18 Mai 2021

18. Mai, 2021


Nach gut fünf Monaten regulärem, zuweilen zähem Basketball, ist endlich die beste Zeit des Jahres angebrochen. Nach einem so noch nie dagewesenen Play-In Format geht die beste Basketball-Liga der Welt ab kommendem Wochenende in ihre spannendste Phase: die NBA Playoffs starten. Wir haben bei allen 20 Aspiranten den Schnellcheck gemacht - hier bei den San Antonio Spurs.

von MICHAEL "HUBY" HUBER @hoopshuby | 18. Mai, 2021


Flashback
[33-39, Platz 10 im Westen] 
Die San Antonio Spurs unter Greg Popovich sind eine gut geölte Team-Basketball Maschine, beendeten die reguläre Saison mit einer Bilanz von 33-39 auf Platz 10 der Western Conference, und können durch das neu kreierte Play-In Tournament in die Playoffs einziehen. Nachdem sich die Spurs mit LaMarcus Aldrige in seiner 6. Saison nicht über die Teamausrichtung, sprich Spielzeit und Wurfanteile, einigen konnten, wurde er nach 35 Spielen per Buyout aus seinem Vertrag entlassen. Derrick White fällt wegen einer Knöchelverletzung für die restliche Saison aus. 


Star Player
DeMar DeRozan: DeRozan ist mit 21,6 Punkten und beachtlichen 6,9 Assists pro Spiel der zentrale Angelpunkt der Spurs Offensive. Ausgestattet mit einem ausgefeilten Midrange Game und einem starken Zug zum Korb, zu dem in dieser Saison eine neue Karrierebestleistung bei den Assists hinzu kam, bleibt nur eine offensichtliche Schwäche: der Dreier fällt mit mageren 25,7 Prozent nicht. Kann er zu den Playoffs hochprozentiger treffen und gegnerische Defenses zwingen, nicht abzusinken?

X-Faktor
Keldon Johnson: Nach seinem überragenden Auftritt in der Bubble und einem starken Saisonbeginn stagnierte die Entwicklung des jungen Small Forwards in seiner zweiten Saison. Johnson kann nur durchschnittliche Quoten von außen vorweisen, was es gegnerischen Teams ermöglicht, sich auf seine Drives zum Korb zu konzentrieren. Trotzdem kann er jederzeit heißlaufen und gilt nicht zuletzt deshalb als X-Faktor neben den Spielgestaltern DeRozan und Jamal Murray.  

Calling The Shots
Gregg Popovich: Was soll man über Gregg Popovich noch sagen, was nicht schon zigfach gesagt worden ist? Mittlerweile in seiner 25. Saison als Head Coach der San Antonio Spurs, haben die Spurs 22 Mal die Playoffs erreicht. Popovich lässt teamorientierten Basketball spielen und passt sich vom Spielstil her eher seinem Personal als aktuellen Trends an. In einer Must-Win Serie kennt er alle Kniffe und Tricks und lässt sich nur schwer überraschen. 


Good News
+ Ausgeglichener Kader ohne Starallüren 
+ Selbstloser Teambasketball, wie man ihn von den Spurs kennt
+ Popovich kennt alle Tricks und Kniffe seines Gewerbes

Bad News
- Dreierquote nur durchschnittlich
- Mangelnde Tiefe auf den Positionen Vier und Fünf
- Defense solide, mehr aber auch nicht

Playoff-Rotation
Murray - Walker - DeRozan - Johnson - Poeltl
Mills - Vassell - Gay - Lyles - Dieng

Winning Formula
Wenn der Ball läuft, der Dreier fällt und San Antonios mit defensiven Stopps leichte Fastbreak Punkte kreiert, können die Spurs viele Teams schlagen. Das haben die Milwaukee Bucks gerade schmerzlich erfahren müssen, als sie 147 Punkte zulassen mussten. DeRozan und Murray sind die Motoren des Spurs-Angriffs - auf sie wird es in den kommenden Tagen und Wochen besonders ankommen.


Scouting Report 
Die Spurs haben keinen Superstar und leben vom Team-Basketball. Wie kann man sie also stoppen? Durch disziplinierte Defense, ohne das Spechten auf den Steal, um leichte offene Würfe zu verhindern. Den Defensiv Rebound gegen die große Garde der Spurs um Jakob Pöltl kontrollieren. Besonderes Augenmerk auf DeRozan, den einzigen Spieler im Kader, der hochprozentig seinen eigenen Wurf kreieren kann. Und das Wichtigste zum Schluss: die Zone dichtmachen und die Spurs damit zum Distanzwurf zwingen.

Der Pick
Gerade in den Playoffs bleibt gegnerischen Teams genug Zeit, den Spielstil der Spurs genau zu analysieren. Bei entsprechendem Wurfglück kann es für San Antonio zu einem Sieg reichen, spätestens beim Spiel um Platz 8 gegen die Los Angeles Lakers oder Golden State Warriors, wird aber wohl Schluss sein, da es den Spurs an klaren Stärken mangelt.