewonnen
+ Der Supporting Cast von Curry hat sich gefunden
+ Elite-Defense dank Defensive Player of the Year Kandidat Draymond Green 

Bad News
- Als einziges Team neun Partien mit mehr als 25 Punkten Unterschied verloren
- Reboundschwäche: Vorletzter bei Rebounding Percentage, Letzter bei Offensive Rebounding Percentage
- Wo sind die verlässlichen Offensiv-Optionen, wenns bei Curry mal nicht so läuft?

Playoff-Rotation
Curry – Wiggins – Oubre – Green – Looney
Poole – Mulder – Toscano-Anderson – Bazemore – Paschall


Winning Formula
Das Erfolgsrezept für die Warriors sollte keine große Überraschung sein: In der Offensive muss Steve Kerr einen Weg finden, Curry heiß zu halten. Gute Blocks sind daher genauso wichtig wie die konstante Einbindung des Supporting Casts um Wiggins, Oubre und Poole. Denn bei Ruhepausen oder kurzzeitiger Abkühlung des Superstars muss Golden State andere Mittel finden, im Spiel zu bleiben.

Scouting Report 
Spätestens seit der Meniskusverletzung von Rookie-Center James Wiseman haben die Warriors ein großes Reboundproblem. Nur die Indiana Pacers lassen mehr Offensivrebounds zu. Das wirkt sich auch auf die allgemeine Bilanz aus: Von 25 Spielen, in denen Curry & Co. bislang mehr als 50 Rebounds zuließen, wurden 19 verloren. In der Offensive versuchen sie diese Schwäche durch die zweitschnellste Pace und dauerhaften Dreierregen zu kaschieren. Ob das auch in den Play-Ins und potenziellen Playoffs ausreichen wird, ist jedoch äußerst fraglich. 

Der Pick
Die Warriors haben dieses Jahr ein wenig die Rolle des Achten, gegen den niemand spielen will. Steph Curry spielt vielleicht die Saison seines Lebens und kann Partien immer noch im Alleingang entscheiden. Zudem startet das Team aus San Francisco heiß in die Play-Ins. Nichtsdestotrotz offenbaren Coach Kerrs Jungs auch Schwächen und werden spätestens dann vor große Probleme gestellt, wenn der Wurf von außen mal nicht so selbstverständlich fällt und sie auf reboundstarke Truppen treffen. Spätestens in der zweiten Playoffrunde dürfte Schluss sein.