19 Mai 2021

19. Mai, 2021


Nach gut fünf Monaten regulärem, zuweilen zähem Basketball, ist endlich die beste Zeit des Jahres angebrochen. Nach einem so noch nie dagewesenen Play-In Format geht die beste Basketball-Liga der Welt ab kommendem Wochenende in ihre spannendste Phase: die NBA Playoffs starten. Wir haben bei allen 20 Aspiranten den Schnellcheck gemacht - hier bei den Los Angeles Lakers.

von SEB DUMITRU @nbachefkoch | 19. Mai, 2021


Flashback
[42-30, Platz 7 im Westen]
Die Los Angeles Lakers sind nur das jüngste Beispiel dafür, dass Titelverteidigungen in der NBA schwerer sind, als die erste Championship zu gewinnen. Ins Alter gekommene Protagonisten, die Herausforderungen einer unvergleichlichen Saison und Ausfälle am Fließband kippten einen famosen 21-6 Start schnell auf den Kopf. Trotz personeller Additionen wie Andre Drummond und Ben McLemore verloren die amtierenden Champions 24 von 40 Partien, bevor sie mit fünf Siegen am Stück am Ende doch noch Bodenhaftung fanden. Dennoch müssen sie nun den längeren Umweg durch das Play-In Turnier gehen, wenn es mit dem Back-to-Back Titel klappen soll. 

Star Player
LeBron James: Auch in seiner 18. NBA-Saison lieferte "King James" auf allerhöchstem Niveau - wenn er auf dem Parkett stand. Zum zweiten Mal in den vergangenen drei Jahren verpasste James einen Großteil der regulären Spielzeit, verletzt. Mit 25,0 Punkten, 7,7 Rebounds und 7,8 Assists pro Einsatz legte James MVP-würdige Werte auf, brach zum 17. Mal in Folge die 25-PPG-Marke. Kein Spieler jemals kam auf mehr als zwölf. Natürlich wird ein Großteil des Lakers-Angriffs weiter durch seine fähigen Hände laufen. Ist er von seiner Knöchelverletzung vollständig erholt?


X-Faktor
Anthony Davis: Liefert der 28-jährige Elite-Big wie in der Bubble? Oder eher wie in dieser für ihn über weite Strecken frustrierenden Saison? Seit seinem zweiten Jahr in der NBA hat Anthony Davis nicht so schlechte Werte aufgelegt wie heuer. Bei mehr als 30 verpassten Partien fehlte ihm natürlich auch die Rollbahn, um so richtig auf Touren zu kommen. Nur wenn Davis in Angriff und Verteidigung auf konstant hohem Niveau abliefert, können sich die Lakers echte Repeat-Hoffnungen machen. Die letzten Partien der regulären Spielzeit haben Mut gemacht.

Calling The Shots
Frank Vogel: Der Championship Head Coach hatte es enorm schwer, Kontinuität in seine Linien zu bringen. Lange Ausfälle seiner drei besten Spieler James, Davis und Dennis Schröder kamen zum Ausloten neuer Lineups ohne Camp nach den Verpflichtungen im Sommer erschwerend hinzu. Insgesamt 25 verschiedene Startformationen musste Vogel aufs Parkett schicken - immer auf der Suche nach genügend Offense neben den gewohnt stabilen Verteidigungswänden. 


Good News
+ James und Davis sind zurück, genesen von ihren Verletzungen und ausgeruht
+ Mit Schröder und Harrell stehen zwei Offensivoptionen zusätzlich im Team, die die Lakers 2020 nicht hatten
+ Die Defensive zählt unverändert zu den besten in der NBA 

Bad News
- Die besten Lakers haben monatelang nicht zusammen Basketball gespielt. Kontinuität geht anders!
- Von der Balance des Vorjahres (Top-Ten in Angriff & Verteidigung) ist nichts übrig geblieben
- Der Weg durch die Western Conference ist ungleich schwerer als im Vorjahr

Playoff-Rotation
Schröder – Caldwell-Pope – James – Davis – Drummond
Caruso – Matthews – Kuzma/Horton-Tucker – Morris – Harrell/Gasol


Winning Formula
Die Lakers kommen vor allem über ihre Defense. Wie schon im Vorjahr dominieren die Kalifornier am hinteren Ende dank ihrer Länge und Athletik auf allen Positionen. Offensiv läuft so gut wie alles über James und Davis, die dank ihrer individuellen Brillanz im Eins-gegen-Eins Spiele und ganze Serien übernehmen können. Der tiefe, mit Veteranen gespickte Kader setzt die taktische Marschrichtung Vogels diszipliniert um und schlägt sich nie selbst. 

Scouting Report 
James & A.D. dürfen nicht ins Eins-gegen-Eins gelassen werden; idealerweise den Ball aus ihren Händen zwingen und andere kreieren lassen. Smarte Double-Teams und/oder Hilfe schicken: Dreier zulassen sind ein gutes Rezept - wenn man die Richtigen frei stehen lässt. Los Angeles zählt zu den schwächsten Offensiv- und Shooting-Teams der Liga, platziert bei Versuchen, Makes und Quote im unteren Drittel. Sehr Turnover-anfälliges Team, am besten Live-Ball-Verluste erzwingen! Vorne aus der Zone und vom Ring wegbleiben. Aufpassen auf ihren defensiven Druck und ihre Länge in der D!

Der Pick
Die schwache reguläre Saison hat Viele skeptisch gemacht, dass die Lakers erneut Meister werden können. Tatsächlich ist die mathematische Wahrscheinlichkeit größer, dass es nicht zum Repeat reicht. Die Championship-DNA der wichtigsten Protagonisten ist aber immer noch da, genauso wie der Gameplan und das Duo James/Davis. Der Weg über das Play-In Turnier mag länger sein, könnte aber den Fokus der Lila-Goldenen rekalibrieren und die nötigen Reps liefern, um wieder tief in die Playoffs vorzudringen.